Ich gebe etwas, jemandem eine Chance…

Chance

Etwas oder jemandem eine Chance geben. Wovon sprechen wir hier?

Ich darf heute auf meine Weise erneut hinter die Kulissen blicken, hinterfragen, einem Herzgefühl, einer Erkenntnis dessen folgen, sie zum Ausdruck bringen…


Herzlich willkommen liebe Leserinnen und Leser zu diesem Beitrag!

Da es sich so zu einer Vorliebe entwickelt hat, gewissen sprachlichen Äußerungen einmal auf den Grund zu gehen, darf ich mich dieses Mal dieser Aussage, "Ich gebe etwas, jemandem eine Chance", intensiver auseinander setzen. Nicht zuletzt, weil aus dieser unscheinbaren, gar positiv gemeinten Aussage, mitunter heftiges Konfliktpotential entstehen kann!

Freilich…
…schon aus alter Gewohnheit wird dieser Satz, diese Aussage jetzt nicht außergewöhnlich scheinen. Auffallen. Aufgrund sehr langer sprachlichen Gebrauches, hat sich das halt so eingebürgert.

Aus der gängigen Verwendung nun könnte man zum Beispiel ableiten, dass diese Aussage eine durchaus positive Wirkung haben könnte. Es wird etwas, jemandem, eine Chance zu etwas gegeben. Also eine Möglichkeit für etwas, jemanden. Toll!

Als eifriger Beobachter der Sprache stoße ich hier jedoch auf Widerspruch. Im Grunde genommen auch auf absolut bewertendes Objektdenken.
Die Oberflächenstruktur dieses Satzes ist unvollständig, für mich nicht wohlgeformt. Die Verbindung zur Tiefenstruktur fehlt. Und dem will ich mich nun widmen.

Rufen wir uns also am Besten diese Aussage konkret in Erinnerung. Und um es noch wirkungsvoller zu gestalten, personifizieren wir das ganze und "untermalen" das noch mit ein bisschen "Hintergrund".

Wo wird diese Aussage sehr gerne getroffen?
Zum Beispiel in Arbeitssituationen, in Beziehungen.

"Ich gebe Dir noch eine Chance!"

Der Chef wendet sich damit an den Mitarbeiter.
Ein Partner/eine Partnerin eben an sein/ihr Gegenüber in der Beziehung.

Wenn ich diesen Satz betrachte… Was ist unstimmig, was fehlt?
Zuerst schon einmal das Wort "noch".
Aus einer sprachlichen Intuition nun würde ich ableiten, dass entweder zuvor schon zumindest eine Chance gegeben wurde. Deshalb "noch" eine. Oder es fand zumindest vorher ein Ereignis, ein Verhalten, statt, welches nicht unbedingt das erwünschte Ergebnis erbrachte.

Und damit bin ich auch schon bei dem Wort "Chance".
Was beinhaltet diese? Was ist genau damit gemeint?

Derjenige, der diese Aussage tätigt, diese "Chance" gibt, erwartet also offenbar etwas. Hat mitunter eine ziemlich genaue Vorstellung, was der Mitarbeiter, der/die PartnerIn, innerhalb dieser erfüllen soll.
Ist also letztlich dieser wohlklingende Name der "Chance" nichts anderes, als sprachliche Tarnung letztlich einzig eigener Erwartung?!
Befinden wir uns hier nicht glasklar in einem bewertenden Objektdenken? Die Chance gilt als erfüllt, wenn es meinen Vorstellungen entsprechend erledigt ist. Und die Chance ist vertan, wenn nicht. Dann hat es Konsequenzen. Der Mitarbeiter verliert mitunter seinen Job. Eine Partnerschaft geht in die Brüche.
Das ist doch Handel!
Die sogenannte Möglichkeit (Chance) zu einer Verbesserung einer Sache, Situation etc. etc….nichts Anderes, als eine Art manipulatives Korrekturdenken. Mitunter auch Wunschdenken.

Und noch so als Zusatz: Fühle mal in diese Aussage hinein…! Für mich entsteht hier auch emotionell, energetisch eine Art Ungleichgewicht. Der, der Chance gibt, erhebt sich über den Anderen. Für mich nicht Großmut… sondern ziemlich augeklügelt verschleierte Überheblichkeit. Ego.

Die vorige Aussagebeispiel nun etwas anders formuliert:
"Ich gebe dem Mitarbeiter die Chance, dass er die ihm gestellte Aufgabe zu meiner Zufriedenheit erledigt."
"Ich gebe meinem Partner/meiner Partnerin die Chance, den begangenen Fehler zu berichtigen". In gerne verwendeter "Abwandlung" dieser Aussage: "Ich gebe der Beziehung noch eine Chance".
In beiden Fällen also meiner Vorstellung zu entsprechen.

Die Tiefenstruktur des Satzes wird schon langsam sichtbar. In beiden Fällen legt es offen, dass eben etwas nicht nach meiner Vorstellung gelaufen ist.
Und als Referenz zu dieser Tiefenstruktur könnte man nun darlegen, dass hier unbewusst gewisse Glaubenssätze, Regeln, Werte, innere Landkarten, heftig am Wirken sind. Wie genau etwas zu sein oder nicht zu sein hat! Also wie die Erledigung auszuführen ist, das Ergebnis auszusehen hat. Wie die Beziehung auszusehen hat.
Letzlich diese Glaubenssätze, Regeln, inneren Landkarten, aufgrund eigenen früheren Erlebens und Fassens von Gedanken und Emotionen, entstanden sind. Gespeichert wurden…

Und jetzt kommt die große "Gegenfrage": Und was wenn nicht?!? Was wenn diese Chance also vermeintlich "verplempert" wird…???
Respektiere ich damit noch mein Gegenüber? Lasse ich damit meinem Gegenüber noch sein/ihr Ich-Sein, seine/ihre Verantwortung? Oder greife ich damit in diese ein? Bin ich hier nicht im absolut bewertenden, gar verurteilenden Objektdenken…?

Ist eine solche "Chance" womöglich eine kaschierte Hoffnung, in gewisser Weise Abgabe von eigener Verantwortung?
Ich gebe jemand anderem eine angebliche Chance… weil es einfacher ist, eigene Mängel, Glaubenssätze, Regeln, innere Landkarten, auf das Gegenüber zu projizieren. Anstelle dieses eigene Chancen-Denken einmal zu hinterfragen. Weil es leichter ist, im Falle des "Versagens" die "Schuld" dem Anderen zuzuweisen.

Im Bereich Hirnforschung gibt es einen bekannten Vertreter dieser "Zunft", Pfof. Gerald Hüther. Ich habe hier für Dich liebe(r) LeserIn einen ca. halbstündigen Vortrag von ihm, in dem er sich fachlich, jedoch verständlich zum Thema Erwartungen, eigenen Vorstellungen ausdrückt. Und diese sind eben nicht unerheblich bei der genaueren Betrachtung der vermeintlichen Chance.

Viel Wissenswertes und Interessantes mit dem Beitrag:

 

Willkommen zurück! Konnte Prof. Hüther Dir verständlich machen, wie Erwartungen, Vorstellungen und zumeist folgend Forderungen, entstehen, funktionieren und wirken? Alles also Produktion unseres Gehirns!

Ein anderes Beispiel nun:
"Ich bewerbe mich bei einer Firma und erschaffe somit die Chance auf einen Job". Auch fein.
Wovon nun wird es abhängen, ob ich den Job bekomme?
Letztlich, dass genau ich die Vorstellungen, Erwartungen des Personalers, Chefs, erfülle?
Ja oder ja?
Ist das dann letztlich wirklich Chance…? Oder auch wieder nur verdeckter Handel? Angebot (Job) und Nachfrage (Bewerbung)…

Oder noch ein anderes Beispiel:
"Das Leben bietet viele Chancen". Klingt auch sehr gebräuchlich.
Worauf zielt dies jedoch ab? Wie wären diese Chancen zu definieren?
Was sich für den Einen als "Chance" darstellt, vermag für den Anderen gar nichts zu sein.
Steht hinter dieser Äußerung, letztlich in der Tiefe also auch ein gewisses Regelwerk, eine gewisse subjektive Interpretation? Was als Chance zu werten wäre und was nicht? Erneut also Bewertung…? Sind diese vermeintlichen Chancen nicht letztlich nur ein menschliches Gedankenkonstrukt, um es bennenen, ihm einen Namen geben zu können? Ist das Leben selbst nicht derart flexibel, dass sich jede Sekunde sozusagen Chancen ergäben… wir nur zuzugreifen bräuchten…? Sind wir da wieder bei der Schöpferkraft…? Wird nicht neuerdings durch Quantenphysik, Quantenphilosophie diese "Lebenschance" beleuchtet…?

Nur mal ein Gedanke… Wenn unsere Fähgikeiten nicht nur auf unsere 5 Sinne beschränkt wären… wieviele Türen von Chance wären da tatsächlich zu sehen…?

Chance


Ich für meinen Teil, sähe mich aus erläuterten Gründen veranlasst, mit diesem Wort Chance also eher vorsichtig umzugehen.
Denn – wie oft im Sprachgebrauch – entsteht eben durch ungenaue, teils getilgte, teils verzerrte Ausdrucksweise an der Oberfläche, ein gänzlich anderer Eindruck, als er in der Tiefe vorhanden ist. Es wird über den sprachlichen Ausdruck nur mehr teilweise oder gar nicht repräsentiert, was im Inneren an Wirkmechanismen bestimmend ist.

Gingen wir nun davon aus, dass wir die eigentliche Tiefenstruktur, also eine gewisse Erwartungshaltung, zum Ausdruck bringen wollten…
…dann getraute ich mich zu behaupten, dass es in heutiger Zeit einer gewissen Offenheit, ja sogar mitunter eines gewissen Mutes bedarf! Wir kommunizieren nicht mehr miteinander! Wir reden zwar, kommunizieren aber nicht (richtig). Zumindest gehen wir mit unseren Repräsentationssystem namens "Sprache" schlampig um. Man kann nicht nicht kommunizieren.

Denn im Falle "richtiger" Anwendung der Sprache, rede ich sozusagen mit "von wegen Chance" nicht mehr um den heißen Brei herum, sondern spreche direkt meine Erwartung an. Gegebenenfalls konkretisiere ich dann sogar noch diese Erwartung, damit ein Gegenüber überhaupt in die Lage gerät, dieser Erwartung zu entsprechen. Oder aber auch die Entscheidung zu treffen, dieser nicht zu entsprechen!

Aus welchem Grund tun wir das jedoch vielfach nicht? Das klare nutzen sprachlichen Potentials, sondern Herumeiern? Weil etwa – tief in uns – unser Selbstwert angekratzt ist? Gar demontiert ist? Weil wir u.a. einer Angst aufsitzen, den Anderen womöglich zu verletzen? Und schon schließt sich ein Kreis! Wenn ich ein gesundes Selbstbewusstsein habe, kann mich nichts verletzen. Ich werde eine Aussage eines Mitmenschen nehmen, als das was sie ist: eine Aussage mit einem Inhalt. Der entweder für mich bestimmt ist… bishin, dass er eigentlich nur mein Gegenüber "spiegelt". Dessen Weltbild, dessen Emotion, Zustand etc.

Beispiel: Mein Gegenüber bezeichnet mit verbal als "Arschloch". Na dann ist doch wohl klar, was hier grade läuft. Ich habe etwas in diesem Menschen getriggert, er gerät in Wut, beschimpft mich. Bin ich nun nicht selbstbewusst… dann wird dieses "Arschloch" meinerseits meinen gefühlten Minderwert triggern. Ich werde mich verletzt fühlen. Der Andere hat nur etwas gesagt. Buchstaben aneinander gereiht. Der Schmerz in mir, der berührt wird, ist schon da. Erschaffen irgendwann von mir selbst. Er, das Gegenüber hat diesen nur unbewusst wahrgenommen und seine Finge in diese Wunde gelegt. Bin ich mir meiner selbst bewusst (bitte nicht mit Ego verwechseln!!!), ist da keine Wunde, die in Resonanz gehen kann… dann bleiben dies nur aneinander gereihte Buchstaben.

 

So… genug dieses kleinen inhaltlichen Ausrittes… wink
Erwarten kann ich also alle Nase lang. Für mich. Wie ich lustig bin.
Ein Gegenüber darf jedoch für sich entscheiden, ob er/sie dem folgen wird bzw. will.
Es wäre reine Überschreitung von eigener Verantwortung, davon auszugehen, dass mein Gegenüber aufgrund meiner Vorstellungen, Glaubenssätze, Werte und Regeln, zu irgend etwas verpflichtet wäre!

Noch einmal in die Praxis…

Was würdest Du, liebe Leserin, lieber Leser, nun von folgendem Satz halten:

"Ich gebe Dir die Chance, über meine Worte nachzudenken"

Selbst wenn ich das Wort "Chance"… auf "Gelegenheit, Möglichkeit" austauschte… irgendwie bleibt da so ein schaler Nachgeschmack, oder…?  wink

 

Ich würde die Sache mit der Chance nun zusammenfassen wollen:

Wir alle wurden ausnahmslos, von Geburt an (und sogar schon davor), einer gewissen Anpassung unterzogen. Vielfach begannen wir aufgrund verschiedener Erlebnisse, Erfahrungen, dazu entstandener Emotionen… unsere inneren Werte, Glaubensätze, inneren Landkarten, Lebensskripten, zu schaffen, nach denen sich unser Leben nahezu vollautomatisiert richtet. Eine in dem Sinne nicht 100 %ig vorteilhafte Funktion des Gehirns regelt, dass durch diese "Vollautomatisierung" nun auch ständig "Suchaufträge" laufen, um eine Bestätigung für dieses Wertedenken, diese Landkarten zu bekommen. Unbewusst wird unser eigenes Verhalten (!) dahingehend gesteuert, dass alles drauf hinausläuft, eine Bestätigung zu erhalten, ja gar zu provozieren. Damit wir dann sagen können: "Na bitte, ich habe doch Recht gehabt".  Es geht schon beinah in die sogenannte selbsterfüllende Prophezeihung. Oder wie wir es eher schon gehört haben: Was und wie wir denken, lenken… oder erschaffen wir!

Erkennen wir aber diese mitunter fatale Einstellung? Wir suchen unbewusst gradezu danach, werden zu gedanklichen und emotionalen Wiederkäuern! Versperren uns selbst den Weg auf Veränderung. Leben. Und wundern uns aber dann, wenn´s früher oder später… immer und immer wieder knallt!

Recht gehabt. Ja. Subjektiv haben wir das. Unsere inneren Regeln, Werte, Landkarten wurden bestätigt. Und im Grunde ist es völlig legitim das zu tun. Es obliegt jedem von uns, unserer jeweiligen Verantwortung. Wir dürfen das für uns Leben. Für uns umsetzen.

Heikel könnte die Sache nun aber doch werden, wenn wir genau in jene Resonanz mit anderen Menschen gehen. Denn was für mich wichtig, richtig ist… muss es für mein Gegenüber noch lange nicht sein! Von der sogenannten Wahrnehmung angefangen, bishin über die Verschiedenen Repräsentationssysteme des Wahrgenommenen. Letzlich bis zur Werte-/Regel-/Gedankenschaffung und Verankerung. dem Ausleben derer.

Freilich…. da kommen nun spätestens jetzt solche Arrangements namens "Kompromiss" ins Spiel. Vereinbarungen also, wo zumindest zwei oder mehrere ein Arrangement treffen, zumindest ein wenig von eigener Wertvorstellung abzurücken, mögliche Gemeinsamkeiten zu finden oder schaffen…  Es ist halt immer so eine Sache mit dem Kompromiss.

Kompromiss hat für mich so die Beutung… Ich mache etwas, was ich aber letzten Endes doch nicht will. Aber es soll, muss halt sein, um dies oder jenes zu ermöglichen. Also faule Lösung. Innere Offenheit fehlt, Festhalten an vermeintlich Beständigem wird sichtbar.

Wenn ich mir nun jedoch erlaube, jede Situation neu zu "beurteilen" und nicht stur inneren Werten, Landkarten, Glaubenssätzen, zu folgen… Wenn ich für mich erkennen darf, dass eine Änderung dieser Dinge dem Jetzt viel zuträglicher ist… Dann ist nichts Faules mehr daran. Dann benötige ich auch keinen Kompromiss, sondern bin im Sein. Schwinge im Lebensrythmus ständiger Veränderung, Feinjustierung, mit. Dann lebe ich das!

Vielleicht wird jetzt für den einen oder anderen erneut sichtbar, wie fragil diese Verbindungen zwischen Menschen sind! Zudem sind wir ja auch nicht jeden einzelnen Tag gleich gut drauf. Wir sind keine Maschinen, die haargenau dem Eingegebenen folgen. Stump jeden der 365 Tage im Jahr.

