Der Schlaf – Der Jungbrunnen des Körpers

Der Schlaf

Der Schlaf – vielfach unterschätzt und vernachlässigt… Und doch stellt er eine Art „Jungbrunnen“ für den Körper dar!

Selbstverständlich habe ich in früheren Jahren auch mal die eine oder andere Nacht um die Ohren geschlagen. Es vermeintlich weggesteckt. Gearbeitet bis zum Umfallen… Mit einer Selbstverständlichkeit, die ich heute eher eine Art Präpotenz, einer Verachtung meinem Körper, mir selbst gegenüber gleichsetzen würde.

Heute… ja heute nun sehe ich die Thematik mit anderen Augen. Muss mir mit knapp über 50 (was bitte kein wirkliches „Alter“ ist), Einbußen eingestehen, die zu einem gewissen Grad vermeidbar gewesen wären. Aber hinterher ist man bekanntlich ja immer schlauer…

Ich messe der Thematik heute die gebührende Aufmerksamkeit bei. Denn es geht um meine Gesundheit. Mein Leben.

Herzlich willkommen liebe(r) Leser:In zu diesem Beitrag!

Denn diesmal geht es um Deine Gesundheit, Dein Leben!

 

Eine „Warnung“

Eine solche „Warnung“ möchte ich dem Ganzen heute vorausschicken:

Es soll keinesfalls sogenannte „Schwarzmalerei“ betrieben werden, um letztlich wieder eine Art „Angstzustand“ zu erzeugen. Dennoch ist es wichtig, gewisse Dinge anzusprechen, auf mögliche Folgen hinzuweisen!

Dienen möchte das Ganze einzig dem, das Bewusstsein für ein tägliches Tun… bzw. oftmals Nicht-Tun zu schärfen! Denn schlussendlich haben wir in diesem Körper nur das eine Leben. Und dieses wollen wir doch letzen Endes genießen… Oder etwa nicht…?!

Und wer dann mit dem Argument käme „Na wer weiß, ob ich den nächsten Tag noch erlebe!?“… Ja gehts denn nicht genau darum…?!

PS: Ich hoffe, im Bezug auf neuerdings Einzug haltender „Sprachhysterie“, Genderwahn und Antidiskriminierungsaktivität, ist der Begriff „Schwarzmalerei“ noch „politisch korrekt und wird als genau das verstanden, was er ausdrücken soll!

Zur Definition „Schwarzmalen“: Darunter versteht man, etwas nur pessimistisch zu sehen. Synonyme dazu lauten da… „madig machen, mies machen, vergraulen“ etc. Es hat also nicht einmal ansatzweise etwas mit der biologischen Beschaffenheit der Haut von Menschen zu tun!

 

Die Chronobiologie – Der Schlaf und sein „Tages-Anteil“

In der Chronobiologie geht es um nichts anderes, als dass sich die Wissenschaft/Medizin mit der zeitlichen Organisation von biologischen Systemen befasst. Sie untersucht Regelmäßigkeiten und rhythmisch wiederkehrende Faktoren in der Lebensweise von Individuen. Jeder Mensch hat seinen eigenen Tagesrhythmus. Und tut im Grunde nur gut daran, diesem zu folgen. Dieser biologische Rhythmus ist nicht änderbar. Durch verschiedene äußere Einflüsse kann man diesen maximal täuschen, neu „synchronisieren“. Je unregelmäßiger jedoch die „Täuschung“ stattfindet, desto mehr wirft sie den angeborenen Rhythmus durcheinander, zieht früher oder später Folgen nach sich.

Mancher nun wird den Spruch noch kennen „Es erledigt sich im Schlaf“. Gemeint damit, dass sich etwas „von selbst“ erledigt.

Beginnen wir mal damit, wieviel wir schlafen, um dieser „Erledigung“ entsprechend Raum  zu geben. Wie verbringen wir unseren Tag insgesamt?

