Kritik & Zwang … versus… Feedback & eigenem Willen

Kritik… was für ein Wort!? Irgendwie steigt da sofort etwas Unangenehmes hoch… oder nicht?


Herzlich willkommen zu diesem Achtsamkeitsbeitrag, liebe LeserInnen!


Wenn ich – gemäß dem Beitragstitel – also mal sofort einsteige…

Könnte es sein, dass wir mit dem Wort Kritik im Kontext irgendwo, irgendwann eine Art Zwang verbinden?

Zudem klingt dieses Wort Kritik ja nun auch nicht unbedingt sooooo toll. Wie zum Beispiel Willkommen.

 

Darf ich an dieser Stelle auch einmal die beiden gefundenen Definitionen gegenüberstellen… zu einer bewussten Wahrnehmung, zum Hineinfühlen?

Unter Kritik versteht man die Beurteilung eines Gegenstandes oder einer Handlung anhand von Maßstäben. Kritik ist damit „eine Grundfunktion der denkenden Vernunft und wird, sofern sie auf das eigene Denken angewandt wird, ein Wesensmerkmal der auf Gültigkeit Anspruch erhebenden Urteilsbildung.
Neben der Bedeutung der prüfenden Beurteilung und deren Äußerung in entsprechenden Worten bezeichnet die Kritik – insbesondere in der Verbform kritisieren ebenso wie auch eine Beanstandung oder Bemängelung.

(Anmerkung in eigener Sache: Also ich mache ja schon förmlich einen "Freudentanz", wenn ich diese Formulierung… "Beurteilung", "Funktion der denkenden Vernunft", "Anspruch"…usw. lese! Brrrrr…….  sad)

Feedback (engl. für ‚Rückmeldung, Rückinformation‘) bezeichnet in der Kommunikation von Menschen die Rückübermittelung von Informationen durch den Empfänger einer Nachricht an den Sender jener Nachricht. Diese Informationen melden dem Sender, was der Empfänger wahrgenommen bzw. verstanden hat, und ermöglichen dem Sender durch etwaige Korrektur des Verhaltens auf die Rückmeldungen des Empfängers zu reagieren.

Wie wirkt das auf DICH? Was kommt da so hoch in Dir… an Gefühl/Emotion…?

 

Es bleibt im Weiteren nicht umhin, dass wir mal kurz wieder einen "Ausflug" in die Kindheit machen.
Grade dort erfahren wir auch einiges an Kritik.

Es liegt offenbar in der Natur des Menschen, dass grade Kinder alles in ihrem Umfeld zuerst einmal auf sich beziehen. Worauf auch sonst?
Ein grundlegender Erfahrungsschatz fehlt ja noch. Kinder sind so gesehen tatsächlich wie ein weißes Blatt Papier.
Somit gibt es also keine Referenzen. Auch sitzt dem Kind kein kleiner "Einflüsterer" auf der Schulter und stellt allfällige Relationen, Verweise her. Erklärt, wie es denn gemeint sein könnte.
Zudem… würde das Kind das so schon verstehen?
Nein.

Ich komme also dem Gedanken nicht umhin, dass Menschen einen solchen Prozess durchlaufen sollen!
Die Entscheidung lautet jedoch im Weiteren einzig: War´s das? Also bleibe ich in dieser Art Polarität des "Erfahrens" hängen, kleben… mache ich dies zur Grundlage meines restlichen Lebens?

Oooooder aber… beginne ich irgendwann, alles auf den Prüfstand zu stellen? Leuchte ich auch mal in die andere Richtung, gehe gar dorthin um auch gegenbenenfalls "die andere Seite" wirken zu lassen. Um mich vielleicht irgendwann in einer Mitte einzupendeln…
Wie auch immer…


Na jedenfalls… Wir "erfahren" als Kinder durchaus massenhaft an Kritik!

Solche "Spontan-Ansagen" wie… "Lerne, damit aus Dir etwas WIRD!"…
Klingt das nach Kritik?
Ich würde mich zu sagen trauen, wir kennen sicherlich viel direktere Kritiken, oder…???

