Aktives Zuhören – großes Thema der Achtsamkeit

Aktives Zuhören…
Ist dies ein Widerspruch…? Oder doch eine konkrete Eigenschaft?

Herzlich willkommen liebe FreundInnen und LeserInnen zu diesem Achtsamkeitsthema!


Es geht heute somit um das aktive Zuhören.

Nach bisherigen Sprachgebräuchen könnten wir nun auf den ersten Eindruck meinen, "aktiv" und "zuhören" könnte irgendwie nicht zusammenpassen, oder?
"Aktiv" nun drückt sich selbst schon aus. Wir verbinden damit in der Regel eben etwas "aktiv", also durch Bewegung, Zutun zu tun.
"Zuhören" nun wiederum verleitet gedanklich doch eher in eine Art passive Rolle. Der/die Eine spricht – der/die Andere hört zu.

Mancher wird nun vielleicht wieder eine meiner "Wortklaubereien" orten…
…und doch erlaube ich mir die Frage…
…oder möchte einfach mal anregen, sich Zeit zu nehmen den Begriff nicht mit Logik, Verstand, vermeintlichem Wissen in der Denkmurmel da oben auf den Schultern abzugleichen, sondern vielmehr hinein zu fühlen!

AKTIVES ZUHÖREN

Wie geht es Euch damit?
Was kommt an Gefühlen hoch, welche Gedanken eilen vorweg… oder hängen sich dran?

*** G E D A N K E N P A U S E ***

aktives Zuhören

 

 

Erlauben wir uns mal einen Moment der Beobachtung!

Was geschieht in der Regel?

Zwei Menschen begegnen sich. Beginnen eine Unterhaltung.
Eine(r) erzählt zum Beispiel vom letzten Wochenende…

Was macht das Gegenüber, der Zweite?
Hört diese(r) wirklich ausführlich zu?

Oder beginnt es da im Oberstübchen sofort zu rattern und der/die jenige "überlegt" sich – noch während der/die Andere gar nicht ausgesprochen hat – bereits was er/sie als Antwort liefern wird. Oder zumindest möchte…

Hören wir also aktiv zu, ja…?

Wie eben bereits gesagt: Lassen wir unser Gegenüber überhaupt erst einmal fertigsprechen?
Vom Interesse für das Gesagte spreche ich noch gar nicht!

Nehmen wir bewusst war, was uns das Gegenüber grade gesagt hat?
Oder sind wir – sofort durch schier automatisierte Antwortfindung, Desinteresse oder andere Ablenkungsmanöver bereits beim 2. oder 3. Satz gedanklich ausgestiegen…?
Erweisen wir unserem Gegenüber den nötigen Respekt, die erwünschte Achtsamkeit?
Nehmen wir aktiv durch Zuhören wahr, was unser Gegenüber auszudrücken sucht, grade bewegt?

Sind wir im Sinne einer Achtsamkeit bereit,

a) dem Gegenüber Zeit und Raum für sein Anliegen zu schenken? Gar aus Interesse am Anderen nachzufragen? Und sei es drum, um wirklich zu verstehen, was genau der Andere meint und sich nicht in eigenen Annahmen, Vorstellungen, Projektionen, zu versteigen…?
b) zollen wir dem Gegenüber zumindest soviel Respekt, ihm dann auch z.B. eine Antwort zu geben? Und sei es nur, dass es z.B. nicht unbedingt unser Interesse trifft…?

Oder tun wir nur so, als hörten wir zu… im Gehirn jedoch läuft längst ein "anderer Film"…  Machen vielleicht jene berühmte "gute Mine zum bösen Spiel", heucheln gar Interesse – um es letztlich so auf der "hinten-herum-Schiene" dann noch gegen den "Erzähler" zu verwenden…?


Aktives Zuhören also!

In meinen Augen – grade heute – eine Art "Königsdisziplin der Achtsamkeit"!