Wenn wir jetzt einmal von einem voll berufstätigen Menschen ausgehen, verbringt dieser gern mal 40 Stunden die Woche, auf Arbeit. Auf die gesamte Woche aufgeteilt, also 5,7 Stunden täglich. Viele viele Jahre lang…  Wie viele von uns aus eigener Erfahrung wissen, bleibt es oft nicht bei diesem Stundenpensum. Zusätzlich haben viele Menschen noch einen entsprechend langen Weg in und von der Arbeit. Wenn wir nun viele Eventualitäten des Lebens einrechnen, Schule/Studium, Urlaube, Krankenstände, Kinderzeiten, Teilzeitjobs, u.v.m.,… Davon ausgehen, dass wir im Schnitt 80 Jahre alt werden… Ja denn pendeln wir uns irgendwo bei einer Tagesleistung von 18% unserer Zeit, für die Arbeit ein. Im Schnitt! Wenn wir nun zurückkehren in eine übliche 5-Tage-Woche, verschiebt sich das Pensum jedoch in den Bereich 35%. Das Wochenende, den Urlaub, lasse ich jetzt einmal kurz einfach so stehen…

Von 100% des täglichen Zeitguthabens nun, bleiben schon mal nur mehr 65%, für alles Andere als Arbeit, Brötchenerwerb. Im Durchschnitt. Ein stattlicher „Verlust“ also…

So. Jetzt gehts aber ja nicht um die Arbeit, sondern den Schlaf.

 

Was passiert da also nun im Schlaf?

Ist der Körper auf Sparflamme geschaltet, wir träumen… und das war´s?

Weit gefehlt!

Während nun bei Müdigkeit, der Körper üblicher Weise ein Hormon namens Melatonin produziert, werden nebst diesem noch andere Substanzen ausgeschüttet, die das bewusste Denken abschalten und uns in den Schlaf „hinüberrutschen“ lassen. Zumeist können wir uns darin nicht mehr erinnern. Müdigkeit übrigens, entsteht auch dadurch, wenn Stoffwechselprodukte abgebaut werden müssen, die sich über den Tag hin angesammelt haben.  Was alleine hieraus schon an „Komplikation“ entstehen kann, wenn der Schlaf zu wenig beachtet wird… Darauf komme ich dann später gleich!

Wer nun meint, dass der Körper im Schlaf nichts tut, irrt! Abwechselnd (Tiefschlaf- und Traumphasen) beginnen – im normalerweise üblichen Schlafrhythmus von ca. 90 Minuten – Prozesse höchster Aktivität. Gewisse Abfolgen von „Ereignissen“ in Körper und Geist. Einen davon habe ich grade zuvor erwähnt… 😉

Was geschieht in der Tiefschlafphase? Die Atmung wird langsamer, flacher, der Blutdruck sinkt, die Körpertemperatur sinkt ein wenig. Der Körper schüttet große Mengen von Wachstumshormonen aus, die er für seine Regeneration braucht. Eben jener zuvor erwähnter „Reinigungsprozess“ kommt in Gang. Das Immunsystem wird aktiviert, Abwehrzellen fahnden nach unerwünschten Eindringlingen wie Viren und Bakterien und machen sie unschädlich.  Der Körper selbst, die Muskeln, bleiben in der Regel inaktiv. Einzig Schlafwandler zeigen hier Abweichungen.

Etwas nach diesen 90 Minuten, wechselt der Körper erstmalig in die Traumphase – REM-Phase. Hier nun kommt es sehr wohl zur Aktivierung von Körpervorgängen. Insbesondere das „vegetative System“ – also Atmung, Pulsschlag/Herztätigkeit – werden unregelmäßig. Ganz besonders das Gehirn wird aktiv. Wir befinden uns beinahe in einem Wachzustand. In der ersten Nachthälfte verarbeiten wir Tagesereignisse aus Berufs- und Privatleben. Dadurch werden im Gehirn Speicher geleert, die am Tage wieder benötigt werden. In der zweiten Nachthälfte haben wir oft irreale und bizarre Träume. Im Traumschlaf kann sich die Fantasie ungehindert entfalten. In dieser Phase werden vermutlich Bereiche des Gehirns trainiert, die tagsüber unterfordert sind.

Der Schlaf

 

Wie man sich bettet, so schläft man…

Dieser alte Spruch… in etwas abgewandelter Form nun… soll im Grunde einen wichtigen Bestandteil eines gesunden, erholsamen Schlafes beschreiben.

Es wird also – plump ausgedrückt – ein grober Unterschied sein, ob man irgenwo auf einem Bürosessel kauert und der Körper auf „Not-Aus“ geht…. oder ob man auf einem ordentlichen Bett entspannt schläft.

Die aufmerksame und richtige Wahl eines „Untergrundes“, wird also nicht selten für eine gute Erholung beitragen. Und jene „Untergründe“, die hier nun zum Beispiel eher für eine Verkrümmung der Wirbelsäule sorgen, wie etwa ungeeignete Matratzen, stellen einen Aspekt dar.

Das war´s?

Nein!

Der Schlaf – vor allem ein erholsamer und gesunder Schlaf – fordert hier definitiv noch weitere „Zutaten“ für ein gutes Gelingen!

