Die Balance von Schweigen und Reden

In jeglichem Gespräch – ja sogar mit sich selbst – vermag eines eine gewisse Balance zu geben.


Herzlich willkommen liebe Leserinnen und Leser zu diesem Achtsamkeits-Beitrag!


Wie steht es um unsere Balance?

Speziell nun fokussiert zum Beispiel auf die Balance in Gesprächen!

Erneut ist unsere Beobachtungsgabe gefordert, um alleine schon die täglichen Gespräche einmal ehrlich zu betrachten.
Wo wird diese Balance gewahrt, wo gibt es Ungleichgewichte?

Selbstverständlich… grade, wenn etwas aus einer Erregung, Emotion heraus gesagt wird, …oder werden soll, ist es oft so eine Sache mit der Balance!  wink

Und ich meine hiermit keinesfalls nur die negativen Gesprächsansätze, sondern sehr oft auch zu beobachten bei sehr schönen, erfreulichen Gesprächsinhalten!

Wer kennt den Spruch: "Er/sie plaudert wie ein Wasserfall"…?


Da sprudelt es also geradezu heraus aus dem Gegenüber. Und so mancher Zuhörer ist, selbst bei bester Motivation, mitunter dezent überfordert.

Was wird hier aber geschehen?
Eben, grade weil es positiv, erfreulich ist, wird man sich zumeist nicht viele Gedanken machen. Teilt die Freude gar mit.
Ist der "Sprudel-Quelle" gegenüber weitaus offer eingestellt.

Heikel wird die Sache – wie oft im Leben – erst, wenn es in die negativen Bereiche geht!
Wenn also nicht Freude – sondern zum Beispiel Zorn/Wut gegenübersteht.


Im letzten Achtsamkeitsbeitrag befasste ich mich mit der Thematik, des Recht haben wollens… oder nur der einfachen, respektvollen Darlegung des Standpunktes.

Könnte man dem Gedanken also auch heute Raum verleihen, dass wenn es sich um das bloße Recht haben wollen dreht, der Emotionspegel mitunter innerhalb kürzester Zeit, ziemlich in den "roten Bereich" schießen könnte, die Balance hier maximal zum Fremdwort mutierte?
Wo ja Recht haben wollen dann – für mich zumindest – eher nur mehr selten in einen Bereich einer Balance hineinreicht.
Einer will gewinnen. Und fährt früher oder später… mehr oder minder über sein Gegenüber drüber.
Ungleichgewicht also.

Als sehr schönes bildliches Beispiel von Achtsamkeit, Konzentration und Balance habe ich ein kleines Video für Dich, welches in eindrucksvoller Weise veranschaulicht, welche magische Kraft einer Balance innezuwohnen vermag… und wie sensibel die Balance doch zugleich ist…

 

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Wie also ist es nun in unseren täglichen Gesprächen?

Findet auch hier oftmals eines der bekanntesten Mantren der Neuzeit Anwendung:  "Keine Zeit!" …???

Befinden wir uns nicht selten in verschiedensten (oft selbst erschaffenen) Stresspegeln, die – vor allem im Zuge eines Gespräches – dann die vorhandene Zeit, SEIN DING an den Mann oder die Frau zu bringen, verschwindend gering erscheint?
Zu gut Deutsch: Nehmen wir uns tatsächlich die Zeit für "balancierte Gespräche"…?

Oder anders gefragt… was nun teils wieder in die "Gewinner-Schiene" hineinreicht…: Werden von uns Gespräche geführt, nur damit WIR eben unser Ding an den Mann oder die Frau bringen? Das, was das Gegenüber zu sagen hätte, ist im Grunde völlig unwichtig?
Also eine Art Gewinn in Form von Mitteilungsdrang, Geltungsdrang über Gesagtes…?
Es gibt dafür auch schon ein von mir aufgegriffenes Themenwort namens "Tratsch"!

Unterhaltung also, in dem es mitunter sogar nicht einmal mehr um einen Inhalt geht. Sondern Hauptsache, man hat die Klappe offen und macht sich bemerkbar, wichtig.


Führen wir unsere Gespräche so achtsam, dass somit einer schweigt… und einer spricht…? Balance herrscht?
Dass einer die Gelegenheit bekommt, diese Zeit mit Schweigen zu nutzen, um sein Gegenüber ganzheitlich erfassen, gar verstehen zu können? Erlaubt nicht zuletzt unser Ego, eigene Gedanken im Moment, wo der Andere spricht, hintan zu stellen?
Und nutzt Derjenige, der spricht, die Gelegenheit, dann ganz konkret, achtsam, respektvoll sein Anliegen, seinen Inhalt vorzubringen? Ohne Druck, ohne vermeintlicher Angst, der Andere könnte ja sofort wieder unterbrechen, ablenken etc. etc.?