Selbstverständlich ist es hier wieder eine geniale Eigenschaft des Gehirns, dass wir auch diese Werte, Grundsatzgedanken, unser oft gesamtes Verhalten, Wissen, einer unbewussten Automation unterworfen hat. Ganze Lebensskripten erschaffen hat. Stellen wir uns vor, dass wir jeden Tag immer und immer wieder, alles erneut erst zu einem Lebensprozess zusammensuchen und -stöpseln müssten!

Und hier schließe ich jedoch den Kreis! Das Gehirn automatisiert zwar…

JEDOCH… es hat ein Hintertürchen offen gelassen! Wir haben die Möglichkeit – jede Minute unseres Lebens – diese Werte, Grundsatzgedanken, Glaubenssätze, inneren Landkarten, u.v.m…. auf ihre "Richtigkeit" zu prüfen!

Nur weil wir sie unter Umständen abänderten, hieße das niemals, dass wir z.B. "wankelmütig" wären. Das entspränge nur unreifen Geistes. Der Begriff "Kompromiss" verlöre für mich dann seinen schalen Beigeschmack einer faulen Lösung. Ich – nach meinem Gefühl – lebte dann am Puls des Lebens. Lebte ein Sein!

Selbstverständlich dürfen wir auch Werte beibehalten! Für uns! Einzig, so weit die Nasenspitze reicht!

Wir dürfen allerdings damit aufhören, von Anderen zu erwarten! Zu erwarten, dass diese jenes innere Wertesystem (unbedingt) teilen! Wir dürfen aufhören, mit diesem in Chance(n) denken. Solche Aussagen, wie "Ich dachte, Du verstehst das"… dürfen aufhören! Ja… ich darf das für mich denken. So oft und so lange ich will! Aber damit endet es auch. Es ist eine Überschreitung eigener Verantwortung, für den Anderen sozusagen mitzudenken! Dem Gegenüber meine eigene Vorstellung, Erwartung (dass dieser "das" versteht) aufzubürden!

Ich als "Sprachanalyst" würde zudem hier schon wieder im Sinne einer sprachlichen Deformation (Unvollständigkeit) nachhaken: Was ist "das", was das Gegenüber verstehen soll?!? Dieses "das" hat in keiner Weise Bezug, lässt höchstens Vermutungen zu. Ist also ganz klar Tilgung, wenn nicht gar Verzerrung der Tiefenstruktur, die eigentlich dahintersteht. Jene, die erklären würde, welches Wertedenken, welche Regeln letztlich als Referenz dienten.

Wir dürfen sehrwohl mit anderen Menschen über unsere Vorstellungen, Erwartungen sprechen. Ja wir sollten dies sogar ganz klar tun! Eben jeweils immer auf die einzelne Situation bezogen erforschen, ob wir vielleicht Gemeinsamkeiten finden. Diese dann leben, praktizieren können. Und selbst hier darf diese allfällige Übereinstimmung immer wieder geprüft und ggf. erneuert werden. Und nicht einfach festlegen: weil´s einmal so war/ist, ist es jetzt auf unbestimmte Zeit so. Nicht innerhalb von Jahreszeiträumen, ja nicht einmal innerhalb von Minutenzeiträumen!

Es ist doch letztlich, genau JETZT… in diesem Moment, wo Du dies liest, auch so!

Ich spreche mit Dir über meine Gedanken, mein momentanes inneres Bild, meine Landkarte. Präsentiere Dir diese in Form dieses Blogs.

Spreche ich nun davon, dass ich Dir eine Chance gebe, meinen Gedanken zu folgen, diese womöglich zu übernehmen, damit Du am Ende gleich denkst und fühlst?

Oder stelle ich die Gedanken in den Raum, stelle sie Dir als Leser vor. Punkt. Bin gleich einem Echolot, das "Pings" aussendet, um seine Umwelt zu erkunden. Auf die Resonanz achtet.

Und überlasse es nun zu 1000% rein Dir, ob überhaupt… und inwieweit Du Deine inneren Werte, Landkarten in diesem Moment überprüftst, vielleicht sogar änderst… oder einfach weiterhin Deine Chance an Mitmenschen verteilst…

Es geht letztlich nicht um das Bewerten, das Be- oder gar Verurteilen dieses Chance geben, dieses Erwartungen erfüllt sehen Wollen. Dies stünde mir auch niemals zu. Es geht vielmehr ums Bewusstmachen! Hinzusehen, hineinzufühlen.

Eröffnet das Leben nicht ständig Chancen, Möglichkeiten, Gelegenheiten… wie auch immer man dies nun in der sprachlichen Beschränktheit bennenen will…?

Doch: hat das Leben Erwartungen? Oder geschiet dieses einfach…?

 

Worin liegt die Chance? Ist Leben ein vorher einstudierter Dialog, mit einstudierten Handlungen. Jeder, der Inhalt des Theaterspielens, Konzepte von Theatergestaltung kennen würde, kann also genau erwarten, was als nächstes zu kommen hat…

Oder ist Leben vielmehr wie absolut pures Improvisationstheater, bei dem sich jede Zukunft einzig aus dem momentanen Jetzt ergibt? Keine Planung, kein Konzept. Hinstellen ins Leben und Tun… Jede einzelne Milisekunde…


Im Sinne einer täglichen Achtsamkeit, darf ich Dich nun jedoch gerne einladen, dieser Tage einmal darauf zu achten, in welchen Situationen… und wie oft, Du etwas, jemandem eine sogenannte Chance gibst. Sei es nun verbal ausgesprochen… oder "nur" in Gedanken!

Chance

Ich möchte Dich einladen, motivieren, inspirieren, diese jene "Seifenblasen", in denen sich unser jeweiliges Leben abspielt, teils beschränkt… zum Platzen zu bringen. Hinauszutreten ins Leben…
Möglicherweise entdeckst Du für Dich auch jene gewisse Muster einer Erwartungshaltung.

In diesem Sinne noch viel Spaß beim Entdecken und eine "chancenreiche" Woche… laugh

Euer
Ernold Prinz

(Lifecoach, psycholog. Berater (i.A.), Sachbuchautor)

 

PS: Wer die Achtsamkeits-Beiträge nicht gelesen hat / erst jetzt "eingestiegen" ist…  Die Blogs sind gerne nachzulesen,zusammengefasst auf der Projekt-Seite  https://www.das-neue-ich.com/projekt-achtsamkeit-im-taeglichen-umgang/

PS: Ein Direktlink zu meinem neuen Buch: Informations- und Kaufseite zur Verlagsseite von Tao.de

Bildquelle: Pixabay – Beitragsbild gesamt (C) Das Neue Ich

Die Schuldfrage

Schuldfrage

Die Schuldfrage
Wie oft im Leben tragen oder übernehmen wir für etwas Schuld…?

Herzlich willkommen liebe Freunde und LeserInnen!

Angestoßen durch einen kürzlichen Post auf bekannter Plattform und einer anschließenden Darlegung des bekannten Autors, möchte ich heute selbst dieses Thema aufgreifen bzw. Hinterfragen.

Es ging konkret um "die Schuld des Mannes"
Um die Vorstellung, dass die Männer über Millionen von Jahren hinweg darauf getrimmt worden seien, zu kämpfen und zu erobern. In all diesen Zeiten seien die Männer dafür belohnt worden mit den schönsten Frauen, Reichtum, Ruhm. Dann irgendwann habe sich das Blatt wohl gewendet und Männer seien auf die Anklagebank gerückt worden. Schuldig für die Kriege dieser Welt, die Ausbeutung des Planeten, die Unterdrückung der Frauen, die Unerfülltheit der Frau, das Versagen der Kinder.
Der Spot läge nun auf den Männern, es bräuchte jedoch keine Feministinnen, Mütter oder Geliebte, um zu wissen, dass die Männer schuldig seien.

Es gäbe nach bisherigen Erfahrungen nicht einen Mann, der nicht – zumindest zuletzt in einem Zweiaugengespräch – zugegeben hätte, dass er sich offen oder insgeheim, schuldig fühlte. Der Autor sprach davon, dass Männer nicht schuldig seien, aber viele sich schuldig fühlten, sich deshalb unterwürfig verhielten oder gegenteilig protestierten.
Wie gingen Männer nun mit der Schuld um? Ignorierten die Männer weiterhin trotzig ihren Anteil an der Weltgeschichte, knickten sich wehleidig ein und fühlten sich mies? Ließen sie sich von unbewussten Schuldgefühlen kastrieren und richteten sich nicht mehr zu vollen Größe auf? Oder übernähmen sie Verantwortung für deren Shit, vergäben sich und holten sich Kraft zurück?

In einem ergänzenden Statement des Autors wurde dann noch ausgeführt, dass er das Wort "Schuld" bewusst, vor allem aufgrund seiner zumeist negativen Assoziationen gewählt hätte. Zum Anderen, weil es auch eine "gute Schuld" gäbe, wenn Man(n) und Frau für etwas bewusst Verantwortung übernähme. Diese "gute Schuld" machte nicht klein, sondern ermächtigte.
Beispiel: Wenn man einem anderen Menschen Geld schuldete, sei dies kein Grund, sich mies zu fühlen, sondern integer, diese Schuld zu begleichen. Ich wäre jedoch versucht, hinsichtlich Schuldfrage hier "Unterscheidungen zu treffen. Wenn ich Geld schulde, welches ich mir ausgeliehen habe, dann ist dies ein sachliches Geschäft. Punkt. Wenn ich jedoch z.B. jemanden absichtlich verletze, dann wird hinsichtlich Schuldfrage hier ein "Verschulden" eher diese Schuld benennen. Der Vergleich hinkt also dezent.

Er führt auch an, dass frühere Indianerstämme und deren Perspektive, zum Thema Verantwortung immer sieben Generationen zurück und sieben nach vorne zu denken, er selbst sehr schätze.
Er fühle somit als Mann und Mensch eine tiefe Verantwortung, es besser zu machen. Das sei er denen, die lebten und denen, die noch kämen, sehr gern schuldig.
(Jeder mag natürlich für sich halten, wie er/sie es selbst für richtig halte).

 

Dies stand also als Thema / Aussage im Raum.

Und wer mich mittlerweile kennt, könnte erahnen, dass ich das – jetzt rein für mich – so nicht stehenlassen kann. laugh

Selbstverständlich – auch ich möchte eindringlich festhalten: Jeder darf für sich denken und annehmen, was er/sie will! Jeder trägt seine "Verantwortung"!


Nun…
…zur Aussage also meine Gedanken:

Da es in einem folgenden Kommentar dann aufgeworfen wurde…  "Schuld" hat für mich eine bestimmte Bedeutung.

Gerne darf ich dazu einmal die hinlängliche Definition darstellen… bzw. sie im Folgenden der einer Verantwortung gegenüberstellen, um zu verdeutllichen:

"Schuld oder Verschulden steht für:
    Schuld (Ethik), verschiedene ethisch-philosophische Begriffe
    Schuld (Strafrecht), im Strafrecht Deutschlands die Vorwerfbarkeit einer Straftat
    Verschulden, Vorwerfbarkeit eines zivilrechtlichen Delikts
    Verschuldung, der Prozess des Schuldenwachstums
    Schuld (Privatrecht), Leistungspflicht des Schuldners
    Schulden, speziell monetäre Rückzahlungsverpflichtungen
    Schuldgefühl (Psychologie), bewusste oder unbewusste Überzeugung, etwas Falsches getan zu haben
    im religiösen Verständnis der abrahamitischen Religionen die Verpflichtung vor ihrem Gott, siehe Sünde"
(Quelle: Wikipedia)


Zuerst also zum Text des Autors, bezüglich Schuld…

Ich denke, die Geschichte hat dahingehend ausreichend Beispiele aufgezeigt, dass in der Tat der Mann die Rolle des "Kriegers", Kämpfers u. dgl. trug.
Um dieses Thema auszureizen, könnte man vermutlich in der bisherig festgelegten Entwicklungsgeschehen (z.B. nach Darvin) zurückgehen bis zum "Anfang"… ständig wurde der Mann als das "starke Geschlecht" über diverse Handlungen im Außen definiert.
Es gibt somit – alleine schon aufgrund der gesetzten Handlungen – wenig bis gar nichts zu bestreiten, ignorieren etc.

Auch wurde der Begriff "Schuld" schon seit Äonen von gewissen Menschen dazu benutzt, um klein zu halten, zu begrenzen, zu nötigen, ja teils sogar um sie zu "vernichten", u.v.m.

Ob es nun im Sinne einer Schuld bzw. den "vorauseillenden Taten" derjenigen zuzuordnen sei, dass aufgrund dieser Handlungen im Außen, den Männern nun die schönsten Frauen, Reichtum und Ruhm zugefallen wären…
Mein erster Impuls geht nun dahin: "Und sie lebten glücklich und zufrieden…"

Zum Einen beinhaltet für mich diese Aussage eine erhebliche Verallgemeinerung. Denn ALLE Männer waren davon wohl eher kaum betroffen. Sondern nur jene, die sich wohl besonders gut in Szene setzten. Ist das im Heute aber im Grunde genommen anders?

Worauf sich dies begründen mag… z.B. über besondere Rücksichtslosigkeit… das überlasse ich jedermans eigener Fantasie. Eine festgehaltene Geschichte berichtet – meiner Erkenntnis nach – nur immer von Jenen, die sich in irgendeiner Weise "besonders" hervorgetan haben. Wer aber spricht von den Milliarden von Menschen, die ihr Leben lebten. Sich nie irgendwo großartig hervortaten, es gar nicht konnten? Jene, die schweigend die bestehenden Vorgaben einer Gesellschaft mittrugen, teils unter dem ständigen "Damokles-Schwert", bei Nichtbefolgung selbst Repressalien ausgesetzt zu sein? Was mit jenen, die zur Not im Geheimen "anders" lebten…?

Ich stelle dem jedoch entgegen, dass es dazu – ganz im Sinne einer Polarität – wohl auch hier zwei Seiten benötigte: Jene, die sich präsentieren, die Vorgaben aufstellen… und jene, die diesen folgten, sie anhimmelten, verehrten, … was auch immer. Zu Begehrtheit, Ruhm etc. verhalfen. Niemand wird ohne "Hilfe" "berühmt". Zum vermeintlichen "Helden"…

Die Aussage nun, dass es – zusammengefasst – nun Frauen dazu benötigte, um den Männern die Schuld "dafür" (vermutlich bezogen auf Bereiche wie "Unterdrückung der Frau") zu verdeutlichen…
Das wiederum nun befremdet mich zutiefst.
Ja… es gab Protestbewegungen der Frauen, um diverse Normen, Regeln zu ändern, aufzuheben.
Einerseits nun, sähe ich mich – fokussiert einzig auf meine Verantwortung, auf mein Leben, auf mein Jetzt – in keiner Weise veranlasst, mir diesen Schuh anzuziehen, für vergangene Generationen Schuld zu übernehmen!
Zum Anderen könnte jede Frau… ja bishin zum lieben Gott persönlich, vor mir stehen und mir etwas von einer Schuld erzählen wollen. Wenn ich selbst nicht bereit wäre, mir diese anheften zu lassen.
Ich könnte somit Zweiaugengespräche führen, soviel ich will… aus den tiefsten Tiefen meines Inneren heraus kann ich keine Schuld entdecken oder fühlen.

Ich – für mich selbst – benötige im Heute keine Frau, die mir aufzeigt, dass sie z.B. "gleichwertig" sei (ich mag diesen Ausdruck so gar nicht…). Ich benötige keine Frau, um in mir Anerkennung zu schaffen. Das alles "funktioniert" aus einer inneren Offenheit "von selbst" heraus. Und grade deshalb: weshalb sollte ich mich also mit einer Schuld der Vergangenheit beladen?
Heute ist mein Ist. Heute ist meine Gelegenheit. Nicht gestern. Nicht morgen.

Das, was zu früherer Zeit geschah, von früheren Generationen gelebt wurde, war deren Ding. Deren "Verantwortlichkeit".
Ob dies aus heutiger Zeit "richtig" war, oder "falsch"… stünde es mir wirklich zu, dies zu be- oder verurteilen?

Vor allem gibt es dazu ja bekannte Sprüche: "Im Nachhinein ist gut reden!", "Mit voller Hose ist gut stinken!" NACH einem Geschehen behauptet man sich immer gerne schlauer. IN der jeweiligen Begebenheit im damals aber… da war man einen freuchten Kehricht schlauer. Wäre man es dortmals schon gewesen, dann wäre es auch anders gelaufen. Ist es aber nicht. Der "armseelige" menschliche Geist konstruiert sich in seiner Ängstlichkeit nur höchst gerne eine passende Rechtfertigung, um mit dem Geschehen irgendwie zurande zu kommen!