Was kann das nun sein?

 

Der Schlaf und seine „Zutaten“

Abgesehen also einmal von einer geeigneten Matratze, die letztlich z.B. die Wirbelsäule richtig entlasten soll…  So trägt zum Beispiel eine augenscheinliche „Unwichtigkeit“, wie die „richtige Bettwäsche“ zu einem guten Schlaf bei. Es wird – insgesondere in der warmen Jahreszeit – ein Unterschied sein, ob man einen Stoff wählt, der Schweiß aufnimmt… oder der an der Haut klebt wie Plastikfolie. Insgesamt ist die Temperatur der Schlafräumlichkeit nicht unerheblich. Weiters ist eine (wenn möglich angepasste) Luftfeuchtigkeit wichtig.

Ferner nun das Thema der Beleuchtung. Je dunkler – hier wiederum insbesondere bei Tageslicht draußen – desto besser für den Schlaf. Das große Thema der „künstlichen Bestrahlung“… wie etwa durch TV, Handy, W-Lan, etc., erwähne ich hier jetzt nur kurz. Festgehalten sei jedoch, dass dies letztlich für einen gesunden Schlaf definitiv abträglich ist, die Qualität vermindert!

Zeitgleich ist die Thematik „Lärmentwicklung beim/im Schlafbereich“ nicht zu vernachlässigen. Je mehr Lärm störend einwirken kann, desto schlechter wird der Schlaf letztendlich.

Weiter ginge die „Auflistung“ dann mit dem körperlichen Befinden. Abgesehen von tatsächlichen Beeinträchtigungen, Erkrankungen des Körpers… Lege ich mich z.B. mit eben grade vollgestopftem Magen zur Ruhe, wird dies der Schlaf mit entsprechend schlechter Qualität reflektieren. Insgesamt ist das Thema „Ernährung“ ein Großes und Wichtiges. „Negativ-Ableger“ davon, wie Alkohol, Nikotin und Sonstiges, sind keine „Segensbringer“ für eine wichtige Körperregeneration.

Auch schiene mir persönlich sehr wichtig, wie das geistig/seelische Befinden vor dem Zubettgehen ist. War ich tagsüber mega gestresst, durch allfällige Geschehnisse beeinflust, nehme ich gar Konflikte mit „hinüber“… vor allem, ohne zuvor ein wenig „Psychohygiene“ betrieben zu haben… Ja dann wird mir dies einen gesunden Schlaf vergällen. Hier soviel auch dazu angemerkt: Stress insgesamt ist für eine Erholung sehr kontraproduktiv. Am Besten ist, Stress und den dadurch in Gang gesetzten Hormoncoctails durch aktive Bewegung zu begegnen. Ansonsten wirken diese Hormone über Stunden hinweg in eine „Pseudo-Angriffs-/Flucht-Reduktion“ des Körpers.

 

Die Qualität und richtige Menge des Schlafes

Wie wir nun im zuvor geschilderten Themenbereich aufgezeigt haben, benötigt der Schlaf eine ganze Reihe an Voraussetzungen, um nicht nur angenehm zu sein. Sondern vor allem das tägliche Geschehen, all die Belastungen, gut abarbeiten zu können. Erholung, Regeneration zu ermöglichen. Gibt es in einem oder gar mehreren Bereichen Defizite, so wird sich dies subsummieren. Manchmal werden wir dies sofort nach dem Erwachen merken… 

Nicht selten jedoch treten diese Mängel erst später auf…! Viel später… Und wundern uns dann noch…

Was hat das nun noch mit der Menge des Schlafes zu tun?

Wenn jetzt jemand … aus welchem Grund auch immer… zum Beispiel eine Nacht durchgemacht hat… Danach wirft er/sie sich hundemüde ins Bett… Schläft am Stück dann weit jenseits von 12 Stunden…  DAS mag auf den ersten Blick hin vielleicht ausreichend erscheinen. Ja freilich holt sich der Körper das, was er zuvor versäumt hat. In der Regel. Im Sinne eines gesunden Schlafes… vor allem REGELMÄSSIGEN Schlafes. Jedoch ist das maximal die „halbe Miete“. Trotz möglicherweise „gefühlten“ Ausschlafens, bestehen im Körper Mängel. Der Körper, der Schlaf, schafft eben keine Accordarbeit. Zusammengefasst kann man also sagen, dass die Menge des Schlafes wenig über dessen Regenerationspotential aussagt. Ein kurzer „Power-Nap“ kann mitunter mehr Erholung bringen, als ein stundenlanges Hin- und Herwälzen.