Ganz ehrlich!?

Welche, teils alten Muster wirken hier noch aus unserer Kindheit, einer Zeit der Anpassung?

Wie ist es Dir als Kind ergangen? Hat Dein Umfeld Dir aufmerksam zugehört, mitunter Geduld bewiesen, bis Du gesagt, erklärt hattest, was Du wolltest? Dir vielleicht sogar Hilfestellung gegeben, wenns mit dem Vokabular nicht so ganz geklappt hat…?

Oder war es dann mehr so das "berühmte" "Hinhören mit einem Ohr"? Wenn Du also nachgefragt hättest, wäre zumindest die Hälfte davon irgendwo im geistigen Nirvana verhallt gewesen. Oder wiederum nun hat man Dich womöglich auch absichtlich unterbrochen, war an dem, was Du zum Ausdruck bringen wolltest, nicht die Bohne interessiert? Ob nun verbal oder gar mit körperlichem Einsatz…?


Also… ich darf gestehen, dass mir dies selbst heute noch, nicht zu 100% Prozent gelingt! Ich will nun meine Vergangenheit nicht beschuldigen, verurteilen oder als Vorwand vorschieben, dass sie so war, wie sie war! Ja – auf meine "Meinung" legte man in der Tat selten wert. Und nicht minder oft wurde sie abgewürgt. Aber grade deshalb glaube ich heute regelrecht zu fühlen (nicht nur zu wissen), WIE WICHTIG eine Balance ist!
Es ist – so man es so sehen will – also nebst Bewusstmachung, eine "Übungssache".
Wie so Vieles, in Inhalt und Umsetzung einer Achtsamkeit.

Jedoch… kein Meister ist vom Himmel gefallen!
Keiner von uns ist auf die Welt gekommen und gelaufen, hat sich eloquent ausgedrückt wie ein Erwachsener.
Letztlich ist es erneut wieder nur eine Frage des Willens…, wo ich hinwill!

Was mir jedoch aufgefallen ist…
…gebe ich ganz bewusst dieser Achtsamkeit Raum, dass ich – wie heute Thema im Beitrag – mein Gegenüber REDEN LASSE, ich hingegen SCHWEIGE…
…so muss ich mir gar keine großen Gedanken über Stress oder Zeit machen. Alles erhält durch die achtsame Begegnung eine Verlangsamung. Ja in vereinzelten Momenten schier eine Zeitlosigkeit. Eine Präsenz im Jetzt.


Weshalb nun erachte ich diese Balance auch/noch als wichtig?

Grade in der heutigen Zeit hat es sich längst manifestiert, dass unsere Sprache, unser Ausdruck sehr kompakt geworden ist.
Kompakt dahingehend, dass wir in Gedanken zumeist noch viel mehr MEINEN. Was wir letztendlich dann wirklich aussprechen, ist nur mehr eine Zusammenfassung, eine Kurzfassung dessen.
Gleichzeitig aber erwarten wir regelrecht, dass unser Gegenüber aus dieser Kurzfassung das gesamt Gemeinte von selbst erkennt. Er sozusagen halb Gedankenleser sei. Begründet auf irgendwelchen eigenen Annahmen. Und sei es nicht zuletzt die, dass uns unser Gegenüber ja schließlich schon lange genug kenne…
Tut das Gegenüber das wirklich?
Oder nicht vielmehr nur wieder eine dieser gängigen, aber mächtigen unbewussten Täuschungen unsererseits…? Auch ein Ungleichgewicht?
Ich hatte dem Thema der Erwartung… und zumeist folgenden Enttäuschung, ebenfalls schon einen Beitrag gewidmet. Die entsprechenden Hinweislinks findest Du am Ende des Beitrages.


Vermag also auch jener gedankliche Ansatz Raum zu erhalten, dass nun eine achtsame, bewusste, balancierte Gesprächsführung die Möglichkeit fördert, dass dieses erwartete "Gedankenlesen" hintangestellt, erst gar nicht verwendet wird? Dafür aber genügend Bewusstheit vorhanden ist, das vom Gegenüber Ausgesprochene mitunter zu hinterfragen?
Somit also nicht ein weiteres Denken und Handeln auf Vermutungen, Annahmen, Erwartungen bauen und stützen…, sondern auf Inhalt, Wahrheit und tatsächlich Ausgesprochenes?

Um dann vielleicht noch einen schier unbemerkten Kommentar meinerseits am Eingang zu diesem Beitrag aufzugreifen…
Was ist mit der inneren Gesprächs-Balance?