Bevor man nun über mich richtete… ein doch noch immer emotionell sehr aktives Beispiel:
WW II – WordWar II – ein Typ wie Hitler, seine Schergen und deren Tun. Samt denen, die ebenso Gräueltaten in der sogenannten Gegenwehr begingen…
Aus einem menschlichen Verständnis ist alles, was einer Unterdrückung, einer Zerstörung von Leben… insgesamt was Eingriff in anderer Menschen Verantwortung und Recht geht, für mich "falsch". Aus einem mir geschenkten Bewusstsein.
Ich kann… und werde diese Taten niemals gutheißen!

Worauf ich jedoch hinaus will: Soll ich mir zum Beispiel jetzt "die Schuld der Männer" auflasten von Männern, die vor mir gelebt haben? Gibt es tatsächlich eine Generationenhaftung? Sippenhaftung?
Trage ich "Schuld" an dem, dass man in einem damaligen römischen Reich, geführt von Männern, einen Mann namens Jesus an ein Kreuz nagelte? Ein dahingehended propagierte Glaube möchte mir dies vielleicht (zumindest indirekt) gerne einreden. Ist aber nicht!

Habe ich "Schuld" zu tragen am Verhalten Steinzeitmenschen, wo Männer bereits begannen, sich um Besitz, mit Steinkeulen die Schädel einzuschlagen? Wie weit geht es zurück?
Und im Gegenzug: Nehme ich das Jetzt, das Heute…: Wäre ich je mit Schuld zu bedenken, für Handlungen, die zum Beispiel mein Bruder setzte?
Oder gar in einer Zukunft? Bin ich schuldig für das, was zum Beispiel mein Sohn irgendwann täte…? Ist das tatsächlich so?

Und liebe Damen, Frauen in meiner Leserrunde…  Nehmt mir folgendes Statement nun bitte in keiner Weise übel!
Aber… trugen Frauen denn – seit Anbeginn – nicht ihre Art von Kriegen aus? Vielleicht gänzlich anders, viel leiser, geführt…?
Wollt Ihr Euch deshalb nun die Schuld derer aufbürden, die vor Euch waren?

Wäre diese Thematik dann in einer eigenartigen Weise, definitiv Abschiebung von Verantwortung?
Weil "DIE" so waren, dachten, handelten…
Was uns selbst betrifft: Wäre mein Vater zum Beispiel noch so ein "kleiner Patriarch" gewesen, hätte das so gelebt… Wäre ich nun schuldig, für sein Verhalten? Selbst wenn ich dieses im Heute 1:1 auch so auslebte?
Oder bin ich vielmehr einzig dafür verantwortlich (nicht schuldig), was ich in meinem Leben tue…?

 

Zur Verantwortung, Verantwortlichkeit

Als Ergänzung zur Definition Schuld, hier folgender Eintrag:
"Schuld als Verantwortlichkeit
Schuld wird der folgend beschriebene Zustand genannt: wenn jemand für einen Verstoß gegen eine durch sittliche, ethisch-moralische oder gesetzliche Wertvorstellung gesetzte Norm verantwortlich ist. Beispielsweise kann dies der absichtliche Verstoß gegen ein Verbot (zum Beispiel Diebstahl) oder auch der fahrlässige Verstoß gegen ein Verbot (zum Beispiel Fahrlässige Tötung) sein. In der Regel wird davon ausgegangen, dass nur eine einzelne Person für ihre Schuld einzustehen hat und ihr die Schuld anderer nicht zurechenbar ist. So werden die Vererbbarkeit von Schuld und das Einstehenmüssen einer Gruppe für die Schuld anderer (Kollektivschuld, Sippenhaft) häufig abgelehnt. Schuld ist demnach höchstpersönlich.

Als Voraussetzung für Schuld wird meist angenommen, dass der Schuldige die Wahlmöglichkeit hatte, die als schlecht definierte Tat zu unterlassen. In der Philosophie wird die Schuldfähigkeit deshalb oft auf die Willensfreiheit zurückgeführt. Nach der Theorie des Determinismus, welche bei rückschauender Betrachtung das Handeln des Menschen in anlage- und umweltbedingten Bestimmungskräften begründet sieht, ist in Ermangelung der Fähigkeit des Menschen, sich frei zwischen Gut und Böse zu entscheiden, dem Schuldprinzip der Boden entzogen."
(Quelle: Wikipedia)

Im ersten Absatz wird also angenommen, dass Schuld über den Begriff "Übernahme der Verantwortung" entstünde, wenn Verstöße gegen Wertvorstellungen, Normen etc. stattfänden. Auch, dass Schuld nicht vererblich sei.

Im zweiten Absatz wird hier etwas aufgeführt, was wir auch durch unser tägliches Leben mühen: die vermeintliche Wahlmöglichkeit!
Doch… bei genauerem Hinsehen…  WANN genau entsteht immer dieser Eindruck der angeblichen Wahlmöglichkeit?
Im Nachhinein!
Wir alle erkennen erneut den bekannten Spruch: "Im Nachhinein ist man immer schlauer"
Zum Zeitpunkt des Geschehens besteht keine wirkliche Wahlmöglichkeit. Dies ist so gesehen eine Fiktion des Geistes!
Nein etwa?

Na dann lasst uns mal etwas versuchen:
Wir haben Hunger.
Worauf basieren wir nun die Entscheidung, Wahl über Möglichkeiten, ob wir uns bloß ein Sandwich in den Hals wringen… oder ob wir eine heiße Mahlzeit zu uns nehmen?

Über Aufwand etwa? Über den Faktor Zeit? Oder über eine Lust, einen Gusto?

So.
Aufwand wäre nun eine logische Darstellung von in Kauf zu nehmenden Tätigkeiten, welche sich in beiden "Angeboten" zugegeben unterscheiden.
Ist es aber tatsächlich eine Entscheidung, die möglicherweise Schuld nach sich zieht?
Zeit. Ein menschliches Konstrukt, um sich im Leben zu orientieren. Kennt Leben tatsächlich Zeit?
Oder weshalb gehen soviele Diskussionen, Annahmen mittlerweile dahin, dass die Welt, das Universum, das Leben "allzeitlich", vielmehr ein IST sei?
Was ist Lust oder Gusto? Wird dies einzig von chemischen Reaktionen im Körper gesteuert – wie sehr hätten wir darauf bewusst Einfluss? Oder ist es doch dann eine Laune der Natur, des Lebens? Eine Schuld?

Ist die Entscheidung also… ganz an der Basis… einzig eine Ausrichtung nach menschlich geschaffenen "Parametern", anhand derer wir uns durchs Leben hangeln…? Oder träfe das Leben an und in sich neuerdings tatsächlich Entscheidungen, anstelle uns niemals nachvollziehbarer "höherer Gesetze" zu folgen…?

Erneut nun sähe ich mich veranlasst, das Beispiel mit dem 2. Weltkrieg heranzuziehen.
Was geschehen ist, ist geschehen.
Wie schon – hoffentlich deutlich genug – ausgedrückt: Abscheuliche Dinge geschahen und sind in keiner Weise gutzuheißen oder zu ignorieren!
Doch wie sehr leben wir heute noch in dem Gedanken, dass wir durch damalige Generationen und deren Handlungen/Unterlassungen noch immer Schuld trügen…?!?
Wie sehr nehmen viele dies zum Anlass, uns dies heute immer und immer wieder vorzuwerfen, zu fordern? Uns dieser "Schuld" bewusst zu werden und noch heute dafür zu "büßen"?

Ich würde an dieser Stelle auch deutlich abgrenzen wollen, zu manchen Geschehen im Heute. Grade zum Beispiel auffällig im politisch (ultra-)rechten Bereich.
Wo gewisses Gedankengut aus eherner Zeit nach wie vor hochgehalten wird. ("Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht wirklich, was sie da tun oder hochhalten! Hätten sie´´s selbst miterleben, darunter "leiden" müssen, würden sie´s vermutlich nicht mehr hochhalten")
Tragen diese Menschen automatisch Schuld früherer Generationen?
Oder einzig Verantwortung für das Jetzt und Heute…?


Und damit möchte ich noch kurz eingehen auf den im Beitrag des Autors eingeworfenen Begriff "Verantwortung".

Ich nämlich hatte eingeworfen, dass ich zwischen Schuld und Verantwortung klar unterscheide.
Und ich in Beziehungen zwischen Menschen niemals eine Schuld, sondern einzig eigene Verantwortung sehe.

Ich selbst kann mit dem Ausdruck einer "positiven Schuld" nichts anfangen.
Selbst wenn ich auf das Beispiel mit dem ausgeliehenen Geld zurückgriffe…

Ich habe mir Geld geliehen, Schulde also dem Verleiher dieses zurück. Mit oder ohne Leihzins.
Das ist eine sachliche Feststellung. Ein Geschäft, ein Handel. Eine Sache.
Ich erkenne darin keinerlei emotionale Verknüpfung.

Der Autor erwähnt ja nun, dass man sich dabei mies fühlte…
Kommt dieses "sich mies fühlen" nun tatsächlich aus einer "Schuldfrage" heraus…? Oder entspringt es vielmehr der in dem Sinn unangenehmen Situation, dass ich eben Geld ausleihen muss, zusätzlichen "Aufwand" betreiben muss, um dieses Geld wieder zurückzuführen? Meinen Allerwertesten also zusätzlich bewegen muss, oder auf manche Dinge verzichten muss…? Oder ist es der gesellschaftliche Makel, den man sich mit einer Geldschuld "aufbürdet"?
Wenn ich mich selbst durch "sorgloses Leben" in eine solche Situation gebracht habe, bin ich dann selbst "Schuld"? Schulde ich mir selbst etwas? Oder bin ich verantwortlich?

Was nun, wenn ich durch ein gewisses Geschehen in einen Schlamassel rutsche? Ja – im Sinne einer Resonanz könnte man nun diskutieren, inwieweit ich nicht dennoch einen Anteil am Geschehen hätte…
Jedoch wenn ich dann nun z.B. Geld ausleihen muss, um die Sache zu bereinigen… stehe ich tatsächlich in einer Schuld im emotionalen Sinn… oder einfach nur in Form eines Geldgeschäftes (Kredit), eines Handels…?


Und wie sieht das dann in Beziehungen aus?
Je enger, persönlicher… desto bedeutsamer.

Stehe ich z.B. zu meiner Partnerin, Frau… in einer Schuld…??? Womöglich aufgrund eines Gesetzes, eines Vertrages???
Stehe ich dadurch in einer Verpflichtung zu ihr? Und sei es nur unter der Annahme, sie glücklich zu machen?
Wodurch begründete sich diese Schuldfrage?
Etwa durch den benannten Ehevertrag, ein Ehegesetz… oder letztlich durch das Zusammenleben?
Lebe ich hier eine Beziehung irgendeiner menschengeschaffenen Schuldfrage – also letztlich eines ständigen Handels… oder eines Respektes, der Wertschätzung, des Lebensgeschenkes?

 

Wenn ich mir eine Definition der oftmals zitierten Verantwortung durchlese, dann beschleicht mich auch hier ein teils sehr flaues Gefühl. Denn nicht zuletzt wird diese Verantwortung dann einer zuvor zu erfüllenden Pflicht zugeordnet!

"Der Begriff der Verantwortung bezeichnet nach verbreiteter Auffassung, die Zuschreibung einer Pflicht zu einer handelnden Person oder Personengruppe (Subjekt), gegenüber einer anderen Person oder Personengruppe (Objekt), aufgrund eines normativen Anspruchs, der durch eine Instanz eingefordert werden kann.

Handlungen und ihre Folgen können je nach gesellschaftlicher Praxis und Wertesystem für den Verantwortlichen zu Konsequenzen wie Lob und Tadel, Belohnung, Bestrafung oder Forderungen nach Ersatzleistungen führen. Die Beziehung (Relation) zwischen den beteiligten Akteuren knüpft am Ergebnis des Handelns an.

Die der Verantwortung zugrunde liegenden gesellschaftlichen Normen können einen rechtlichen, religiösen, weltanschaulichen oder moralischen Ursprung haben. Die Verantwortung kann aber auch auf einem selbst gewählten Ideal als einer nur individuell gültigen Norm beruhen. Allerdings ist auch in diesem Fall der Anspruch an Wirkungen gegenüber anderen Personen oder Institutionen gebunden. Denn nur unter Einbeziehung der Mitwelt ergibt der Begriff der Verantwortung einen Sinn.[4] In jedem Fall setzt die Zuschreibung von Verantwortung die Annahme einer Handlungsfreiheit und eines wirksamen Einflusses des Handelnden auf das Handlungsergebnis voraus. Ob und in welchem Maß eine solche Selbstbestimmung gegeben ist, ist umstritten und wird in der Philosophie des Geistes kritisch diskutiert. Indem Verantwortung Rechtfertigung herausfordert, ist sie an das Vorbringen von Begründungen und die Vernunft der Beteiligten gebunden.[5] Durch ihre Orientierung an Normen und Wertungen ist Verantwortung auch ein ethisches Thema.

Wenn einer Person die Verantwortung für eine bestimmte Aufgabe oder dauerhafte Aufgabenstellung zugewiesen ist, dann wird von Verantwortlichkeit gesprochen. Während die Grundrelation des Konzepts der Verantwortung – jemand ist verantwortlich für etwas vor jemandem – wenig umstritten ist, besteht über die Ausgestaltung der einzelnen Dimensionen des Begriffs eine Vielzahl von Meinungen. Je nach Anwendungsbereich (etwa in Politik, Ökonomie, Recht, Psychologie) wird dem Begriff ein besonderer Inhalt zugewiesen. Dies gilt sowohl für den Umfang der Zuständigkeit als auch für die Gültigkeit der Normen, aufgrund deren Verantwortung zugeschrieben wird."
(Quelle: Wikipedia)

Auch hier in dieser Definition zu einem offensichtlich umstrittenen Thema, taucht wiederholt der Begriff "Handel" auf.
Ist unser Leben bzw. dessen Inhalt also in gewisser Weise immer eine Form von "Handel"…?

Was mir weiters aufstößt: Hier wird von Subjekt und Objekt gesprochen. Wir sind mit dieser Definition… um gemäß einem Handeln wohl tierisch im Objektdenken und -Handeln verhaftet. Geht es aber letztlich nicht um Menschen??? Hallooooo???  Sind wir schon so derart tief im Objektdenken=

Sind Begriffe, Definitionen, wie Schuld, Verantwortung letztlich also nur schier verzweifelte Versuche, Dinge, die mitunter auf breiterer (höherer) Ebene nicht beschreibbar sind, beschreibbar, festlegbar, zu machen?

Für mich selbst rückt dieser Begriff "Schuld" immer mehr aus dem existierenden Vokabular.
Auch hinsichtlich dem Begriff "Verantwortung" sähe ich immer weniger eine Pflicht. Es verändert sich seit geraumer Zeit zur Aufgabe… oder nochmehr zum Geschenk, dass ich an das Leben machen kann und möchte.

Eine wichtige Sache in diesem Zusammenhang allerdings…
Wenn von Schuld, der Schuldfrage, gesprochen wird, taucht nicht selten dann die Thematik der "Verzeihung", "Vergebung" auf.
Auch oft verwendet, eingesetzt im täglichen Treiben.
Doch würde ich mal den folgenden Gedanken zur Überlegung in den Raum stellen wollen:
Bedingte diese Verzeihung, Vergebung in gewisser Weise nicht, dass ich den anderen damit zum Schuldigen, zum Täter abstempelte. Ich mich in ebenso gewisser Weise also über den anderen, den "Schuldigen" erhöbe…?
Wer ermächtigte mich zu einer solchen "Handlung"?
Möglicherweise ist diese "Vergebung" also auch so eine "sprachliche Verwirrung"…?

Und noch etwas:
Was, wenn dieser dann zum "Sündenbock", also zum Schuldigen Be- und Verurteilte, diese Schuld nicht annehmen will? Wir alle kennen solche Situationen. "Schuld" fühlt sich unangenehm an!
Nein?
Wann war das letzte Mal, als man Euch irgendeiner Sache "bezichtigte"? Und sei es nur eine winzige Kleinigkeit…
Habt Ihr Euch das sofort und ohne jeglichen Widerspruch gefallen lassen?
Oder habt Ihr Euch zumindest mal verbal Luft gemacht? Entweder gleich direkt an den "Ankläger"…, oder auch "nur" über Tratsch im Kollegen-, Bekannten-, Familienkreis? Keine Gegenwehr, ja?
Es wurde also nicht angenommen.
Und sofort hinaus projiziert in die Umwelt.