 

Der Schlaf und seine Regelmäßigkeit

Grundlegend nun könnte man einbringen, dass vor allem regelmäßiger, guter Schlaf, am meisten Erholungsmöglichkeit bietet.

Wir alle wissen aber wohl, dass insbesondere das mit der Regelmäßigkeit nun so eine ganz eigene Sache ist…

Teils nun wird der Schlaf und seine Regelmäßigkeit unfreiwillig aus dem Rhythmus geworfen. Bestest Beispiel aus der Arbeitswelt ist das Schichtarbeiten. Je unregelmäßiger eine körperliche Beanspruchung bzw. Erholungsphase angelegt ist, desto suboptimaler ist sie in ihrem Ergebnis. Ein menschlicher Körper lässt sich ja zu vielem „trainieren“… Doch irgendwo, irgendwann sind da bald Grenzen erreicht. Er lässt sich nicht wie ein Gerät einfach an- oder abschalten!

Viele Beschäftigungen, gesetzliche Hintergründe zu Arbeitsverträgen, sehen zum Beispiel Mindestruhezeiten von 8 Stunden vor. Darin jedoch noch gar nicht einberechnet ein Weg zur/von der Arbeit, Körperhygiene, Verpflegung, gar soziale Kontakte etc. Irgendwelche Probleme im täglichen Geschehen, die auch mental fordern, dürfen da quasi gar nicht vorkommen. Man erkennt also bereits hier, dass eine empfohlene tägliche „Mindestschlafdauer“ von 6-8 Stunden, knapp wird…  Allfällige Statements von sogenannter „Work-Life-Balance“ entbehren sohin einer Realität, sind verbale Kosmetik, Aufputz ohne wirkliche Nachhaltigkeit.

Jetzt sprechen wir hier nur vom Anteil der Arbeit!

Wieviel an sogenannten Freizeitkonsumationen, brauchen dann noch ihren Teil am täglich zur Verfügung stehenden Zeitpensum…?

Wo liegen vor allem die wirklichen Prioritäten…?!?!?!?!?

 

Der Schlaf und seine Prioritäten

Wie zuvor grade ausgeführt, ist der Bereich des täglichen „Brötchenerwerbs“, nur der eine maßgebliche Bereich einer Tageseinteilung.

Leben besteht jedoch – in der Regel – nicht nur aus Arbeit. Wie eingangs beschrieben, bleiben 65% der Zeit für uns, unsere Tagesgestaltung.

Darin gibt es auch noch hinlänglich benannte „Frei-Zeit“. Zeit also, die sich jeder nach Lust und Laune, Wichtigkeit, frei einteilen kann.

Entstehen hierin schon wieder zeitliche Engpässe, sogenannte Notwendigkeiten… Dann würde ich mal frech behaupten: Dann  ist die Prioritätenreihung falsch gesetzt!

Selbstverständlich gibt es im täglichen Zusammensein, im systemischen Wirken zueinander, immer wieder Geschehnisse, die vermeintlich plötzlich auftreten. Die dann eine gewisse Art von Flexibilität von uns fordern – auch im zeitlichen Umgang.

Doch… und das frage ich nun auch Dich, liebe(r) Leser:In…:

Wie sind Deine Prioritäten zu Deinem Tagesablauf gesetzt…?

Welche Position hat dieser Bereich, DEIN „Schlaf“ inne…?

DER Schlaf, der die Regenerationszeit, ja schier den Jungbrunnen Deines Lebens darstellt, wie ich in vorigen Kapiteln schon darzulegen versuchte…!?

Kennst Du überhaupt den wirklichen Wert, die Chance der Erholung Deines Körpers…? Förderst Du achtsam diese Gelegenheit, jeden Tag? Oder lässt Du einfach „schleifen“…

Träfe nun tatsächlich Zweiteres zu… also dass Du dem tatsächlich nur mäßige Aufmerksamkeit schenkst…  Dann würde ich Dich weiter fragen wollen: Was bringt Dir letztlich ein Körper, der zusehends zu Schanden geritten wird? Willst Du das???

 

Wenn der Schlaf ausbleibt…

Noch einmal bitte: DAS jetzt nicht als Schwarzmalen betrachten!

Viele Menschen wissen, dass Luft zum Atmen, Wasser zum Trinken, Nahrung zum Essen, zu lebenswichtigen Grundelementen gehören. Nur wenige wiederum wissen, dass – vor allem ständiger – Schlafentzug, sogar tödlich enden kann!