Im Grunde könnte ich es erneut auf eine ziemlich einzige, provokante Frage herunterbrechen…:

"WOLLEN wir überhaupt aktiv zuhören…?"  laugh

Wollen wir uns tatsächlich mit dem Gegenüber befassen… oder geht es doch letztlich nur um uns selbst? Klopft da – zumindest leise – ein Ego an…

Ganz ehrlich!
Es ist eine Art "Übungssache"!
Ich selbst versuche nach bestem Wissen und Gewissen immer und immer wieder zu entschleunigen!
Ganz bewusst aktiv zuzuhören. Und wenn auch meine Gedanken dann wieder versuchen, davonzueilen… die Bremse zu treten. Zurückzukehren zu jenem Menschen, der mir grade erzählen möchte. Mich seinem Anliegen, seinen Worten zu widmen. Meine hingegen hintan zu stellen.

Ich kann Euch an dieser Stelle nur von Herzen einladen:
Probiert es einfach aus!
Achtet darauf!
Ganz bewusst!
Erlaubt Euch selbst ein aktives Zuhören!

Ihr werdet mitunter sogar deutlich andere Gesprächsverläufe bemerken. Andere Gesprächsergebnisse bemerken!

Eine Sache möchte ich allerdings anmerken: Wir dürfen dem Gegenüber mitunter nicht vorwerfen, dass dieses nicht genug zuhörte… wenn wir selbst mitunter zu wenig ausdrücken! In Zeiten, wo im Ausdruck oft nur mehr auf das Nötigste zusammengekürzt wird, entstehend oft viele Missverständnisse. Bzw. wir räumen einem allfälligen Gegenüber genug Spielraum für eigene Interpretation ein. Wir selbst ja glauben ja zu wissen, wovon wir reden. Das Gegenüber kann dies aber nicht wissen, riechen, schmecken. Diesem fehlt ein kompletter Hintergrund. So dürfen wir nicht automatisch annehmen, dass mit wenigem Gesagten das Gegenüber auch automatisch den "vollen Einblick" hat…  wink

 

Und wenn´s beim ersten Mal "des Übens" nicht klappt… Nicht verzagen! Wiederholen!
Anzahl der Impulse… Ihr erinnert Euch…?

Sohin also die heute "Hausaufgabe":
Aktives Zuhören!
Bei jeder sich bietenden Gelegenheit!

Und damit Ihr Euch vielleicht noch ein bisschen inspirieren vermag…
…dazu eine abschließende "Geschichte".

Hört "aktiv zu"!  wink

Die Geschichte:
Ein Freund wurde zu einer Hochzeit eingeladen und wusste,
dass er dort niemanden kennen würde. Er fasste den Entschluss,
dass er den ganzen Abend lang einfach den Menschen zuhören
und nur jeweils bestätigen würde, was er gerade gehört hat – anstatt
zu versuchen, selbst etwas Interessantes zu erzählen. Zu seiner
Überraschung bemerkte er, dass niemandem auffiel, dass er
lediglich zuhörte. Auf dem Weg nach Hause erzählte ihm seine
Frau (der er nichts über sein Experiment verraten hatte), dass
eine Reihe von Gästen ihr ausdrücklich gesagt hätten, was für
eine bemerkenswerte Person er sei.

Ich wünsche Euch somit viel Spaß und Abenteuer bei der Umsetzung und Entdeckung neuer Gesprächsqualität!

Euer Blog-Autor
Ernold Prinz

(Lifecoach, psycholog. Berater (i.A.), Sachbuchautor)

 

PS: Wer die Achtsamkeits-Beiträge nicht gelesen hat / erst jetzt "eingestiegen" ist…  Die Blogs sind gerne nachzulesen,zusammengefasst auf der Projekt-Seite  https://www.das-neue-ich.com/achtsamkeitstraining/

PS: Ein Direktlink zu meinem neuen Buch: Informations- und Kaufseite zur Verlagsseite von Tao.de

Zum Interview mit dem Lifestyle-Magazin "look! Salzburg": http://www.looksalzburg.at/lifestyle/vergangenheit-war-damals-143549

 

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