Jetzt betrachten wir doch mal, was so im täglichen Geschehen passiert! In der Beziehung, in der Arbeit, im Bekannten- und Freundeskreis… bis hin zur Weltpolitik. Ständig wird zum Schuldigen erklärt. Und "zur Not" der "Bock zum Gärtner gemacht"! Die Schuldfrage steht in sämtlichen Kontexten des Lebens ständig an.
Und sei es aus einem der häufigsten Gründe: um von eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken.
Ginge es hier also letztlich gar noch um eine Schuldfrage… oder ist sie nur ein geschickt getarntes Ablenkungsmanöver… letztlich genau jener, die in heutiger Zeit auf ihre Weise "Kriege" führen. Und mit "Kriegen" meine ich hier nicht nur tatsächliche Solche, sondern bis hin zu kleinsten Meinungsverschiedenheiten und Unbefindlichkeiten im zwischenmenschlichen Sein!


Der Autor drückte zuletzt aus, dass wir beide (er und ich) hier mitunter von verschiedener Auslegung des Wortes "Schuld" ausgingen…
Ist also schier alles einzig eine Sache der Interpretation…? Auch eine Schuldfrage…?
Es ist durchaus möglich.
So wie ich über "Verantwortung" empfinde, so mag es dem Autor auch mit der "Schuld" gehen.

Wie geht es Euch damit?


Da ich nun diesen Beitrag beschließen möchte, habe ich eine ganze Weile über die diesmalige "Hausaufgabe" zur Schuldfrage sinniert…  laugh

Ich würde in diesem Sinne in der Tat (noch einmal) einladen wollen, insbesondere mal hineinzufühlen, in Gedanken der "Schuld" und "Verantwortung"!
Nicht denken – fühlen!

Denn…
…sollte es nun doch so sein (ich sprach ja im Beitrag nur von meiner Gedanken- und Gefühlswelt), dass da in gewissen Bereichen insbesondere Schuldgefühle da sind…
…dann böte dies wiederum schon Einladung an und in sich, sich diesen Gefühlen einmal liebevoll und achtsam anzunehmen. Diesem Schuld-Empfinden auf den Grund zu gehen, welches ich als eine der möglichen "Fesseln" orte, die uns am eigenen Ich-Sein im Heute hindern können…

Und: im Sinne der Achtsamkeit lade ich Euch herzlich ein, so zummindest ein paar Tage, mal besonders auf "Schuldzuweisungen" zu achten!
Bewusst machen! Erkennen!

Denn Bewusstmachung ist der erste große Schritt zur möglichen Veränderung!

In diesem Sinne…
Habt eine schöne, erfahrungs- und entdeckungsreiche Woche!

Euer
Ernold Prinz

(Lifecoach, psycholog. Berater (i.A.), Sachbuchautor)

 

PS: Wer die Achtsamkeits-Beiträge nicht gelesen hat / erst jetzt "eingestiegen" ist…  Die Blogs sind gerne nachzulesen,zusammengefasst auf der Projekt-Seite  https://www.das-neue-ich.com/projekt-achtsamkeit-im-taeglichen-umgang/

PS: Ein Direktlink zu meinem neuen Buch: Informations- und Kaufseite zur Verlagsseite von Tao.de

Bildquelle: Pixabay – Beitragsbild gesamt (C) Das Neue Ich

Vergangenheit war damals – Mein neues Buch

Vergangenheit war damals

Vergangenheit war damals!
In ironischer Weise zählt nun der Schaffenszeitraum meines neuen Buch-Werkes ebenfalls zur Vergangenheit. Mit einem großen Unterschied: Es gibt nichts zu jammern!  laugh

Herzlich willkommen liebe(r) LeserIn zu diesem News-Blog!


Es ist geschafft! Seit 01.02.2018 ist es soweit!

Es war ein großes Stück Arbeit, dieses Buch in seiner gesamten Gestaltung und Inhalt in die Welt zu bringen. Ein noch größeres Stück, die dabei gesammelten Erkenntnisse und Erfahrungen aufzunehmen und zu integrieren.
Das größte Stück war jedoch der Spaß am Tun selbst. An der Verwirklichung. Am Sein. An dem Stück persönlicher, innerer Freiheit, welches ich mir durch dieses Tun schenken durfte.

Ein herzlicher Dank hiermit auch an dieser Stelle an alle, die meinen Weg begleitet haben, Hilfe dazu geleistet haben!

Besonderer Dank an Dich lieber Markus Robinigg, der Du mich hier auch tatkräftig unterstützt hast! Gleichfalls herzlichen Dank an das Team von Tao.de, welches ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite stand!

Jetzt "fehlt" noch eines: Dass dieses Buch möglichst viele Interessierte auf ihrem Lebensweg informiert, inspiriert! Vor allem ihren ganz eigenen Weg zu finden und zu gehen!
Wenn dieses Buch etwas ist, dann Anstoß, Einladung.
Keinesfalls aber Patentrezept, General-Gebrauchsanweisung für irgendetwas im Leben.
Das wäre schlicht weg unseriös und unmöglich. Denn jedes Leben ist auf seine Weise einzigartig. Etwaige Unterstützung kann also nur ganz individuell gefunden und gegeben werden.
Dies beträfe dann meine berufliche Tätigkeit, in der ich mich zusehends mehr und mehr als "Schatzgräber" sähe. Denn in jedem Menschen liegt ein Schatz. Er darf und möchte einzig gehoben werden!


Mein neues Buch "Vergangenheit war damals" ist ab sofort im Handel (Print on demand) und allen gängigen Online-Portalen erhältlich!

 

Zur näheren Beschreibung bzw. allfälliger Kaufmöglichkeit darf ich Euch einen Direkt-Link an dieser Stelle offerieren:

Informations- und Kaufseite zur Verlagsseite von Tao.de

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern viel Spaß mit diesem Werk!

Für allfällige Rückfragen, Anlliegen und Lesermeinungen habe ich natürlich gerne ein offenes Ohr! Sollte jemand Interesse an einem persönlichen Gespräch haben… Bitte um Kontaktaufnahme unter den folgenden Möglichkeiten:

https://www.das-neue-ich.com/Kontakt

Euer

Ernold Prinz
(psycholog. Berater, Lifecoach, Energetik, Sachbuchautor)

Bildquelle: Eigen (C)

Klarheit: Eine direkte Ansage… oder lieber unklar herumeiern…?

Klarheit

Klarheit. Einerseits ein "klarer" Begriff…
…andererseits gibt es dazu offenbar große Interpretationsmöglichkeit!

Doch ist es tatsächlich so einfach? Leben wir diese Klarheit? Oder eiern wir oft im Dunstkreis des eigenen Lebens, Denkens und Fühlens umher? Wird unser Lebensboot aufgrund dessen "fremd-gesteuert"?

Willkommen liebe Freunde und LeserInnen zu diesem Achtsamkeits-Beitrag!

Vorweg: Wer gerne mal über eine "offizielle Darlegung" des Wortes "Klarheit" nachlesen möchte… Hier ein Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Klarheit_(Philosophie)

 

Das Leben ist bekanntlich ein guter Lehrmeister.
Doch beinahe ist es wohl, wie in der Schule: Entweder nehme ich als Schüler den Lehrer und dessen Lehrinhalt war…, oder mir geht der Unterricht am A…. vorbei und ich seh zu, dass ich halt irgendwie die Lehrstunde absitze.
So vermag es auch im richtigen Leben sein.
Mitunter – so würde ich mich zu behaupten getrauen – bedarf es im Leben dann aber, ab und an mal einer Note 5, oder einer Klassenwiederholung, bis der "Stoff" so richtig angekommen ist. Bis wir ihn verstehen.

Wie komm ich drauf?
Ich erlebe es grade intensiv!


Einer seltsamen "Automatik" des Geistes folgend, fallen zurzeit wohl viele Themen einer Klarheit besonders auf.
So auch z.B. ein kürzlicher Beitrag einer Unternehmensberatung.
Es ging darin eben um die Klarheit und die Klärung bzw. einem Lösungsansatz zur Frage, weshalb grade in Unternehmen, in Führungsebenen, oft so eine derartige "Herumeierei" stattfindet. Und förmlich daraus resultierend, oft und verbreitet Probleme im Arbeitsbereich entstehen und "ausgelebt" werden.

Mit der Kernfrage: "Warum fällt uns Menschen eine Klarheit offenbar schwer?"

Doch…: geht es hier tatsächlich nur um die Unternehmensebene? Oder ist dies lediglich Auswirkung einiger Lebensebenen tiefer?


Nun… ich will Euch, liebe LeserInnen, nicht unnötig "langweilen".
Doch bleibt es nicht umhin, um zumindest einen kurzen Rückblick in die Vergangenheit zu wagen!

"Dröseln" wir die Kette von Zusammenhängen somit ein wenig auf, um dieses "Warum" sichtbar zu machen.

Was könnte nun ein Grund sein, weshalb wir uns an eine klare Ansage nicht heranwagen?

Wäre es möglich, dass da zumindest ein mulmiges Gefühl ansteht? Angefangen mit inhaltlichen Vorgaben wie "Das macht man nicht"…?
Im Grunde könnte man zusammenfassen, dass da eine gewisse Selbst-Unsicherheit, den eigentlichen Zweck der Klarheit überdeckt. Oder nochmal eine imaginäre Stufe nach unten gedacht oder gefühlt: Angst
Angst in dieser speziellen Form ist die Emotion, das Gefühl, dass hier im Wege steht.

Aus dieser Angst heraus mangelt es also an SELBSTVERTRAUEN.
Ein Selbstvertrauen, welches in einer Zeit kindlicher Anpassung nie wirklich entstehen konnte, oder welches sogar demontiert wurde. Es war den Vorgaben der Anpassung zu entsprechen. Punkt.
Und ich bitte hier doch, eindeutig klar auseinander zu halten zwischen Selbstvertrauen und Ego. Denn Selbstvertrauen beinhaltet für mich durchaus Respekt, Achtung, Anerkennung des Gegenübers… während Ego dies nicht tut.

So.
Läge nun dieses gesunde Selbstvertrauen vor, hätten wir – "normalerweise" – keine Angst vor einer Auseinandersetzung.
Und auch hier bitte ich folgenden Gedanken zu verfolgen: "Auseinandersetzung" hat für mich nichts mit Streit, Herumschreien, Beschimpfen und all diesen "ausfälligen" Dingen, zu tun!
Eine AUSEINANDERSETZUNG kann auch eine sehr produktive, respektvolle, achtungsvolle Kommunikation über etwas sein!

Meines Dafürhaltens nun liegt der nächste Gedanke nicht fern, dass eine Klarheit mitunter oft in eine Auseinandersetzung führt!
Diese Klarheit lässt jedoch keinen Zweifel über etwas, stellt es eben klar in den Raum. Schafft dadurch jedoch erst die wirkliche Chance und Möglichkeit, sich mit dieser Sache auseinander zu setzen!
Ich kann diese Klarheit mir selbst angedeihen lassen… mir über vieles klar werden. Und ich kann auch dem Gegenüber somit die Chance geben, mich mit dieser Sache klar zu erkennen. Oder umgekehrt – ich vermag mein Gegenüber zu erkennen.
Der Mensch wird sichtbar, greifbar!

Einen einzigen "Einwand" würde ich hier an dieser Stelle geben wollen… und dazu darf ich einen kleinen thematischen "Ausritt" zum besseren Verständnis machen:

Es kommt bei dieser Klarheit – bzw. bei der wohl angewandten Art und Form der Kommunikation – drauf an: Wie teile ich mich mit!?
Das ist jedoch mitunter erst die "halbe Miete".
Die zweite "Hälfte" umfasste dann: Wie nimmt, fasst mein Gegenüber dies auf?!
Denn nicht selten befinden wir uns auf verschiedenen Ebenen der Kommunikation. Ausreichende Ergebnisse aus einer Transaktionsanalyse untermauern dies.

Hier ein paar Ansätze dazu:

  • Eine Kommunikation und somit Behandlung von Klarheit, kann symmetrisch oder komplementär erfolgen. Also auf gut alt Deutsch… auf Basis einer Gleichheit oder einer Unterschiedlichkeit. Bei Gleichheiten (Symmetrie) versuchen z.B. "Auseinandersetzungspartner" auf zumindest annähernd gleicher Ebene, eben Ungleichheiten, Unterschiede, zu minimieren. Bei komlementären Partnern, wird es immer einen "superioren" (überlegenen) und einen "inferioren" (unterlegenen) Partner geben. Im Idealfall ergänzen sich diese Partner, im "Worst-Case" knallts da aber so richtig.
  • Weiter nun bei der vereinfacht dargestellten Wertigkeit der Sprachebenen…  "Ich bin o.k. – Du bist o.k.", in den bekannten Varianten der TA (Transaktionsanalyse), bishin zu "Ich bin nicht o.k. – Du bist nicht o.k."
  • Fortsetzbar wäre diese Aufgliederung sodann in einen Inhalts- und Beziehungsaspekt. Der Inhaltsaspekt hat die "Aufgabe", sachliche Informationen zu vermitteln. Der Beziehungsaspekt wiederum gibt Aufschluss darüber, wie die Information/Beziehung vom Gegenüber aufgefasst wird. Die jeweilige Kommunikation kann – vor allem im Kontext des Beziehungsaspektes – über Gestik, Mimik und Tonfall, beim Gegenüber verschiedene Reaktionen auslösten. Meine Klarheit kann beim Gegenüber dadurch als Bestätigung, Verwerfung oder Entwertung ankommen, entsprechende "Gegenreaktionen" auslösen. Dieser Punkt z.B. ist herausgegriffen aus den Kommmunikations-Axiomen nach Watzlawick.
  • Fast schon selbstverständlich, werden im Sinne der Klarheit auch die angewandten Meta-Programme eines Sprachausdruckes, teils enorme Wirkung einbinden. Und hier kommt es in der Tat oft nur auf Kleinigkeiten an.
  • Dann gäbe es da noch das "Vier-Seiten-Modell" (auch als Nachrichtenquadrat, Kommunikationsquadrat von F. Schulz von Thun). Demzufolge kann eine Nachricht als Sachinhalt, als Selbstoffenbarung, als Beziehungsdarstellung, als Appell erfolgen. Und über das "Gegenstück" des "Vier-Ohren-Modells" sind wir erneut beim Gegenüber, welches über eigene Gedankenfilter, Grundsatzgedanken, Lebensskripten, diese Nachricht entsprechend gleich, oder auch ganz anders auffassen kann. Besagter "Interpretationsspielraum".

KLARHEIT also ist ein sehr bedeutsames Wort!
Und doch gibt es viele "Stolpersteine", die am Weg, von gedachter, geäußerter Klarheit… bis zur praktischen Umsetzung, zu überwinden gilt!


An dieser Stelle darf ich mal eine kleine Übersichts-Grafik einbringen, um einen Überblick zu ermöglichen:

Klarheit


Wir waren also schon beim Grundübel. Der Angst, dem daraus entstehenden mangelnden Selbstvertrauen.
Können wir dieses Selbstvertrauen in uns begründen, dann wird durchaus auch Mut, ja wenn nicht gar Wille, Neugier und Interesse vorhanden sein, in einer konstruktiven Weise in eine Auseinandersetzung einzutreten.
Diese Auseinandersetzung kann dann mit hohem Prozentsatz Klarheit schaffen.

Fein!
Wenn wir dann an dem Punkt der Klarheit angekommen sind, liegt also ein gewisser "Aufarbeitungsprozess" hinter uns.

Wie vielen von uns – oft aus eigener Erfahrung – bekannt sein wird, liegt in jedem Gedanken, folglich jeder Handlung oder Unterlassung, eine Konsequenz. Eine Auswirkung.

Ich – rein jetzt aus meiner eigenen Erfahrung (und nicht Mutmaßung über Andere), weiß mittlerweile, dass man selbst an diesem Punkt der Klarheit, dann nur allzu gerne in alte Gedanken- und Verhaltensmuster zurückrutscht.

Aus welchem Grund?

Der "Grund" dazu hat neuerlich einen Namen. Mit 5 Buchstaben, beginnend mit "A".
Es ist erneut die Angst!

Die Angst vor/wegen der Konsequenz.
Mittlerweile reichen meine Beobachtungen sogar soweit, dass Menschen nicht ausschließlich nur vor "negativen" Konsequenzen Angst haben. Nein.
Es reicht in der heutigen Zeit sogar soweit, dass Menschen vor "positiven" Konsequenzen zurückschrecken. Weil sie letztlich das bisherige Lebensgefüge sprengen. Weil Veränderung notwendig ist, um diese Konsequenz "in Anspruch nehmen" zu können!
Was nun dann natürlich ist erst los, wenn es dann um "negative" Konsequenzen geht!?