Um die Prioritätenreihung mal etwas auf Vordermann zu bringen… Hier eine kurze Liste, wie lange ein Mensch (durchgehend) ohne die 4 Grundelemente im Durchschnitt überleben kann:

  • ohne Luft: 5-10 Minuten
  • kein Trinkwasser: 4-5 Tage
  • ohne Schlaf: ca. 14 Tage
  • ausbleibende Nahrung: bis zu 60 Tage

Eine ziemlich ausgereifte Medizin hat mittlerweile genug Beispiele gesehen, was dabei herauskommt, wenn der Schlaf nicht die Priorität erhält, die seiner Funktion gerecht wird…

Schlafmangel äußert sich durch eine Vielzahl von körperlichen Symptomen. Er hat gleichzeitig aber auch teils enorme Auswirkungen auf unsere Psyche. Dies kann bis zu schweren Halluzinationen führen. Jeder, der schon einmal „übertrieben“ hat, kennt das, wenn man plötzlich Dinge sieht, die es gar nicht gibt…

Ein Schlafmangel macht sich anfangs durch Müdigkeit (oftmaliges Gähnen), Schlappheit, bemerkbar. Übergeht/ignoriert man diese Warnsignale, geht die Phase der Müdigkeit zwar wieder vorbei. Ein Gefühl der Euphorie setzt ein – ähnlich dem einer Alkoholisierung. Dies liegt an einer übermäßigen Dopaminausschüttung des Gehirns. Jetzt beginn der eigentliche Schlafentzug.

Dass der Körper nun jedoch „insgeheim“ bereits in einer Art „Stress-Modus“ ist, ist vermutlich nur wenigen bekannt. Mit diesem Stress wiederum, kommt es zu einer weiteren Ausschüttung von Hormonen. Darunter das wohl wenig ideale Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol.

Was nun wiederum erwächst aus dem Stress? Dieser Hormon-Coctail kursiert nun mehrere Stunden im Körperkreislauf. Der Stress blockiert, verändert sonstige Körperfunktionen. Stellt praktisch auf „Flucht- / Kampf- / Totstellmodus“ um. Ist für ein rationelles, offenes, lösungsorientiertes Denken auch nicht zuträglich. Verhindert so natürlich auch eine Melatonin-Produktion. Wer kämpft/flüchtet, darf, braucht nicht schlafen!

Was also können Folgen sein?

 

Mögliche Auswirkungen von Schlafentzug

Wir Menschen sind ja teils wirklich seltsame Wesen…

Unser Körper, an und in sich ein Wunder in vielerlei Hinsicht, hat da sogar eine eigene „Alarmanlage“ inkludiert, die uns auf verschiedene Notwendigkeit aufmerksam macht. Wir haben nur vielfach einfach verlernt, darauf zu achten, die Zeichen zu erkennen, entsprechend zu handeln.

Es gibt mittlerweile schier unzählige Untersuchungen, Studien, die sich mit den Auswirkungen von Schlafmangel beschäftigen.

Solche sogenannte erste „Alarmzeichen“ wären da…

  • Als Erstes, wird der Körper ein heftiges Gähnen  indizieren
  • Durch Schlafmangel senkt der Körper die eigene Temperatur ab. Wer schon einem „übernachtig“ war, kann sich vielleicht erinnen, wie leicht einen bei Müdigkeit fröstelt…
  • Schlafmangel verschlechtert zusehends die Reaktionszeigen, Reaktionsgenauigkeiten
  • Augenringe sind bei Schlafmangel ein optisches deutliches Zeichen
  • Wie zuvor bereits erwähnt, kann es zu teils heftigen Halluzinationen kommen
  • erhöhte Reizbarkeit bzw. Aggressivität
  • verminderte kognitive Leistungsfähigkeit. Schläft jemand mehrere Tage hindurch zu wenig, reagieren Menschen nicht selten wie mit einem Blutalkoholgehalt von 0,6 Promille.
  • eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Kurzzeitgedächtnisses (Gedächtnislücken, teils Gedächtnisverlust)

Geht nun der Schlafmangel in eine Wiederholung, eine „Selbstverständlichkeit“ über, so können die physiologischen (körperlichen) Wirkungen massiver, gar gefährlich werden. Man spricht von „chronischem Schlafmangel“.