Ich würde nun fast vorausschicken wollen: Selbstgespräche sind keinesfalls irgendwie abnormal, doof oder sonst etwas! Sogar die Wissenschaft meint schon, dass dieses "Zwiegespräch mit sich selbst" sogar gut ist! Ob nun leise…, oder gar laut ausgesprochen: Es wird ausgesprochen!

Wie also läuft es denn so IN uns ab, wenn da die verschiedenen Meinungen, Kritiker, aufeinander prallen? Ist es auch nur ein einziger Sauhaufen, ein Durcheinandergequatsche…? Oder verleihen wir uns selbst hier auch die Balance, dass jeder zu Wort kommen darf, während "die Anderen" einfach nur mal den Rand halten?
Wertschätzung, Achtsamkeit also durchaus wieder einmal in erster Linie zu, für uns selbst!

Innen – so außen!

Balance


Wie nun kommt es also zu dieser Balance?
Bewusstheit hatte ich schon erwähnt. Achtsamkeit ebenso.

Was nun in dem Zuge tatsächlich auch erforderlich werden könnte, ist ein Quäntchen Mut!

MUT, eben die Klappe zu halten, sein Gegenüber SPRECHEN ZU LASSEN!  laugh

Nicht sofort hinter seinen eigenen inneren "Schützenmauern" hervorzufeuern…, selbst loszupoltern, zu unterbrechen, seinen Senf dazu zu geben…  Bevor das Gegenüber ausgesprochen hat! Nicht eigentlich auf SEIN eigenes Thema lenken zu wollen, bevor nicht das des Gegenübers besprochen ist!

Seine "Wichtigkeit" womöglich zurückzustellen.
Oh ja… dazu gehört mitunter Mut!

DAS anzunehmen, DAS auszuhalten, ist nicht jedermanns Sache!


Was mich zur heutigen "Hausaufgabe" bringt!

Die Beobachtung unseres Gesprächsverhaltens habe ich schon erwähnt. Sie wird neuerlich zum Eckpfeiler der Achtsamkeit!

Ob es nun unsere inneren Dialoge sind, die wir beobachten…, oder jene, die wir mit unseren Mitmenschen führen!
Und ich behaupte, es sind womöglich meist grade jene, wo es augenscheinlich um "belangloses Zeug" geht. Dort, wo am meisten Ungleichgewicht herrscht. Unbewusst.

Erneut lade ich ein, zu beobachten, revuepassieren zu lassen, zu notieren. Jeweils auch immer die Begleitumstände dazu. Damit es einmal sichtbar gemacht wird.
Auch erneut erbitte ich, dies nicht zu bewerten, zu be- oder verurteilen!
Es ist bereits – selbst nur eine Sekunde zuvor – geschehen! Esist menschlich. Nicht mehr änderbar.
Für die Zukunft jedoch – sehrwohl!

Es geht um die achtsame Beobachtung des Jetzt. Und die dadurch geschaffene Möglichkeit, das hinkünftige, neue Jetzt, nicht dem vorigen gleichtun zu müssen!

Erlaube Dir selbst die Achtsamkeit hinsichtlich dieser Balance in den hinkünftigen Gesprächen! Dir selbst gegenüber, Deinem Gesprächspartner gegenüber.
Vielleicht wirst Du beim Einen oder Anderen überraschte Gesichter sehen, vielleicht nur Kleinigkeiten davon in der Mimik.
Weil vielfach keiner mehr auf die Balance achtet. Weil es Gewohnheit ist, eigene Komfortzone.

Achtsamkeit ist jedoch immer ein Schritt heraus, aus dieser Komfortzone!

Mit einem sehr schönen Zitat darf ich mich für heute verabschieden und wünsche Dir viel Spaß und Erfahrung, viele Momente der Achtsamkeit…
…indem einer schweigt… und einer redet. Im Mut zur Balance!

 

"Achtsamkeit ist Gewahrsein,
dass kultiviert wird,
indem wir in andauernder und bestimmer Weise aufmerksam sind.
Mit Absicht, im gegenwärtigen Moment
und ohne Beurteilung!"

(Jon Kabat-Zinn, 2013)


In diesem Sinne…

Dein
Ernold Prinz

(Lifecoach, psycholog. Berater)

 

PS: Wer die vorherigen Beiträge nicht gelesen hat / erst jetzt "eingestiegen" ist…  Die Blogs sind gerne nachzulesen unter: https://www.das-neue-ich.com/meine-blog-insel/ … oder zusammengefasst auf der Projekt-Seite  https://www.das-neue-ich.com/projekt-achtsamkeit-im-taeglichen-umgang/

 

Bildquelle: Pixabay – Beitragsbild gesamt (C) Das Neue Ich

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