Liebe Freunde und LeserInnen!
Es ist mir ein Anliegen, an dieser Stelle einmal ganz bewusst in den Raum zu stellen: Dieses Angst-Verhalten ist nicht ungewöhnlich. Es ist menschlich!
Unsere menschliche Entwicklung, voll von Ansprüchen, Erwartungen, Anpassungen an Regeln, Vorgaben von Einzelnen wie auch einer Gesellschaft, haben uns dazu gemacht. Beziehungsweise haben wir – mangels anderer "Möglichkeiten" – teils tatkräftig an unwahren Gedanken und Gefühlen mitgeholfen.

Was jedoch nicht hieße, dass wir diese "Teufelskreise" nicht durchbrechen dürften!


Und damit wäre ich dann bei der nächsten "Stufe" der aufgedröselten Kette: Der VERANTWORTUNG.

Es obliegt jedermanns Verantwortung, ob er sein Leben einfach so weiterlebt, jammert, beklagt, herumeiert. Unbewusst… oder womöglich ganz bewusst… auf Klarheit "verzichtet".
Oooooder… ob er/sie gewisse Dinge erkennt, seine eigene Klarheit mit aller Konsequenz erschafft… und auch die volle Verantwortung dafür übernimmt!

Sind wir bereit, diese Verantwortung zu übernehmen?

Sind wir…???

Oder tappen wir auch hier neuerlich in eine "Angst-Falle", die uns mitunter ganz an den Anfang zurückwirft…?


Und somit gehe ich noch den einen letzten "Schritt", an das Ende der "Ereigniskette".
Wenn wir alle Schritte, vom Selbstvertrauen beginnend, bishin zur Verantwortung, mutig durchschreiten, so werden diese erfolgten Gedanken und Handlungen zu einem ERGEBNIS führen! Und… auch wenn wir nichts dergleichen tun…: auch das seine eigene Art von Konsequenz und Ergebnis.
Es wäre nun beinahe müßig, hier noch einmal auf die Resonanz des Lebens hinzuweisen.

Ich würde mich nun zu behaupten wagen, dass diese Ergebnisse letztlich dann jedoch auch kein starres, fixes "Ding" sind.
Ja – für den Moment, die Sekunde, des Eintrittes an sich. In der nächsten Sekunde jedoch im "Bedarfsfall" schon wieder abänderbar!

Nur weil etwas in dem Moment "funktioniert", heißt dies nicht, dass es im nächsten "Moment" gleich ist!
Und umgekehrt. Wenn etwas grade nicht "funktioniert", hieße dies nicht, dass es im nächsten "Moment" auch nicht funktionieren könnte/sollte/müsste.

Es bedarf mitunter einer gänzlich neuen "Auseinandersetzung", Klarheit, Verantwortung!
Letzlich also großer Achtsamkeit, Bewusstheit, Aktivität!


So.
Jetzt habe ich einen Themenbereich der Klarheit mal achtsam beleuchtet. Ansatzpunkte geliefert.

An dieser Stelle nun darf ich jeden von Euch herzlich einladen, sich darauf einzulassen!

Ja – mitunter ist es etwas Aufwand, dass wir uns zu allererst einmal um unsere Selbstachtung, unser Selbstbewusstsein, unser Selbstvertrauen, kümmern. Also damit einmal die Basis, den Grundstein für eine Klarheit im Leben legen.
Mein bekannter Satz darf nun folgen: Es beginnt alles in, mit uns selbst! Nicht da draußen im Außen!

Jedoch würde ich auch mal an dieser Stelle die sogenannte "Nutzen-Frage" stellen wollen! Was soll diese Entwicklung schließlich bringen? Ein ERGEBNIS!
Wollen wir weiterhin durchs Leben eiern, in einem diffusen Nebel an Unklarheit? Gar "durchs Leben eiern lassen"?
Oder wollen wir – als Ergebnis – in Klarheit, mit unseren Gedanken und Gefühlen/Emotionen endlich dort "Position beziehen", wo wir hingehören? An das Steuer unseres eigenen Lebens!

Ein kleiner Seitenhieb an dieser Stelle:
Wissen wir denn, einzig für unser eigenes Leben, so wirklich wirklich alles ganz genau? Besteht hier absolute, völlige Klarheit? Oder wo eiern wir mit uns selbst herum?
Und jetzt erlauben wir uns einmal den "Parallel-Blick" ins Außen! Was alles in diesem "Außen-Leben" eiert so richtig tierisch herum? Gibt keine Klarheit vor? Ich nenne da mal nur ein großes Beispiel-Thema: Politik wink

Erlauben wir uns an dieser Stelle aber doch mal eine Art "Zauberfrage"!

Wie würde für Dich liebe(r) LeserIn Dein Leben, die Welt, aussehen, wenn Du morgen aufwachst…
…und Du… wie auch jeder Andere, in vollständiger Klarheit zu sich selbst leben, denken und handeln würde?

Wie würde sich dies für Dich "äußern"?

Woran würdest Du dies für Dich erkennen?


Folgende Worte sind jetzt bitte nicht als Eigenwerbung zu bewerten, sondern geben nur meine "Einstellung" in diesem Kontext wieder…!!!
Viele meiner LeserInnen "wissen" mittlerweile, dass ich eine Diplom-Ausbildung zum psycholog. Berater absolviere.
Diese Ausbildung bzw. vielmehr diese Bezeichnung nun klingt irgendwie ziemlich sachig, förmlich.
Für mich jedoch ist sie Anlass und Grundlage, um mich mit genau solchen Themen der Menschen zu befassen. Sie sichtbar zu machen. Darüber zu sprechen und zu fühlen.
Und das Schöne an der Sache ist ja: ich brauche hier nicht groß einen Berater oder Lehrer oder sonstiges zu mimen. Alles "Wissen" ist doch schon in den Menschen angelegt.
Es wurde nur seit Menschengedenken mehr und mehr verschüttet!
Und ich selbst schließe mich da gerne mit ein!

Ich reiche in dem Fall "nur" die Hand, leihe mein Gehör, mein Sehvermögen, meine Empathie… und begleite auf dem Weg des Menschen, der sich mir mit seinem Anliegen anvertraut!
Wenn man´s so darstellen wollte: Ich fand und finde mein Selbstvertrauen, gehe in Auseinandersetzungen, schaffe Klarheit, übernehme Verantwortung. Für mich.

Begleite Menschen auf deren Weg, gebe diesen Anstöße, um ihr Selbstvertrauen zu finden, Auseinandersetzung zu suchen, Klarheit zu schaffen und Verantwortung zu übernehmen.
Einzig das Ergebnis zeigt sich dann "von selbst".

Vielfach klingt all dies manches Mal sooo kompliziert, aufwendig, mühsam und dergleichen.
Letztlich ist dies alles aber einfach nur Leben! Leben, welches jeden Augenblick geschieht. So oder so.

Und an dieser Stelle nun bringe ich das schöne Wort "Co-Kreation" ins Spiel.

Es ist uns Menschen erlaubt, zu leben. Dinge zu verändern.
Manche Dinge kann man – und entschuldigt den saloppen Ausdruck – selbst auf die Reihe bringen.
Andere Dinge nun sieht man nur über den "Spiegel" eines Gegenüber. Wir dürfen also auch gemeinsam etwas "auf die Reihe bringen".
Uns gegenseitig unterstützen.
Das Leben tut es schon unentwegt! Ausgerechnet der Mensch wollte sich dagegen auflehnen? Auch so ein "Ding", welches sich im Außen zusehends deutlich abbildet!


Ich darf somit meinen Achtsamkeitsbeitrag zur Klarheit schließen.
Aus meiner Erfahrung heraus kann und möchte ich – aus tiefstem Herzen – jeden motivieren, inspirieren, einladen, sich seine Klarheit zu verschaffen!
Sie erleichtert ungemein! Schließt letztlich einen Kreis in Richtung Selbstwert, Selbstvertrauen, Selbstliebe. Einen Kreis des Lebens.

Habt noch viele Tage voller Klarheit, Freude und Liebe!

Euer
Ernold Prinz
(psycholog. Berater, Lifecoach, Sachbuchautor, Mensch)

PS: Wer die Achtsamkeits-Beiträge nicht gelesen hat / erst jetzt "eingestiegen" ist…  Die Blogs sind gerne nachzulesen, zusammengefasst auf der Projekt-Seite  https://www.das-neue-ich.com/projekt-achtsamkeit-im-taeglichen-umgang/

Bildquelle: Pixabay – Beitragsbild gesamt (C) Das Neue Ich

Finde Freude in Deinem Leben! – Teil 2

Freude

Bring Freude in Dein Leben – finde Freude in Deinem Leben!

Ein Satz, der sich in möglicher Unbewusstheit oft ziemlich leicht dahersagt…

Willkommen zu diesem Folgebeitrag liebe LeserInnen!


Da es keinen Austausch auf den ersten Beitrag gab, kann ich diesen Bereich somit ad acta legen.

Vielleicht darf ich aber an dieser Stelle nun auf jenen Bereich eingehen, den ich im ersten Beitrag anfänglich als "Grund b)" anführte, mich auf den Inhalt dieser Aussage "Bringe Freude in Dein Leben" einzulassen. Einblick geben in den Mensch Ernold Prinz.
Im dortigen Beitrag führte ich ja an, dass mich unter anderem persönliche Entwicklungen motivieren, grade diesem Bereich Aufmerksamkeit zu schenken.

Ohne mich betreffend Hintergrund nun hier im Detail zu vergehen, kann ich jedoch zusammenfassend ausführen, dass ich mit knapp 48, selbst momentan an einem höchst schmerzlichen Punkt meines Lebens stehe.
An dem Dinge, wohl alte Wunden berührt werden, die mir viel abverlangen. Wunden, die mich in gewissem Sinn Schmerz, Trauer, Verzweiflung, Hilflosigkeit, Zorn spüren lassen.
Die mir absolute Konzentration abfordern, neue Freude in mein Leben zu bringen.
Der Phönix ist wieder einmal zu Asche verbrannt.
Die Achterbahn des Lebens rast grade mit unglaublichem Tempo nach unten… und das "Unten" ist noch immer nicht in Sicht…

Grundlegend ist die Sache so, dass ich von einem sehr nahestehenden Menschen… in einer sehr "intimen" Angelegenheit über Monate hinweg belogen wurde. Etwas mit allen Mitteln verheimlicht wurde.
Eine Angelegenheit, die ich persönlich aus mehrerlei triftigen/nachhaltigen und verantwortungsvollen Gründen, für mein Leben bereits erfüllt bzw. abgeschlossen hatte. Eine Angelegenheit, in der andere Außenstehende teils missbraucht werden sollten, mir darüber Kenntnis zu verschaffen, anstelle von diesem besagten nahestehenden Menschen selbst einbezogen zu werden.
Zudem liefen da noch andere Heimlichkeiten, Vorbereitungen, Eigenmächtigkeiten, die ich auch erst nach und nach über "Zufälle" erfahren sollte.

Für mich wurde hier nicht nur eine Grenze erreicht, sondern weit überschritten. Ein sehr heftiger Vertrauensbruch fand statt.
Letztlich eine Angelegenheit, die mein Leben in vielfach nicht gewollter Weise auf viele Jahre hinweg einzuschränken vermag. Im worst-case meine "weltliche Existenz" gefährden könnte… Eine Angelegenheit, die ein zuletztes "Kann" und "Will" mitunter auf ein "Muss" reduzieren wird. Ein "Muss", um jener Verantwortung zu entsprechen, die mir von diesem Menschen und Gesetz aufgezwängt wird/wurde.


Zum Thema "Freude im Leben finden" zurückkehrend…
…es ist also eine gewaltige Herausforderung, für mich derzeit Freude in mein Leben zu bringen.
Zugleich jedoch eröffnet sich mitunter Erkenntnis, dass sämtliche Pläne, Vorhaben, Wünsche im Leben reine Fiktion sind. Im Gegenzug die große Chance, wirklich zurück… weit zurück zu den Anfängen, zu den Basics gehen zu können. Um dort zu erforschen, was denn Freude im Leben erbrachte.
Aus welchem Grund diese Freude damals schon nicht gelebt werden konnte… und sie ins Heute zu transferieren.
Möglicherweise ist es nun auch Chance, wenn auch auf unerfreuliche Weise, aufzuwachen. Klarheit zu schaffen.
Träumerei zu beenden. Erdung zu finden.
Chance zur Erfahrung allen Geschehens an sich, um dies einmal weitergeben zu können.

Ja… viele werden mit Klarheit nicht zurande kommen. Dererlei Erlebnisse hatte ich schon zur Genüge. Erst kürzlich zum Beispiel in einer Gruppe der Plattform Facebook. Da war die Rede von Klarheit, Respekt und Liebe… und doch genau derjenige war nicht bereit, jene Klarheit und Respekt in Liebe walten zu lassen. Kurzerhand wurde ich dann auch aus der Gruppe entfernt.

Klarheit überfordert oft. Drückt Knöpfe, berührt Wunden. Spiegelt. Lässt innere Schutzschilde und Abwehrbatterien hochfahren, weil man dann aus eigenen Mängeln heraus gerne und leicht als der böse Feind hingestellt wird.
Doch ich sage Euch: Klarheit kann durchaus auch in, durch und aus Liebe erfolgen! Und Klarheit macht frei. Erlaubt es mir, jeden Tag aufrechten Hauptes vor dem Spiegel zu stehen und dem Leben zu bejahen!
Klarheit hat nach meinem Dafürhalten dann letztlich nichts mehr mit Ego zu tun. Sondern erlaubt eben nur genau jene Klarheit über das eigene Leben, das eigene Sein. Und mit dieser Klarheit – so man sie erkennt, erkennen will – erübrigt sich sodann jegliches Missverständnis.
Klarheit steht dann wie ein Leuchtfeuer an der Klippe, wie ein Fels in der Brandung.

Oder eine andere, noch besser greifbare "Verbildlichung":
Vor uns steht ein schmieriges Glas… und ein blitzesauberes, klares Glas.
Aus welchem wohl werden wir genussvoll trinken wollen…?
Naaaa?  wink


Da ich ja nun ganz sicher nicht der einzige Mensch bin, dem "negative" Dinge widerfahren…
…vielleicht ein kleiner Tipp zum Finden von Freude:

Bewahren wir den Respekt und Selbstachtung vor/für uns selbst!
Bewahren wir Mut!
Dann finden wir Freude. Und sei sie noch so winzig!

Und wenn diese beiden Dinge nicht oder nur wenig vorhanden sein sollten, dann wäre es spätestens jetzt an der Zeit, dafür aktiv zu werden!
Dass wir herauskommen aus unserer eigenen Komfortzone und endlich zu Denken und Handeln beginnen!


Liebe LeserInnen!
Ich hoffe, Ihr nehmt mir nicht übel, dass ich die nächste Zeit nun einmal keine Beiträge schreiben werde.
Es bedarf meinerseits nun dem klärenden Blick, der Achtsamkeit, der Annahme und Heilung nach Innen.
Es ruft vereinzelt nach Neuorientierung und Mut, nach vorne zu schauen.

Eine Freude kann und werde ich mir allerdings ganz sicher bewahren:
Jene Freude, die mir aus der Arbeit mit Menschen entsteht!
Gerne stehe ich Euch somit für allfällige Fragen, Anliegen zur Verfügung. Wo bzw. wie ich zu erreichen bin, dürfte hinlänglich bekannt sein. Ansonsten sind alle Kontaktinformationen auf meiner Homepage zu finden.

Beziehungsweise habe ich da noch eine kleine Bitte an Euch: Ich selbst gehe langsam ins Finale meiner Ausbildung und ich suche "Probanden" für Beratungen zu Lebensthemen, wo vielleicht auch grade der "Schuh drückt", wo vielleicht mal ein Perspektivenwechsel hilfreich sein kann.
Gleich vorweg: Diese Beratungen unterliegen der absoluten Schweigepflicht und noch keiner gewerblichen Tarifierung… ein Wertschätzungsbeitrag (Aufwandsentschädigung) darf nach gültiger Vorschrift jedoch angenommen werden.
Scheut Euch also nicht!

Und… mein neues Buch kommt, wie geplant, jetzt wohl mit Februar raus. Auch DAS wird für mich ein weiterer Puzzlestein in meiner "Freude-Sammlung"  laugh

 

Ich wünsche Euch somit eine schöne Zeit, viel Achtsamkeit, Liebe und Freude in Eurem Leben!
Bis bald…

Euer
Ernold Prinz
(psycholog. Berater, Lifecoach, Sachbuchautor)

PS: Wer die Achtsamkeits-Beiträge nicht gelesen hat / erst jetzt "eingestiegen" ist…  Die Blogs sind gerne nachzulesen, zusammengefasst auf der Projekt-Seite  https://www.das-neue-ich.com/projekt-achtsamkeit-im-taeglichen-umgang/

 

Bildquelle: Pixabay – Beitragsbild gesamt (C) Das Neue Ich

Finde Freude in Deinem Leben! – Teil 1

Freude

Finde Freude in Deinem Leben!
Ein Satz… der mich in einem kürzlich gesehenen Film sehr berührte.