Und doch:
Wenn ein auf sich beziehendes Kind gesagt bekommt, dass es erst einmal etwas WERDEN soll, muss…

Halleluja!  angry

Kritik ist … im gegensatz zu den dortigen kindlichen Empfindungen… ja noch ein "Streichelwort" dagegen.


Jetzt kehren wir zurück ins Heute!

Nehmen wir ein Beispiel aus Deinem Leben…
…wo zum Beispiel Dein Partner / Deine Partnerin mal wieder ordentlich Kritik vom Stapel lässt.

Tolles Gefühl???


Oder aus Deiner Arbeit vielleicht…
…wenn Dich Dein Chef mal wieder so richtig angeschissen, rund gemacht hat.

Auch so richtig richtig toll???


Kritik ist also schon so eine Sache, der wir uns nicht allzu gerne ausgesetzt sehen! Richtig?


Grundsätzlich nun:
Man könnte Gleiches gelten lassen wie beim Begriff "Fehler"…

Lustiger Weise: Wann kommt eben noch mal schnell die Kritik auf´s Tapet?
Etwa genau dann, wenn wir Fehler machen…?
Na hollaaaaa!

Kritik … wie auch Fehler … kann nun aber so oder so ausgelegt, gesehen werden.

Ich kann Kritik und Fehler sehr negativ sehen. Ich kann es mitunter auch dazu nutzen, um jemanden bloßzustellen, niederzumachen… was man in der heutigen Zeit auch als Mobbing kennt.
Es geht womöglich sogar nicht mehr um den Fehler an sich, sondern nur um eigene persönliche Un-Befindlichkeiten, Mängel, Ängste. Der Fehler ist am Ende vielleicht noch Vorwand, Aufhänger.

Und dann anders herum…
…Kritik und Fehler kann positiv gesehen werden.
Der Fehler schon mal, um halt einfach draus zu lernen, zu reflektieren.
Die Kritik wiederum als Chance, als außenstehenden Blickwinkel.

Bei aller klanglichen Härte des Wortes Kritik!


Im üblichen Sprachgebrauch hat es sich in moderner Zeit eingebürgert, dass Englische Begriffe einbezogen werden.

Einer Kritik wird nun zum Beispiel ein Feedback gegenübergestellt.

Kritik

FEEDBACK…   EIGENER WILLE…


Wie klingen diese Worte für Dich, wie wirken sie?

 

Was alles hat dies aber dann mit Zwang… bzw. eigenem Willen zu tun?

Es gibt in dem Sinne in der Tat zwei Dinge, zwei Formen einer Kommunikation, in deren Rahmen es uns fast unmöglich ist, von Herzen aus zu denken, sprechen und geben:
Genau jene Kritik und ein entsprechender Zwang.

Kritik sagt in der Regel (zumindest nach bisheriger negativer Auslegung): "Du bist nicht gut, so, wie Du bist!"

Es wäre nun an dieser Stelle zu weitläufig, hier in die Auslegungsfelder einer Transaktionsanalyse einzusteigen … "ich bin o.k. – du bist nicht o.k." und die anderen 3 Bereiche.
Doch kann diese Analyse bei genauem Hinsehen durchaus Aufschluss geben.

Weiter aber!
Diese nun geäußerte Kritik verleiht einen gewissen Zwang, der besagt: "Ich bestimme über Dich, Du bist nicht frei!"


Wie wir aber vielleicht aus dem Leben schon erfahren haben, hat das Leben so seine eigenen Gesetzmäßigkeiten. Im Sinne einer Resonanz wird DRUCK (Zwang) also Gegendruck erzeugen… und eine Bereitschaft für Veränderung so ziemlich einschränken … oder gar zunichte machen.


Wenden wir uns also dem Feedback zu!
Nicht zuletzt aus meinem beruflichen Tun als Berater, ist es in Kientengesprächen z.B. an sich usus, dass ein Feedback nur mit Einverständnis des Klienten gegeben wird. Ich frage ihn/sie also ganz dezitiert, ob er/sie ein Feedback von mir haben möchte!
Ja sieh mal einer an!
Könnte man das nun also als "Zeichen" einer grundlegenden Wertschätzung des Gegenübers betrachten…?