  • Schlafmangel kann nun – so man dann da doch einmal schläft – zu Schmerzen der Muskeln, Muskelzuckungen, unkontrolliertem Zittern führen. Muskelkrämpfe können folgen
  • ein in Folge eingeschränkter Stoffwechsel, erhöht das Risiko von Fettleibigkeit. Sogenannte „unerklärbare“ Gewichtszunahme, kommt nicht selten zumindest mit aus einem chron. Schlafmangel…
  • Zu wenig Schlaf kann zu Wassereinlagerungen im Körper führen. Irgendwo muss es ja hin.
  • Funktioniert die eingangs angeführte „Reinigungsfunktion“ des Körpers von den Abfallprodukten des Stoffwechsels nicht mehr richtig, verschlacken die Zellen, der Körper.
  • Es kann zu Nieren-/Leberschäden führen. Wenn eingangs beschriebene Selbst-Reinigungsfunktionen nicht mehr richtig funktionieren, um  z.B. Stoffwechselabfälle ausreichend zu entsorgen, „vergiften“, übersäuern wir unseren Körper langfristig.
  • Dadurch, dass z.B. eine Fettleibigkeit entsteht, stimmen oftmals Cholesterinwerte nicht mehr. Es kommt hier zu Organschäden, Verlegungen von Blutbahnen etc.
  • Da auch andere Verdauungsfunktionen eingeschränkt werden, kann eine Beeinträchtigung der Blutzuckerregulation… vielmehr Diabetes… ein langfristiges Thema werden.
  • Alles in Allem erhöht sich jeweils um einen Faktor (je missachtetem Punkt) das Risiko auf Herzerkrankungen, Gehirnschlag.
  • Nicht zuletzt leidet insgesamt das Immunsystem dahingehend, da es durch Schlafentzug seine Funktion herunterfährt. Auch hier – wie eingangs beschrieben – besteht dann ein erhöhtes Risiko an Infektionskrankheiten. Grade in aktueller Zeit eines Corona/Covid 19, sollte diese Thematik als ganz bestimmt zum Nachdenken und Verändern von allfälligen „Gewohnheiten“ sein!!!

Was nun an dieser Stelle, der Vollständigkeit halber noch erwähnt bzw. ggf. wiederholt werden soll: „Einwirkungen“ von außen – also z.B. Alkohol, Nikotin, Medikamente, gar illegale Substanzen etc. verschlechtern ein Bild bzw. Handling von Schlafmangel zusätzlich. Nicht wenige Menschen jedoch wissen sich nur mehr durch die „Unterstützung“ derartiger Mittel, scheinbar aus der Schieflage zu lavieren!

Abends brauchts es ein oder mehrere Bierchen, Weinchen etc. Morgens kommt man ohne ein oder mehreren Kaffee´s, Red Bull´s etc. nicht aus den Latschen… So beginnts vielfach… Dass nun generell nichts gegen ein Bierchen/Weinchen/Kaffeetscherl einzuwenden ist… Ja nun… streng genommen, ist dagegen etwas einzuwenden! Denn alle diese Dinge enthalten Stoffe, die für den Körper an sich, Gift sind. Unter erhöhtem Aufwand wieder abgebaut, entsorgt werden müssen, die übersäuern. Wenn also ab und an in geringen/mäßigen Mengen genossen wird… schön und gut. Wenn diese Dinge jedoch zusätzlich gegen Schlafmangel eingesetzt werden, dann bekommt das eine eigene „Gefährdungsstufe“… Ein „Teufelskreis“ eröffnet sich.

 

Der Schlaf – eine Zusammenfassung dazu

Der Schlaf des menschlichen Körpers dient also nicht rein nur zur Erholung schlechthin, sondern er birgt auch tatsächlich wichtige Funktionen der Regeneration in sich.

Das tägliche Erwachen, die internen Körperfunktionen, das Einschlafen, werden „gesteuert“ vom Sympatikus und Antipathikus. Während der Sympatikus der „Wecker“, der „Initiator“ von Aktivität ist, ist der Antipathikus das Gegenteil. Beide halten sich in einem gesunden System annähernd die Waage.

Gemäß einer Schlafforschung aus den 1980ern an der Universität Zürich und Groningen, erforschte man, dass es im menschlichen Gehirn noch einen weiteren „Initiator“ von Aktivität und Passivität gibt: den „Nucleus suprachiasmaticus“. Die innere Uhr. Sie beeinflusst die Wachheitssignale, die dem ansteigenden Schlafdruck zunächst entgegenwirken. Erst in der zweiten Tageshälfte wird dieser Weckruf wieder leiser, sodass wir im besten Fall wieder ein- … und vor allem… durchschlafen können.