Herzlich willkommen liebe Freunde und LeserInnen in diesem Neuen Jahr 2018!

Wie war Euer Abschluss des Alten… und Beginn des Neuen Jahres?
Hat der/die Eine oder Andere von Euch auch wieder Vorsätze gefasst, die dieses Jahr ihre Umsetzung finden sollen?

Wie sehen diese aus?

Ich für mich, habe mir einen Vorsatz gefasst!
EINEN!

Dieser jedoch vermag selbst bei nur annähernder Verwirklichung sooooo viel Potential erschaffen, dass alles Andere ohnehin nur mehr Pillepallezeugs ist!

Bevor ich diesen Vorsatz aber nun vorstelle, darf ich mich in der Tat…
a) auf einen Film beziehen, den ich dieser Tage wieder einmal ansah.
b) Ich möchte mich auf Geschehnisse im eigenen Leben beziehen, die jene Verwirklichung wirklich ans Herz legen.
c) Da ja in einer heutigen Zeit oftmals viele "schwebende" Worte, im Grunde wunderschöne Aussagen kursieren, die auf den ersten Blick absolut motivierend klingen… spätestens auf den zweiten oder dritten Blick dann aber wenig greifbar scheinen…
Ja deshalb möchte ich mich dem widmen, wie wir das – selbstverständlich bei entsprechendem Interesse – "auf die Straße", praktikabel ins Leben bringen!

Und wie schon in vielen Themenbereichen des Lebens, wird uns ACHTSAMKEIT hier mitunter eine große Hilfe sein!


Fein!

Zu Punkt a) also…
Bei jenem besagten Film handelte es sich um "Das Beste kommt zum Schluss".
Wer den Film noch nicht kennt und gerne einen kurzen Einblick dazu nehmen möchte – hier ein Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Beste_kommt_zum_Schluss

So.
In diesem Zusammenhang nun möchte ich eine Aussage daraus aufgreifen, welche mich zu meinem Vorsatz motiviert hat, welches ich gerne als Anregung in den Raum stellen möchte…
…und ich lade Dich, liebe(r) LeserIn herzlich ein, DAS mal auf Dich wirken zu lassen…, hineinzufühlen…!

"Jedes Leben ist ein Bach, der in denselben Fluss mündet.
Und in ein Jenseits fließt, das im Nebel hinter den großen Wasserfällen liegt.
Lieber Freund, schließe deine Augen und lass dich von dem Fluss nach Hause tragen.
Und weil das so ist und weil wir das so glauben dürfen … und weil du das so glauben darfst:
Finde die Freude in deinem Leben!"

(Das Beste kommt zum Schluss (Originaltitel: The Bucket List) ist eine Tragikomödie aus dem Jahr 2007 von Regisseur Rob Reiner. Die Hauptrollen spielen Jack Nicholson und Morgan Freeman.
Quelle: Wikipedia)


Erübrigt es sich im Grunde eigentlich nicht, dass ich dazu noch etwas vorbrächte…?
Oder wie ergeht es Dir mit der mitunter umfassenden Bedeutung dieser Worte…?

Erlauben wir uns mal, den einen oder anderen Schritt zurück!
Rückwärts, um das große ganze Bild, unser bisheriges Lebensbild mal kurz zu überblicken…
…denn mitunter kleben wir mit unserer Nase schon derart Nahe an dem Bild, dass wir links oder rechts, oben oder unten gar nicht mehr erkennen!

Wenn wir also mal die paar Schritte zurücktreten…, das Werk in seiner Gesamtheit sehen, überblicken können…
…nehmen wir uns doch bitte auch hier einmal ein paar Minuten Zeit dazu!
Lassen wir das auf uns wirken!
Fühlen wir hinein, was dieses Bild in uns auslöst!

UND – und ich hielte dies für eine enorm wichtige Erlaubnis – …
…erlauben wir dann, alldem, was da an Gefühlen in uns hochkommt, auch tatsächlich DA ZU SEIN !
Selbst… oder grade wenn/weil es mitunter nicht zu großartigen Freudensprüngen anregen sollte!!!

Nicht gleich wieder Verdrängungsmechanismus nach dem Motto "Passt scho!" anwenden!
DA SEIN LASSEN!!!

Es IST unser Werk, unser Leben!!!

Freude


Jetzt wirst Du Dich mitunter fragen, was grade dies dann jetzt mit einem Vorsatz "Bring Freude in Dein Leben!" zu tun haben sollte!?

NICHTS… und doch ALLES!!!


Was geschieht denn in unserem täglichen Treiben?
Wir funktionieren. Punkt.
Nicht nur wir selbst, sondern schon über unzählige Generationen hinweg, wurden wir an erschaffene Systeme angepasst. Wir gingen aus dem (Er-)leben in ein "Ent-sprechen".
In ein Er-wartung Erfüllen.

Weshalb nun verwende ich eine so auffällige Schreibweise bei den Worten "Ent-sprechen". "Er-wartung"?
Willst Du selbst zuerst für Dich selbst mal reinfühlen, bevor ich meinem Empfinden Ausdruck zu verleihen versuche…?

Naaaa?
Fühlst Du Dich bei dem, was da so in Dir aufsteigt, so richtig pudelwohl…?
Nein…?

Für mich stellt es sich mit merkwürdigen bis unangenehmen Empfindungen dar…
"Ent-sprechen".
Ent… also aus etwas (bestehendem) heraus. Aus dem Sprechen heraus.
Nun… wenn man sich so im täglichen Geschehen so umsieht… Wie oft wird in der Tat nicht mehr gesprochen!? Nicht mehr kommuniziert … bzw. allenfalls so kommuniziert, dass unweigerlich Bockmist dabei rauskommen muss…?

"Er-wartung"
Hier erreichen mich so zweierlei Empfindungen…
1) Wartung. Was wird denn gewartet? Maschinen, Computer, Autos, etc… Damit sie wieder ohne Probleme funktionieren. Unterliegen wir bei einer "Er-wartung" also womöglich so einer unbewusst implizierten Handlung/Unterlassung, dass wir eben so funktionieren, wie wir immer funktioniert hatten? Wieder ein bisschen an so manchem "Stellrädchen" gedreht… vor allem wenn die "Er-wartung" in ihrem Ergebnis nicht so ausfällt, die eben er-wartet…?
2) Warten wir auf etwas? Dass irgendwas geschieht oder unterbleibt? Sei es nun ob im Berufs- oder Privatleben. Wir erwarten also zum Beispiel, dass Herr oder Frau XY etwas tut oder unterlässt…? Aufgrund welcher Grundlage? Und da wäre ich somit mitunter wieder bei Punkt 1): wurde das auch tatsächlich so kommuniziert?


Wie also sieht es mit unserem Lebenswerk so aus? Das Bild zuvor ist ein guter "Vergleich" dazu…
Wo wurden wir selbst "ent-sprochen", "er-wartet"?
Wo und wann haben wir dies schließlich mit bzw. von uns selbst gefordert? Wann haben wir "ent-sprochen", "er-wartet". Sowohl von uns selbst… also wie schier ganz natürlich … von Anderen?

UND: Klingt dies nach Freude im Leben? Sieht es gar danach aus???
Jaaaa? Tut es das?


Und jetzt komm´ mit bitte keiner, dass es ja an allen Ecken und Enden Gesetze, Vorschriften, Regeln… und Vieles mehr… gäbe, welche ein solches "Ent-sprechen", "Er-warten" begründen!
Wer hat nochmal diese Gesetze, Vorschriften, Regeln u.v.m. erschaffen?
Ricola… die Schweizer?
Ein hinlänglich angepriesener, omnipotenter Gott oder Prophet, oder… oder… oder…???
IST DAS SO ???

Und selbst wenn…
…weshalb bekomme ich zu keiner Zeit eine nachhaltige Antwort, aus welchem Grund diese Gesetze, Vorschriften, Regeln usw. denn überhaupt notwendig sind!?!?!?
Etwa, weil der Mensch offenbar ohne diesem Zeug nicht in der Lage ist, in Respekt und Achtung miteinander zu leben, auszukommen???

Wobei…
…ganz ehrlich gesagt: blicken wir doch hinaus ins Menschsein!
Haben all diese Gesetze, Vorschriften, Regeln alle Menschen tatsächlich in ein respektvolles, achtsames Miteinander geführt?
Tatsächlich?

Haben sie die Menschen in ein Leben voll erkennender Freude geführt…???
HABEN SIE DAS ???


So.
Nun ist es nun mal so, dass wir all diese Verstrickungen, Ausflüchte u.v.m., nicht von einem Tag auf den anderen wegwischen können. Aus den Köpfen und Herzen der Menschen tilgen können, wie bei einem PC.
"Strg-Format-C" sozusagen.
Ist nicht!

Dies nun ist der Punkt für mich, wo wir ins Spiel kommen!

Wo wir uns mitunter nicht mit irgendwelchem hochtrabenden Geschwafel in irgendwelche Spären vermeintlicher "Erleuchtung" schießen…
…sondern auf ziemlich geerdete Weise eingeladen sind, umsetzbare Dinge in Gang zu bringen!
Wo wir eingeladen sind, zurück an eine Basis…, zurück zu uns selbst zu gehen/kommen. Um dort erneut zu beginnen!
Ein "dort", an dem wir mitunter bereit sind, das bisherige Lebensbild mal ein wenig zur Seite zu stellen… um neu zu beginnen!
 

Denn…
…würde es tatsächlich DIE Freude schlechthin bringen, wenn wir solange versuchen, im bisherigen Lebensbild herumzurühren, herumzuschmieren, bis es vielleicht doch wenigstens annähernd in einer Richtung aussieht, so wie wir es uns vorstellen? Gelänge es, womöglich aus einem bisherigen "schwarz-weiß-Bild" mit all seinen Schattierungen tatsächlich noch ein buntes, strahlendes Bild zu gestalten?
Oder wäre ein kompletter "Neuanfang" viel zielführender…?

Geht nicht?

Dann meine Gegenfrage: Aus welchem Grund nicht? Was spräche dagegen?
Ist das dann Fakt… oder letztlich nur Ausrede, um nicht zu tun?

Ich behaupte: All dies hieße keinesfalls, nun gegen alles revoltieren zu müssen, alles hinwerfen zu müssen etc. etc.! Das wären zudem nur Dinge im Außen!
Die mögliche Veränderung… sie begänne meiner bescheidenen Meinung nach IN UNS!


Da es ja in meinen bisherigen Achtsamkeitsbeiträgen immer eine "Aufgabe" gab, möchte ich mit dieser "Tradition" nicht brechen!  laugh
Und herzlich gerne möchte ich Dich, liebe(r) LeserIn, an dieser Stelle nicht nur für dieses Neue Jahr, sondern im Grund für Dein gesamtes restliches Leben, herzlich einladen, Dir mal ausreichend Zeit zu nehmen…
…und die folgenden Fragen zu beantworten!

Somit darf ich nun mal jene Frage an Dich richten, liebe(r) LeserIn:

"Liebst Du Dich?"


Und dann die nächste Frage(n):

"Was verbindest Du mit Liebe, wie "äußert" sich Liebe für Dich?"
"Bist Du in der Lage, auf diese Fragen – am Besten schriftlich festgehalten – eine nachhaltige Antwort zu finden?"
(Beisatz: Lass Deinen Gedanken einfach freien Lauf, bewerte oder beurteile nicht!)


Weshalb frage ich Dich dies?

Nun… Liebe ist an und in sich sehr interpretationsfähig. Für mich unbegrenzbar… oder umgekehrt … unendlich "erweiterbar".
Ist Liebe aber letztlich auch nur eins dieser "beflügelnden" Worte…?
Oder bringen wir jene unbeschränkbare Liebe doch in der einen oder anderen Weise ins Leben? Machen wir sie "sichtbar"? Wie tun wir das?
Ist Liebe letztlich nicht auch u.a. Inbegriff von Freude…?
Gibt es also durchaus Möglichkeiten und Wege, Dingen, Worten eine "Erdung" zu geben…?


An dieser Stelle nun möchte ich diese zuvor gestellten Fragen erst einmal wirken lassen!
Vor allem möchte ich Dich liebe(r) LeserIn einladen und motivieren, Deinen eigenen Gedanken und Empfindungen zu folgen…, nicht meinen!
Ich möchte Dich anregen, Dich damit achtsam und bewusst zu befassen!

Eine kleine "Zusatz-Hausaufgabe" möchte ich abschließend allerdings sehr gerne anregen mit einer weiteren Frage:

"Was bedeutet FREUDE für Dich, wie erreichst Du diese?"


In diesem Sinne…
…ich freue mich auf einen regen Austausch!
Für mich geht es darin nicht, um – wie oft üblich – zu bewerten. Was nun zum Beispiel "richtiger" oder "falscher" sein könnte! Das existiert nun in unserer Denkmurmel da oben auf den Schultern.
Es geht mir um die Freude, des respektvollen und annehmenden Austausches an sich!
Um die Kommunikation.
Um ein Sichtbarwerden einzelner Menschen in all ihrer Pracht und Einzigartigkeit… und doch ein Eins-Sein von so wunderbaren Geschöpfen!

Im 2. Teilbeitrag möchte ich dann – aufbauend auf die Beantwortung der Fragen – mal in jene Richtung vortasten, wie es denn nun möglich sein könnte, Freude ins Leben zu bringen.


Nachträglich wünsche ich also ALLEN noch ein schönes Neues Jahr…
…vielmehr jedoch hinkünftig ein Leben voller Freude!

Euer
Ernold Prinz
(psycholog. Berater, Lifecoach, Sachbuchautor)

PS: Wer die Achtsamkeits-Beiträge nicht gelesen hat / erst jetzt "eingestiegen" ist…  Die Blogs sind gerne nachzulesen, zusammengefasst auf der Projekt-Seite  https://www.das-neue-ich.com/projekt-achtsamkeit-im-taeglichen-umgang/

 

Bildquelle: Pixabay – Beitragsbild gesamt (C) Das Neue Ich

Ein fröhliches und erfolgreiches Neues Jahr 2018!

Neues Jahr

Herzlich willkommen liebe Freunde und LeserInnen, in den letzten Stunden vor dem Übertritt in ein Neues Jahr 2018!

Was hat uns dieses Jahr 2017 gebracht? Was haben wir erlebt, erlernt…, gewonnen wie auch losgelassen? Welche Erfahrungen nehmen wir mit, welche lassen wir zurück?

Im Gegenzug… welche Dinge, Geschehnisse, Menschen… kommen auf uns zu für ein Neues Jahr 2018? Sehen wir das, was da kommen mag, als Chance… oder gar als Bedrohung? Gehen wir offenen Herzens darauf zu und nehmen an, was ist… oder verstecken wir uns hinter vermeintlicher Hoffnung, Erwartung. Jenen Dingen, die mitunter Anderen, Anderem die Verantwortung aufbürden…?

 

Ein Neues Jahr, eine Chance… ein Geschenk…

… das man nutzen kann oder nicht. Der Mensch hat die Freiheit, zu einer Chance, einer Gelegenheit, Möglichkeit ja oder nein zu sagen.

Wie oft haben wir schon Chancen vorüberziehen lassen oder Situationen nicht als Chance erkannt? Zum Beispiel ein Krankheitssymptom, eine Depression, eine Trennung, einen Konflikt…? Krisen als Chancen, die nötig sind damit wir uns entwickeln können.

 

Im Zuge jahrelanger Anpassung haben wir mitunter verlernt, nicht bewertend, nicht be- oder verurteilend auf etwas zuzugehen. Oder noch einen Schritt weiter… auf uns zukommen zu lassen.

Mitunter ist eine Umkehr dieses Weges eine wegweisende Richtung. In die Richtung persönlicher Freiheit, umfassenden Friedens.

 

Die derzeit ja noch andauernden Rauhnächte bieten hier – anstelle von Knallerei – ein schönes mögliches Ritual. Ein Ritual der Stille, der Bewusstheit. Der Reinigung. Des Loslassens alter Dinge…  Dem Entgegenblicken neuer Dinge…

Wer von Euch Lust hat, kann diese letzten Stunden des alten Jahres mitunter dazu nutzen, in sich in Ruhe hineinzufühlen und niederzuschreiben, was er/sie in diesem Jahr loslassen möchte.

Zugleich eine Art "Wunschliste" schreiben, was er/sie für das Neue Jahr dazugewinnen, erlangen, erreichen, erfahren möchte.