Also schon ein ganz anderer Zugang… oder?

Anstelle aus sich zu gehen/geraten, gleich loszupoltern, womöglich nebenbei noch untergriffig, beleidigend werden…
…erst einmal sachlich anzufragen … und dann auch sachlich zu bleiben! Ich hole mir erst einmal die "Erlaubnis aus eigenem Willen", ob ich darf… und fahre nicht einfach über mein Gegenüber drüber!

Wird spätestens jetzt der schon im Titel erwähnte "eigene Wille" somit sichtbar?

 


Somit möchte ich zur diesmaligen "Hausaufgabe" kommen!

Ja… ich wiederhole mich gerne…  Es beginnt wieder bei der eigenen Beobachtung! Wie denken wir? Wie kommunizieren wir? Wir verhalten wir uns in Folge?

Und so bescheuert nun manches innere Bild nun wirken mag, dass sich bei folgendem Satz aufbauen vermag…
…wie gehst Du mit Dir selbst um???????

Wie bzw. in welcher Form gibst Du Dir Kritik… oder auch Feedback?

 

Erlaube Dir – an dieser Stelle – mal ein paar intensive Minuten Deiner Zeit!

Kennst Du noch solche scheinbar belanglosen Aussagen, wie… "Ach was bin ich doch für ein Idiot…?!"

Kommts Dir bekannt vor? Fallen Dir da noch andere "Dinge" ein, die wir uns womöglich tagtäglich in einer Unbewusstheit um die Ohren hauen!?

Grade dazu würde ich Dich einladen, mal ganz besonders aufmerksam, achtsam zu sein!!!

Denn dies ist zum Beispiel ein winziges Beispiel, was wir alles aus früherer Anpassung übernommen haben, welchen eigenen Grundsatzgedanken, Glaubenssätzen wir hier – unbewusst – Ausdruck geben. Grob gesagt: Was wir von uns selbst in dem Moment halten!


Und im Gegenzug… in Deiner Wirkung, Äußerung nach außen…
…wie gehst Du hier vor? Was fällt Dir auf?

Wenn Du etwas bemerkst, dass – sagen wir mal allgemein – Widerstand in Dir erzeugt…
…polterst Du auch einfach drauf los? Kritisierst Du?

Oder fragst Du aus Respekt, Wertschätzung erst an, ob Du Feedback geben darfst?
Übergibst also die Entscheidung einem eigenen Willen Deines Gegenüber?

Hast Du dies in dieser Form vielleicht so noch nie gestaltet…?

Würdest Du es gerne mal probieren…???

Da seien "die Spiele" eröffnet! Lass Dich mal überraschen, was da vielleicht alles geschieht!
Aber immer mit dem "Hintergedanken": Alles kann – nichts muss!

Als mein Tipp dazu: Bleibe stets in Wertschätzung für Dein Gegenüber! Egal, was grade ansteht!!!

Doch ich vermute, dass grade diese offene Weise, eine eigene Entscheidungsmöglichkeit zu bekommen, so manch "verdutzten" Gesichtausdruck… und im Weiteren innere Offenheit schaffen könnte…
Weil wir es in der heutigen Zeit nicht mehr "gewohnt" sind…!

Ich würde es für möglich halten, auch durch dieses kleine Tool der Achtsamkeit, ins Leben insgesamt mehr Veränderung… und damit Leichtigkeit, Freiheit und Fülle bringen zu können.


In diesem Sinne also wünsche ich Dir eine tolle Woche voller wertschätzender Begegnungen…
…und viel Platz und Mut auf der Spielwiese des Lebens…

Dein
Ernold Prinz
(Lifecoach, psycholog. Berater)

 

PS: Wer die vorherigen Beiträge nicht gelesen hat / erst jetzt "eingestiegen" ist…  Die Blogs sind gerne nachzulesen unter: https://www.das-neue-ich.com/meine-blog-insel/ … oder zusammengefasst auf der Projekt-Seite  https://www.das-neue-ich.com/projekt-achtsamkeit-im-taeglichen-umgang/

 

Bildquelle: Pixabay – Beitragsbild gesamt (C) Das Neue Ich

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