Schlafentzug nun hat die teils „ungute Eigenschaft“, dass dann folgende Symptome nicht mehr wahrgenommen werden. Ein Paradebeispiel der Gefährlichkeit sei hier mit „Sekundenschlaf“ benannt. Wenn also jemand dann letztlich beim Fernsehen auf der Couch einnickt, wird so gesehen nicht viel „schiefgehen“. Irgendwann gab es halt „Filmriss“. Stehen da nun jedoch sicherheitsrelevante Aspekte jeglicher Art im Fokus, dann wird die Sache schnell eng. Sehr schnell. Und sehr eng! Und liebe(r) Leser:In… Lass Dich an dieser Stelle ggf. ausdrücklich gewarnt sein! Die Verantwortung dafür trägst letztendlich DU!!! Du bist die „letzte Instanz“. Irgendwelche Vorschriften, Planungen etc. helfen nicht, sich auf etwas hinauszureden…

Wozu nun letztlich also auf den eigenen biologischen Rhythmus achten? Weshalb dem Begriff „Work-Life-Balance“ Beachtung schenken?

Was wohl genau, umschreibt dieser Begriff „Work-Life-Balance“? Richtig! Eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Leben. Ich persönlich würde das vorweg schon einmal sofort „umdrehen“ auf „Life-Work-Balance)! Weshalb steht die Arbeit an erster Stelle? Etwa, weil man noch immer nicht verstanden hat, dass das Leben DAS Potential schlechthin ist? Wie soll jemand auf Arbeit gute Leistung bringen, wenn das Leben, damit untrennbar verbunden eine physiche wie psychische Gesundheit, in „Schieflage“ steckt?

Nicht zuletzt aus einer allumfassenden systemischen Sicht heraus, kann man dazu nur dringend raten! Ist ein Mensch ausgeruht, erholt, regeneriert… dann stellt sich eine höhere Zufriedenheit ein. Eine Flexibilität, eine Attraktivität, Leistungsfähigkeit steigt in der Regel. Ausfälle hingegen sinken. Und nach einem einfachen Motto „Geht es mir gut, kann es automatisch auch anderen gut gehen“, wird dies seine Kreise ziehen.

Für jene, die mit dem Begriff „systemische Sicht“ nichts anfangen können…  Die systemische Sichtweise bestimmt den Menschen zugleich als biologisches und als soziales Wesen innerhalb eines Kontextes. Das heisst, das Sein und Handeln eines Einzelnen ist abhängig von seinem Platz (seinem Denken, Handeln/Unterlassen) innerhalb des Systems, in welchem er sich befindet, also vernetzt.

Sowohl im „Privatbereich“ als auch im betrieblichen Kontext, wird es doch bitte wohl so sein, dass man sich viel lieber mit ausgeglichenen, ausgeruhten, attraktiven Menschen umgibt. Bessere „Ergebnisse“ im Miteinander erzielt…. als wenn man unausgeglichene, unausgeruhte, launische Missgünstler mitschleift. Es gibt die „Aufwärtsspirale“ … oder eben ein Gegenteil.

Wenn nun wiederum noch entscheidende Aspekte wie eine Konzentrationsfähigkeit, Sicherheit, etc. in eine „Personalentscheidung“ einzubeziehen sind… Ob dies nun darum geht, wem ich meine Kinder zur Beaufsichtigung anvertraue, oder ob ich arbeitstechnisch damit befasst bin… Völlig egal! Ich persönlich entscheide mit ganz klar für die „positive Variante“.

 

Der Schlaf – was also TUN dafür?

Die einfachste Antwort würde hierzu lauten: Schlafen wenn man müde ist!

Da sich das jetzt aber vielfach doch nicht so einfach darstellt bzw. umsetzen lässt, würde ich folgende Tipps geben:

  1.  Mache Dir einen „Tagesplan“, verschaffe Dir Überblick, reihe nach Priorität. Wenn dies nun bedeuten sollte, dass gewisse Dinge an diesem Tag womöglich nicht stattfinden können, dann ist das eben so. Vermeide Stress, ein vermeintliches „Ich-muss-Verhalten“.
  2.  Werde Dir Deines Körpers, Deiner Bedürfnisse bewusst! Und räume diesen genug Zeit und Raum ein!
  3.  Plane (!) Dir zur Nachtruhe mindestens 7 Stunden regelmäßig ein! Gemäß einer Empfehlung der Amercian Academy of Sleep Medicine, bieten durchschnittlich 7 Stunden Schlaf mit guter Qualität, zu ausreichender mentaler Leistungsfähigkeit und weniger Erkrankungsrisiko. Und wenn z.B. eine Arbeitsstelle dies nicht bietet, rege entweder die Thematik dort entsprechend an…. oder suche Dir letztlich eine andere Arbeit. Es ist DEIN Körper. DEINE Entscheidung!
  4.  Im Bereich Arbeit: versuche – insbesondere bei Schichtarbeit – mit Frühschichten zu beginnen und danach auf Spätschichten zu wechseln. Die „Verlängerung“ des Tages, ist für viele Menschen leichter zu bewerkstelligen, als eine „Verkürzung“.
  5.  Wiederum vor allem aus dem Bereich Arbeit: Sorge für eine ausreichende Distanzentwicklung zum Job. Auch wenn man diesen liebt, für ihn lebt… eine gewisse Distanz dazu unterstützt letztlich dort eine Leistungsfähigkeit.
  6.  Achte ganz bewusst auf Deine Ernährung! Mindestens 1 Stunde, besser 2, vor dem Schlafen, nichts mehr Essen! Ein voller Magen zur Nachtzeit belastet den Körper teils erheblich. Was die Nahrungsmittel selbst angeht – setze auf Qualität, nicht Quantität. Ernährungsberater können Dir hierzu auch sicherlich gute, umsetzbare Tipps geben.
  7.  Achte darauf, genug zu Trinken! Ganz ehrlich? Am Besten Leitungswasser! Z.B. alles mit Kohlensäure verstärkt die Übersäuerung Deines Körpers. Falls Du Elektrolyte benötigst, besorge sie Dir über natürliche Ressourcen.
  8.  Schiebe nach Möglichkeit einen „Power-Nap“ von 20-30 Minuten ein! Es geht nicht direkt ums Schlafen (Tiefschlaf), sondern erstrangig, dem Körper Ruhe zu gönnen.
  9.  Was Deinen Schlafplatz an sich angeht… Spare nicht an der falschen Stelle… und organisiere Dir eine geeignete Matratze. Geeignetes Bettzeug. Trage keine Sachen, die Dich letzten Endes einengen.
  10.  Sorge zum Schlaf für gute Belüftung. Kühlere Temperaturen werden bevorzugt.
  11.  Achte auf eine gute Luftfeuchtigkeit.
  12.  Vermeide unnötige Lichtquellen. Insbesondere von elektrischen Geräten (Handy, TV) geht ein „Blaulicht“ aus, dass ein Einschlafen beeinträchtigt.
  13.  Wenn möglich, vermeide auch Elektrosmog soweit wie möglich.
  14.  Wenn Dich tagsüber Dinge mental, emotional beschäftigt haben… Versuche diese vor dem Schlaf zu klären… oder zumindest soweit „abzuschließen“, dass Du diese Belastung nicht in den Schlaf mitnimmst. Es gibt auch noch einen neuen Tag, an dem Du Dich dann ausgeruht wieder dem widmen kannst…
  15.  Falls am nächsten Tag etwas ansteht… bereite Dich vor. In Ruhe, Bedacht.
  16.  Und wenn Du den ganzen Tag noch nicht dazu gekommen sein solltest… TU DIR ETWAS GUTES!!! Du hast es verdient!

 

Schlusssatz

Liebe(r) Leser:In!

Ich will an dieser Stelle nun schließen.

Und gleichzeitig eine Einladung aussprechen.

Wofür?

Nun… ich selbst durfte mich in diese Materie erst einlernen, einüben, einleben. Das kommt nicht von einem Tag auf den Anderen! Schon gar nicht zu erkennen und klären, wie wichtig man sich selbst nimmt und ist…! Wie weit manches Mal die gegenseitige Wirkung reicht…

Wenn Du also nun nach diesem Beitrag Fragen hast, die sich Dir eröffnen, zu denen Du Deine Lösung suchst…

…ja dann melde Dich doch gerne bei mir!

Ich habe mich – nach eigenen Tiefpunkten des Lebens – beruflich einem Stressmanagement & Burnoutprävention verschrieben, um dies gerne an Menschen weiterzugeben.

Der Schlaf böte eine sehr schöne Möglichkeit, sich selbst zu unterstützen, zu fördern. Jeder… so auch Du… bist eingeladen, diese Chance zu nutzen!

Deine Entscheidung…!

Ernold PrinzDer Schlaf
psychologischer Berater, Lifecoach
Spezialist für Stressmanagement & Burnoutprävention

https://www.das-neue-ich.com/kontakt