Und wer dann mag, kann dieses Papier, auf dem die Dinge notiert sind, die losgelassen werden wollen… in einem Feuer verbrennen. Ganz bewusst die Gedanken in die reinigenden Flammen schicken. Zugleich in die Dinge der "Wunschliste" ebenso hineinfühlen, so als wären diese Dinge schon Realität.

 

Ich darf mich an dieser Stelle für Euer reges Interesse, Eure Meinungen, Sichtweisen herzlich bedanken! Für mich ist es eines der schönsten Dinge, denn sie ermöglichen mir selbst, zu überprüfen, ggf. zu korrigieren, zu entdecken und zu wachsen.

In diesem Sinne wünsche ich Euch von ganzem Herzen schöne ausklingende Stunden des Jahres 2017…  ein guten Rutsch… und alles erdenklich Beste für ein lebhaftes, fröhliches, gesundes Neues Jahr 2018!

Euer

Ernold Prinz

(Lifecoach, psycholog. Berater (i.A.), Sachbuchautor)

 

PS: Wer die Achtsamkeits-Beiträge nicht gelesen hat / erst jetzt "eingestiegen" ist…  Die Blogs sind gerne nachzulesen, zusammengefasst auf der Projekt-Seite  https://www.das-neue-ich.com/projekt-achtsamkeit-im-taeglichen-umgang/

Weihnachten ist´s wieder…

Weihnachten

Ja… meine Lieben: Weihnachten ist´s…

Ein herzliches Willkommen liebe Freunde und LeserInnen!


Zu einem letzten Achtsamkeitsbeitrag für dieses Jahr 2017, welches sich mit großen Schritten dem Ende zuneigt.
Welches mitunter schon bedeutsame Schatten vorauswirft auf ein neues 2018… oder gar weiter.

In diesem Abschlussbeitrag 2017 zu Weihnachten darf ich mich nun diesmal zwei Themenbereichen widmen, die durchaus zum Nachdenken und Nachfühlen anregen wollen…

Zum Einen geht es nun um Weihnachten. Dem Fest der Liebe.
Gleichzeitig aber immer wieder – nahezu parallel – ein Fest des Konsumrausches, des Schenkens.

Ja…
…ich möchte nicht bestreiten oder schlechtreden, das Schenken ganz und gar ein Zeichen von Wertschätzung, Respekt, Liebe ist!

Wie mancher von Euch vielleicht weiß, bin ich in Fertigstellung meines 2. Buches.
Und just im Entstehen dieses Buches habe ich mir erlaubt, kindliche Gedanken einfließen zu lassen. Von einem Kind.
Es ging um das Thema "Liebe".
Ich lud meine Kleine ein, ein Bild dazu zu malen.

Voller Stolz präsentierte sie mir dann folgendes:

Weihnachten

Unschwer zu erkennen, hier eine (Ge-)Schenk-Situation.
Irgendwie war ich jedoch auf die Gedanken, Gefühle, Beweggründe neugierig geworden, aus welchem Grund just diese Geschenk-Situation Abbild von Liebe entstanden war.
Prompt antwortete meine Kleine drauf, ja dass das eben Liebe sei, wenn man jemandem etwas schenkt.
Da mich mit dieser Antwort aber ein leicht unbehaglicher Gedanke berührte, fragte ich dann noch einmal nach, was dann wäre, wenn nichts geschenkt würde.
Und erneut kam wie aus der Pistole geschossen…: "Dann ist das keine Liebe"

Ich konnte nicht umhin, um mir die Kleine sofort mal an meine Seite zu nehmen…
…und ich fragte sie ganz direkt:
"Wie geht es Dir, was fühlst … glaubst Du. Wenn ich Dir jetzt nichts schenke… Glaubst Du, ich liebte Dich deshalb nicht…?"
Es entstand eine merkliche Pause…
…und dann erhielt ich als Antwort, fühlbar aus tiefstem Herzen: "Doooooooch!"


Und damit bin ich dann mitten im Achtsamkeits-Thema!

Schenken wir, weil es halt so der Brauch ist?
Schenken wir, weil es mitunter irgendwie peinlich aussehen/wirken könnte, wenn wir´s nicht tun? Welche "Be-Schenkgründe" haben wir…?

Ich denke, mitunter könnte man in der heutigen Zeit sogar noch auf die Spitze treiben, dass man mancherorts "vorsichtig" sein müsste, WAS man schenkt! Denn da lauern nicht selten sogar gewisse Vorstellungen, Erwartungen im Hintergrund! Und im Weiteren mehr oder minder entrückte Gesichter, wenn sie dessen ansichtig werden, WAS sie geschenkt bekommen… und nicht DASS sie beschenkt werden…

Dieser Tage lief so der TV… und kaum kann man da Werbeeinschaltungen entgehen. Zu dem eben zuvor beschriebenen nun passt da eine solche "Werbe-Story" wie die Faust auf´s Auge…  laugh

Die Szenerie:
Weihnachten. Weihnachtsbaum im vollen Glanz. Pärchen davor.
Er überreicht ihr ein Geschenk.
Sie packt aus.
Sie strahlt.
Erst noch…
Entdeckt in dem Päckchen einen knallroten Kochtopf!
Dann genau… dieses Erstarren, Entrücken in ihrem Gesicht! Herrlich!

Selbst als er dann schon noch ganz bedeutsam auf den Topf hinnickt… nochmal… und nochmal…
Ihre Mine verfinstert sich zusehends.
Im letzten Abdruck schon beinahe nun schaut sie halt "gnadenhalber" nochmal ins Päckchen, hebt den Deckel hoch…
…und siehe da:
Da hat er liebe ER Schmuck für seine Liebste verborgen, "getarnt"…
Und mit einem Mal ist alles wieder eitel Wonne, Sonnenschein!

Ich glaube, die meisten nun von uns gehen schon einigermaßen konform, dass bei einem Geschenk in der Regel zumindest ein bisschen "Hintergedanke" dabei ist, bei der Auswahl des Geschenkes. Ja… oder ja…?
Nun halte ich – zugegeben ein bisschen provokant – nun mal entgegen: Können wir´s wirklich wissen?
Vor allem aus der Sicht: Was nun wenn der Schenkende – in dem Fall der junge Mann mit Topf – ich weiß nicht… der Frau diesen Topf schenkt, weil die alten schon alt sind… er die Speisen seiner Frau über alles liebt und es zum Beispiel annimmt, interpretiert, zeigen will, dass genau das der Fall ist? Dass er ihr eine Freude machen will mit einem neuen Topf?
Ihre Erwartungen – zumindest dieser Szene nach – offenkundig in eine völlig andere Richtung gingen…

Wie war das mit dem Geschenk vom Bügeleisen?
Wurde da nicht irgendwann teils hineininterpretiert, dass die Frau mehr bügeln, besser bügeln solle? Oder irgendwelcher verkorkster Gedankengang? Dies eher als Hinweis, Aufforderung galt, denn als Geschenk?

Oder könnte man es jetzt noch mal bewusst ins komplett Abstrakte treiben… und z.B. mal annehmen, dass in einer heute derart gestressten Zeit, zum Beispiel "bewusste Zeit für einen Menschen" in der Tat ein Geschenk sein kann…!?

Sind wir beim Schenken… letztlich beim Fest der Liebe… im Objektdenken…? Oder doch vielmehr im individuellen liebenden Denken?

Benötigen wir letztlich als "Beweis" der Liebe überhaupt Geschenke…??? Benötigen wir Weihnachten, um zu schenken?

Sehr gerne lasse ich dies jetzt einfach so im Raum stehen und lade jeden herzlich ein, für sich selbst in sich zu hören und zu fühlen!


Und zum zweiten Thema der Achtsamkeit will Euch an dieser Stelle nun weniger sprechen…
…sondern als "Jahresausklang" und gleichzeitig Hinterfragung des Bisherigen, des Jetzt und der Zukünftigen…
…vielmehr singen lassen…

Meine lieben Deutschen und Schweizer Freunde und LeserInnen mögen mir verzeihen…
…der Song ist ein wenig mit Österreichischem Slang eingefärbt. Aber ich denke, trotzdem verständlich!  laugh

Ich habe da einen sehr schönen Song aufgetan von Ina Regen.
Mit dem Titel "Wie a Kind (Wie ein Kind)"

Nicht nur dass das Kind-Sein an sich angesprochen ist, dem wir uns als Erwachsene oft längst verschlossen haben…
…es spricht – meiner bescheidenen Meinung nach – auch sehr die Unbeschwertheit, die Offenheit gegenüber dem Leben an.

Auch hier lade ich Euch im Sinne einer Achtsamkeit herzlich ein, den Worten und Klängen zu lauschen…
…und dem zu lauschen, was es in Euch möglicherweise berührt.

 

Nur so als Frage noch: Wäre dies zum Beispiel denn nicht ein unkaufbares Geschenk an uns selbst? Wenigstens ab und an mal wieder Kind sein…?

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen für das nun bevorstehende Fest, dies Weihnachten 2017 und die kommenden Feiertage, aus tiefstem Herzen wahren Frieden, Glückseeligkeit, Freude und Liebe!

Euer
Ernold Prinz
(pscholog. Berater, Lifecoach, Sachbuchautor)

PS: Wer die Achtsamkeits-Beiträge nicht gelesen hat / erst jetzt "eingestiegen" ist…  Die Blogs sind gerne nachzulesen, zusammengefasst auf der Projekt-Seite  https://www.das-neue-ich.com/projekt-achtsamkeit-im-taeglichen-umgang/

 

Bildquelle: Pixabay – Beitragsbild gesamt (C) Das Neue Ich

Das Schweigen: noble Geste… oder harte Bestrafung?

Schweigen

Ist ein Schweigen in gewissen Situationen möglicherweise eher eine sinnvolle Sache, eine noble Geste…?
Oder kann ein Schweigen auch harte Respektlosigkeit und Bestrafung sein?


Herzlich willkommen liebe Freunde einer Achtsamkeit!

Diesmal möchte ich mich einem mitunter durchaus heiklen, aber oft automatisierten Thema zuwenden. Dem Schweigen!

Falls jemand gerne nachlesen möchte – hier die allgemeine Definition zum Schweigen:  Definition Wikipedia


Ich bin ja an sich nicht unbedingt der Sprücheklopper / Phrasendrescher… doch jeder kennt vermutlich eine Aussage, wie: "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold!"


Sähe ich da nun durchwegs zustimmendes Kopfnicken…? Oder mitunter doch auch fragende, zweifelnde Gesichtsausdrücke?

Grundlegend würde ich – nach meinem Gefühl gehend – meinen, dass es hier durchaus verschiedene Differenzierungen geben könnte. Und man auch gut daran täte.

Wir alle kennen vielleicht gewisse Situationen. Grade wenn Emotionen aufgeheizt sind, könnte dieser Aussage durchaus viel Sinne innewohnen.
Denn wie schnell "rutscht" einem dann irgendetwas raus, dass man zu späterem Zeitpunkt mitunter bereut?!
Dann ist es aber bereits gesagt. Nicht mehr änderbar – Entschuldigung hin oder her.

Um also zum Beispiel einen Konflikt nicht weiter eskalieren zu lassen, mag "Gold", also nicht sprechen…, "hilfreich" sein.


Was nun aber, wenn es zum Beispiel um Situationen geht, bei denen ein Statement, eine Stellungnahme zu etwas, wichtig wäre? Alleine schon, um das Gegenüber einfach kennen zu lernen bzw. dem Gegenüber die Möglichkeit zu geben, z.B. mich kennen zu lernen. Gegenseitige Gedanken, Einstellungen kennen zu lernen bzw. im Ernstfall zu respektieren. Eine Situation, notwendige Schritte, Gedanken, Empfindungen und vieles mehr… offenzulegen, anpassen zu können an ein gemeinsames "Ziel"? Gar gemeinsame Kreation erschaffen zu können!

Denn riechen, schmecken oder dergleichen kann es das Gegenüber nicht! Und allfällige Annahmen, Erwartungen, Vorstellungen sind eben nur maximal Eigene. Nicht das wirkliche Gegenüber.

Grade Beziehungen stellen da eine schier unendliche "Spielwiese" dar.
Und mit diesem Beziehungen möchte ich nun nicht einzig nur auf partnerschaftliche Beziehungen einschränken, sondern auf jegliche Art zwischenmenschlicher Beziehung.

Freilich…
…auch hier zeigt sich wieder jenes auffällige Bild, dass wenn alles prima läuft, in der Regel kein Augenmerk auf eventuelle Mängel gerichtet wird.
Die Kacke beginnt praktisch erst zu dampfen, wenn eben nicht alles prima läuft. Wenn es zu Diskrepanzen kommt.

 

Was geschieht hier dann aber nun, wenn ein Mensch komplett dicht macht?
Oder maximal irgendwelche Aussagen folgen, die zwar – teils sogar ziemlich klar – auf eine Opferrolle hindeuten. Jedoch trotzdem nichts von sich selbst preisgeben?

Wer kennt sie nicht… jene "berühmte" Antwort auf die simple Frage, was denn los sei…?  Da kommt dann "Nichts". Jeder weiß, dass dieses "Nichts" in Wirklichkeit eine ganze Menge ist… aber es wird geschwiegen.

Und dann gibt es da vereinzelt dann noch Anlässe, Fälle… wenn man dann – meist über saudämliche "Zufälle" stolpernd – plötzlich hinter dieses Schweigen blicken kann… und sich mitunter Dinge… bishin zu Abgründen auftun, dass einem schlichtweg die Luft wegbleibt. Womöglich Dinge, die den "Entdeckenden" noch mit in eine Sache hineinziehen.


Aus psychologischer Sicht wird ein gänzliches Schweigen sogar als rücksichtslose Bestrafung gesehen. Als Verweigerung, Ablehnung und Respektlosigkeit. Als vermeintliche Machtdemonstration.

Ich würde dem noch hinzufügen wollen: eine gewisse Konfliktunfähigkeit, eine gewisse Beziehungsunfähigkeit.

Die Situation dazu eigentlich ja auch relativ leicht vorzustellen!
Nehmen wir einen Menschen her, zu dem man in keiner Weise durchdringt. Der einfach dicht macht. Von dem man letztlich keinen Gedanken zu etwas, über Charakter, Einstellung, Denken, Vorhaben , ja einfach zu gar nichts, erhält.

Man steht wie vor einer Mauer. Versucht, irgendein klitzekleines Bisschen herauszulocken… aber nichts.
Im minimal kommunikativen Fall werden maximal Schuldzuweisungen ausgeschüttet. Opferaussagen. Letztlich Angst.
Oft noch erkenntlich, dass dieser Mensch nicht einmal erkennt, wie sehr er sich eigentlich zum Opfer macht. Nur kommt man zur Angst erst recht nicht durch, da das Opfer gigantisch ist. Eigenes Rollen- und Verantwortungsbewusstsein nicht vorhanden scheint.
Am Ende aber doch Trotz… und eine gewisse Erwartungshaltung, gar Forderung, dass jegliches Gegenüber dieses Schweigen – samt möglichen Folgen – einfach so zu akzeptieren hat.

Doch: IST DAS SO???

Hat ein gegenüber einfach zu akzeptieren? Wenn ja, aus welchem Grund? Wer gibt Recht dazu, in anderer Verantwortung einzugreifen oder darüber zu bestimmen?

Durch völlig unterbleibenden Ausdruck über Denken und Fühlen, glaubt dieser Mensch mitunter, sich aus jeglicher Problematik entziehen zu können. Oder der Mensch setzt nur mehr komplettes "Pokerface" auf, oder zieht sich komplett zurück. Ist/wird depressiv (weint, verurteilt, geißelt sich selbst). Eine andere Form von "Kopf in den Sand" also. Oder setzt umgekehrt ein Gegenüber – hinter diesem Schweigen schon gradezu penibel geplant – letztlich vor vollendete Tatsachen.
Schweigen wird also zur vermeintlichen Bewältigungsstrategie. Egal nun, ob aus einer empfundenen Notlage heraus… oder aus dem anderen Extrem purer Egozentrik.

Wie wir vielleicht wissen, begleiten und gehören diverse Bewältigungsstrategien zu unserem täglichen Leben. Entstanden sind diese Strategien bereits in früher Kindheit. In jener Kindheit, in der die kindlich liebende Seele mittels Anpassung erfuhr, dass sie so nicht richtig war. Unwahre Gedanken entstanden, schufen im Wiederholungsfall Muster, Gewohnheiten. Glaubenssätze. Und daraus wiederum entstanden Lebensskripten mit ihren Bewältigungs- und Schutzstrategien. Denn genau diese damaligen Erfahrungen wollten wir nicht mehr … am Besten nie mehr… erfahren, erleben.

Das Heute nun spiegelt, führt uns ähnliche Situationen immer wieder vor Augen, da die damaligen Verstrickungen nicht gelöst wurden. Sie triggern im Heute die Vergangenheit, rufen diese Bewältigungs- und Schutzstrategien wieder auf.

In meiner bisherigen Erfahrung nun durfte ich feststellen, dass Menschen, die sich dann völlig zurückziehen, nichts mehr preisgeben (zumeist alles nach innen richten), eben schweigen… am Allerschwersten zu erreichen sind. Genau deshalb, da Mauern massiv hochgefahren werden. Da kein Zugang für irgendetwas mehr gegeben scheint.


In der Tat gibt es zum Schweigen in gewissen "Konstellationen" sogar ein sogenanntes Krankheitsbild. Den Mutismus (ICD 10, Mutus = lat. Schweigen).
Hierunter wird eine emotional bedingte Selektivität des Sprechens verstanden.
Und dieses auftretende Schweigen kann aus einer generellen Introvertiertheit, Ängsten, ja auch als Reaktion auf Systeme (systemischer Ansatz, z.B. Familie) auftreten.

In diesem Schweigen nun gibt es verschiedene "Stufen", die von "normalem Schweigen" (allgemein zurückgezogenes Verhalten), über Vermeidung der Lautsprache (es wird also eher nur noch gestikuliert oder über Mimik "kommuniziert"). Bis hin zu einem abwehrend, feindseligem, teils auch aggressivem Verhalten (hartnäckiges Schweigen) gereichen.
Nicht selten sind, nach meist längerer Beschäftigung mit dieser Thematik, vielfach Ursachen bereits in der Kindheit zu finden.

Auch findet des Öfteren Erwähnung, dass dieses Schweigen auch nicht selten als sogenannte "Machtdemonstration" Anwendung findet.
Derjenige, der dieses Schweigen anwendet, glaubt sich in der Position, durch die Verweigerung der Kommunikation den Anderen verunsichern, einschüchtern zu können. Dem Anderen auf diese Weise seine eigene Erwartungshaltung von Dingen aufzwängen zu können.


Grundsätzlich nun bin ich weder bereit, sofort gleich alles einer "Krankheit" zuzuordnen, noch irgendwelche "Rechtfertigung" in der Kindheit zuzulassen für alles weitere Denken und Verhalten. Denn es steht uns jederzeit frei, alles zu verändern.
Ich würde wohl meinen, dass grade in psychologischen Bereichen, eine Grenze zwischen möglichen Phänomen und tatsächlicher Krankheit, äußerst schwer festzumachen wären. Denn letztlich ist ein Mensch ein vielfältiges Individuum und viele verschiedene Einflüsse führen dann oft zu einem "Ergebnis".


Wie also kann ich dann generell mit einem Schweigen umgehen?

Ich würde selbst hier nun "trennen" wollen, ob keine anderen Umstände, Auswirkungen, Konsequenzen im Hintergrund stehen … die unter Umständen sogar Auswirkungen auf existenzielle Dinge darstellen.
Oder ob praktisch – nicht zuletzt aufgrund eines Schweigens, einer Opferrolle, Ängsten – eben schon besagte Kacke tierisch ins Dampfen geraten ist und absoluter Handlungsbedarf besteht!

Wie oft gab es zum Beispiel schon Fälle, wo der Mensch in seiner Welt lebt, aber übersieht, dass er finanzielle Verpflichtungen im Hintergrund hat? Es dann mit Fehlbuchungen/Rücklastschriften losgeht, da erst noch ein bisschen herumgetrickst wird, über Mahnungen bis hin zu gerichtlichen Maßnahmen. Es wird aber aus verschiedensten Gründen teils hartnäckig geschwiegen, verdrängt.

Habe ich – egal in welcher "Position" ich mich (als "Außenstehender") befände – nun automatisch die Pflicht, mich dieser Dinge anzunehmen, diese gar zu übernehmen, sozusagen dafür zu sorgen, dass der Karren aus dem Dreck kommt? Und während ich mit dem Einen womöglich noch beschäftigt bin, zeichnet sich schon der nächste Misthaufen ab…?
Ist dies vor allem "produktiv", während der Betroffene weiterhin diese Bewältigungsstrategie Schweigen verfolgt?
Läge dies letztlich in meiner Verantwortung?

Wenn also ein Mensch zum Beispiel in "seiner Welt" lebt, für sich und seine Planungen, Vorhaben, Vorstellungen, alles in Ordnung sieht…, durch dieses Denken und Handeln andernorts aber Notwendigkeiten keine Achtung finden, mitunter auch andere Personen mit in die Sache hineingezogen werden…
…dann wird es mitunter schwierig. Das Schweigen häuft also mitunter eine Problemsituation zur nächsten. Verwehrt Zugang zu einer Lösung. In "schwerwiegenden Fällen" kann man sich selbst dann nur durch eine Art Abstand, Loslassen "schützen", um nicht ebenfalls in diese Abwärtsspirale einzusteigen.

Ich würde sogar soweit gehen: Wenn womöglich eine gewisse Einsicht zu etwas, eine Erkenntnis, eigene Erfahrung fehlt… dann wird mitunter genau eben an einer solchen Erkenntnis kein Weg vorbeiführen! Auch wenn diese Erkenntnis vorerst herkömmlich negative Folgen, Konsequenzen hat.

Das berühmte bildliche Beispiel dazu…: Das Kind und die heiße Herdplatte. Manches Kind wird sich überzeugen lassen, dass die Herdplatte mitunter verdammt heiß ist und das schmerzliche Verbrennung verursachen kann. Manchem Kind kann man erzählen was man will… es wird tatsächlich hingreifen müssen, spüren, erfahren müssen.

Ich würde aber glauben, dass wir alle mehr oder weniger Beispiele in unserem Leben finden, wo wir auch ein wenig "stur" waren. Wo wir entweder dann auch erst nach eigener Erfahrung umlenkten…, oder wo es vielleicht auch mehrerer Erfahrungen bedurfte um "aufzuwachen"…  wink


Grundsätzlich sähe ich es für mich so, dass wenn jemand schweigen will, er dies durchaus auch tun darf. Seine Angelegenheit!


Als Empfehlung würde ich jedoch die Überlegung geben wollen, als was Schweigen eingesetzt werden soll!

  • Sollte es als Art "Bestrafung" sein, wäre dies keine gute Idee. Es wäre respektlos und irgendwie gemein dem Anderen gegenüber. Vor allem löst es die Probleme nicht.
  • Wäre es "nur" um etwas, jemanden, zu ignorieren… also auch eine Art Bestrafung, Ablehnung… dann könnte es aber zumindest artikuliert werden. Zum Beispiel dass man grade keine Lust hat zu sprechen.
  • Ist es eine Reaktion auf eine Beschimpfung, Beleidigung zum Beispiel… dann könnte man ein Schweigen zum Beispiel auslegen, dass ich auf diese Beschimpfung, Beleidigung einfach nicht einsteige. Nicht auf gleiches Niveau gehe. Wobei auch hier – ich hielte eine Kommunikation dessen auch zielführender.


Was ich allerdings der Vollständigkeit halber auch erwähnen möchte:
Derjenige, der ein Schweigen anwendet, darf ich sich auch möglicher Konsequenzen darüber im Klaren sein.

Es ist die Verantwortung jedes Einzelnen, ob überhaupt, wie lange, in welcher Art er dieses Schweigen für sich (!) anwendet… oder nicht… Verantwortung für mögliche Konsequenzen zu übernehmen… oder nicht.

Meine Verantwortung liegt in der Entscheidung, ob ich das mitmachen will… oder nicht…  Und jegliche Entscheidung von mir vermag für den, der Schweigen anwendet, eben Konsequenzen abzubilden. Ich könnte es zum Beispiel einfach stehen lassen. Ich könnte mich auch abwenden, sobald es an meine Substanz ginge.

Ferner würde ich meinen, eine allfällige Ablehnung, hier fremde Verantwortung übernehmen zu wollen oder gar vermeintlich zu müssen, ist keinesfalls als Gleichgültigkeit oder ähnliches zu sehen!
Auch nicht aus allfällig konstruierten Vertraglichkeiten heraus, die auf zumeist auf falschen Voraussetzungen beruhen. Egal, ob wir das von geschäftlichen Beziehungsseite, oder von privater betrachten wollen…

 


Was hat dieses Thema dann letztlich mit einer Achtsamkeit zu tun?

Mitunter sehr viel, würde ich meinen!

Erneut darf ich mich der Frage stellen, wo, wann und wie ich selbst das Schweigen zur Anwendung bringe!
Wie oft im täglichen Treiben geschieht es meist unbewusst?

Angefangen, dass einem – soferne vorhanden – ein Partner, das Kind vielleicht etwas erzählt, wir aber nicht wirklich zuhören. Ist das vielleicht sogar eine gewisse Art der Ignoranz?
Äußern wir es den betreffenden Personen gegenüber, dass wir vielleicht grade keine Lust dazu haben?
An sich ja kein Problem. Nur wird es oft zu einem aufgeblasen!
Der Partner/die Partnerin… ja auch das Kind… sollte durchaus die Gelegenheit haben, keine Lust haben zu dürfen!

Wie ist es in der Arbeit – soferne vorhanden?
Wann wird hier von Kollegen irgendwelcher Tratsch durchgekaut…? Entweder wir steigen sofort ein und tratschen mit. Oder wir hören auch nur halb bis gar nicht zu. Ohne natürlich, entsprechendes Desinteresse konkret zu bekunden. Wir Ignorieren also, verbiegen uns, spielen Theater etc.

Wann wenden wir absolutes Schweigen an? In welchem Kontext machen wir innerlich "dicht"? Verweigern uns den Tatsachen, dem Leben?

Und in welchem Situationen artet dieses Schweigen unter Umständen tatsächlich in ein bestrafendes, "verletzendes", trennendes Schweigen aus?

Ja. Ich weiß.
Es gilt in "bewussteren Kreisen", dass man sich nur selbst verletzen kann. Dass das Gegenüber es – mal von der Seite betrachtet – gar nicht wissen kann, welche Wunde es da möglicherweise mit seinem Schweigen berührt!
Dass selbst also – dieses Schweigen als "Bestrafung" – und gefühlte Verletzung, dann eigentlich nur längst vorhandene Verletzung, alte Wunde ist, die durch dieses Verhalten, Schweigen, in dem Moment berührt wird.
Und ja… jeder ist dann besonders eingeladen, sich diesem Schmerz liebevoll anzunehmen und dem nachzugehen.

Doch… der Schmerz ist da.
Der Bote, das Gegenüber hat mitten hinein gegriffen in die Wunde.

Ich bin selbst verantwortlich für diese Wunde und deren Bestehen!


Erst ein kürzliches Beispiel zur besseren Verdeutlichung insgesamt:
Einst in einer Beziehung, steht die Frau nun beinahe vor dem Privatkonkurs.
Die Beziehung dauerte über Jahre. Irgendwann kam es zum Zerwürfnis. Er zog – während sie auf Schulung war – sang und klanglos mit allem aus. Sie hatte nur mehr ihre Klamotten, obwohl einige Dinge gemeinsam angeschafft wurden.

Einst noch ein gemeinsames Konto, vergaß sie in dem der Trennung folgenden Trubel, sich sofort bei dem Konto auszutragen.
Er hingegen nahm damals dann – ohne ihre Kenntnis – einen Dispokredit von 3500 auf, verlor dann aber Arbeit. Kann nicht mehr bezahlen.
Jetzt wurde sie mit Exekutionsbescheid zur Zahlung sämtlicher Kosten (Kredit, Anwälte, Verfahrenskosten etc.) von 9000 belastet. Sie lebt jetzt nur mehr vom gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlebensbeitrag, kann aus dieser Scheiße nicht raus. Bekommt keinen Kredit. Kann nur hoffen, dass keine außertourlichen Zahlungen kommen.
Was tut er: er schweigt!
Keine Kommunikation, keine Reaktion, gar nichts. Sie wirds wohl irgendwie regeln.

Was nun, wenn in anderen Situationen, Fällen, noch zusätzlich gelogen wird? Gestohlen wird? Geschehnisse ja beinah herausgefordert werden, den Anderen noch weiter in eigene Verantwortlichkeiten hineinzuziehen?

Oder ein noch vielleicht gravierenderes Beispiel: Ein Ehepaar. Altersunterschied ca. 15 Jahre. Sein Leben hat sich vor nicht allzu langer Zeit in diverse Einzelteile zerlegt. Hat schon mal ein Kind aufs Auge gedrückt bekommen, will aber mit mittlerweile fast 48 kein weiteres mehr. Zudem wurde mit der Frau deren Tochter mit 10 Jahren in die Familie aufgenommen, umsorgt. Und dann… als er eines Abends eigentlich nur ein paar Rechnungsbelege abheften will, fällt ihm aus einem Ordner mit ziemlichem Tohuwabohu ein Schreiben des Arbeitgebers seiner Frau in die Hand, dass die Firma dem Arbeitsinspektorat mitteile, dass sie schwanger sei. Geburtstermin in knapp 5 Monaten. Die Frau hatte dazu mit ihm nicht ein Wort diesbezüglich gewechselt. Hätte es wohl auch weiter nicht, wäre nicht dieser "Zufall" geschehen. Absolutes Schweigen. Vor vollendete Tatsachen stellen. Sie will unbedingt ein Kind – basta.

Nur nicht, das dies noch reichen würde…  Da tun sich dann noch weitere Dinge auf, dass andere mittlerweile längst davon wissen, noch andere Kacke-Haufen, vor allem hinsichtlich diversen Zahlungssäumigkeiten, Verschuldungen gehörig am Dampfen sind. Womöglich Ausflucht in Schwangerschaft als letzten Ausweg, da dann nichts mehr zu holen ist? Vermutungen über Vermutungen. Jedoch weiterhin eisernes Schweigen!

Was ich nun verdeutlichen will…

Schweigen ist ja recht und schön. Eigene Verantwortung.
Wenn es jemanden "glücklicher" Macht, auch Lügen und Stehlen, Kinder bekommen, Schulden machen, sonst was! Seine/Ihre Verantwortung!
Solange es nicht jemand anderen mit in die Sache, in die Tiefe mit hineinzieht!!!

Wir können also – so sagt mir mein Gefühl – das Schweigen des Anderen in jedem Sinn, in Liebe und Wertschätzung annehmen. Wir dürfen aber gleichzeitig unsere Verantwortung wahrnehmen.

Alles hat also irgendwie Grenzen! Grenzen, die auch achtsam betrachtet, gewahrt sein wollen.
Und nein… ich möchte mich nun nicht thematisch versteigen, was es nun dieser Frau, dem Ehepaar oder anderen mit diesen Situationen aufzeigen möchte…
Ein "Grund" dazu wird mit Sicherheit vorliegen…


Was also könnte zum heutigem Thema "Hausaufgabe" sein?

Mal über das eigene Denken und Handeln zu blicken, etwaige solche eigene Gedanken, Handlungen vom Schweigen zu lokalisieren? Genauer zu betrachten, was eben hierbei dann Gedanken und Gefühle/Emotionen sind?
Was möglicherweise wirklich dahinter steckt? Das kommt ja nicht vom sauren Regen!

Als Fleißaufgabe: Sich – so Mut und Wille dazu ausreicht – sich bei den betroffenen Personen zu entschuldigen…?

Für die Zukunft… bisherige Denk- und Handlungsmuster zu erkennen. Und wenn bei nächster Gelegenheit diese (Schutz-, Strategie-)Muster wieder auftreten, dann gleich einen anderen Weg zu beschreiten.
Wenn man selbst nicht damit zurande kommt, vielleicht sogar Rat, Hilfe organisieren?
Eine aussenstehende Sicht, ein anderer Blickwinkel kann oftmals Dinge aufzeigen, die man selbst nicht zu erfassen in der Lage ist… Somit Schlüssel zur einer freien Zukunft sein können.

Wir sind Menschen! Wir dürfen uns zu allem Unterstützung holen! Aber wie es mein Bruderherz auch immer so treffend umschreibt: "Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden!" laugh


In diesem Sinne also beschließe ich den heutigen Achtsamkeitsbeitrag.

Habt viel Spaß und Erkenntnis in Eurem Denken und Tun.
Lasst uns alle wieder einen weiteren Schritt auf dem Weg der Achtsamkeit machen… und vielleicht dadurch nicht nur unser eigenes Leben bereichern, sondern auch das große Ganze!

Euer

Ernold Prinz

(Lifecoach, psycholog. Berater (i.A.))

 

PS: Wer die Achtsamkeits-Beiträge nicht gelesen hat / erst jetzt "eingestiegen" ist…  Die Blogs sind gerne nachzulesen, zusammengefasst auf der Projekt-Seite  https://www.das-neue-ich.com/projekt-achtsamkeit-im-taeglichen-umgang/

 

Bildquelle: Pixabay – Beitragsbild gesamt (C) Das Neue Ich