Das Aufmerksamkeits-Experiment

Diesmal: das Ergebnis von einem kleinen Aufmerksamkeits-Experiment

Bin schon gespannt, wer sich hier die "Mühe" macht, alles zu lesen. Und ich meine tatsächlich "ALLES"…  wink

 

Halli hallo und herzlich willkommen also liebe Freunde und LeserInnen!

 

Erst mal als kurzen Rückblick: Wie erging es Euch mit den letzten beiden Beiträgen? Konntet Ihr – für Euch – hier den einen oder anderen "Aha-Effekt" erzielen, hinsichtlich dem sprachlichen Ausdruck, allfälligen Verzerrungen, Verallgemeinerungen usw.? Eröffnete sich mitunter ein Lichtblick, weshalb im hier und jetzt oftmals Konfliktpotential erhebt…?

 

Heute widme ich einen Blog einmal einem einerseits lustigen "Erlebnis"…
…andererseits… nun es gibt auch wieder, was vielerorts in der heutigen Zeit offenbar schier "üblich"… oder vielmehr "nicht mehr üblich" ist:

Es geht erneut um die AUFMERKSAMKEIT / Untertitel: Achtsamkeit

 

Wie kam es dazu?

Da ja vielerorts sehr viel Achtsamkeit in Inhalte von diversen Äußerungen, Posts usw. gesteckt wird, wollte ich es doch mal direkt drauf ankommen lassen – ein Aufmerksamkeits-Experiment also wurde durchgeführt.

Damit es nicht gleich direkt von mir als Urheber ersichtlich war, hatte meine Frau einen Post aufgegriffen und auf bekannter Plattform eingestellt. Selbstverständlich einen, der irgendwie bewusst ein wenig in die Irre leiten sollte…

Noch dazu: Es war jedoch ein Post, der zuvor schon von anderen verwendet wurde… zumindest hatte er in unserem "Bekannten- und Freundeskreis", der doch beträchtlich ist, teils schon die Runde gemacht. Also nicht einmal mehr "neu"…

Wie es der Zufall so will … bzw. es nach diversen Algorythmen zum Posten auf dieser Plattform also ergab, sah dieser Post augenscheinlich so aus:

Aufmerksamkeits-Experiment

An sich also – würde man rein nach dem ersichtlichen Inhalt gehen – mitunter ein sehr erfreulicher Post!

Ihr könnt Euch vielleicht nun aber nicht vorstellen, wieviele Posts, Kommentare, Glückwünsche da eintrudelten!
Schier unglaublich!

Denn ein kleines "Detail" haben die Allermeisten in diesem Post definitiv übersehen:

Aufmerksamkeits-Experiment

Ja sieh einer an!

Wäre es Dir aufgefallen…? Ganz ehrlich…!?

Ein bisschen unscheinbar vielleicht…
…aber doch offensichtlich ließen sich die Leser(innen) definitiv vom vorigen Text ablenken. Lasen erst gar nicht mehr zu Ende. Waren sofort in einem gedanklichen Bild, einem Frame… und somit war eine weitere Erfassung von Vorhandenem schon blockiert, ausgeblendet.

Ein tatsächliches Vorhandenes, ein "Ende", welches sich so gestaltete:

Aufmerksamkeits-Experiment

 

Nun liebe Leser, liebe Leserinnen…!

Freilich… dieser  Post  ist "nur" ein beabsichtigtes Aufmerksamkeits-Experiment, ein verhältnismäßig unbedeutendes Ding, über welches ich berichte. So Mancher wird das jetzt als Schwachwinn oder "Verarsche" abtun.

 

Und doch…
…wie oft begegnet es uns im Leben wohl, dass z.B. Texte nicht in ihrer Gesamtheit erfasst werden!? Egal nun, ob sie gesprochen wurden, geschrieben wurden…

Dass Dinge oberflächlich überflogen werden, Menschen sich ablenken lassen!? Oder sich gar nicht mir der Vollständigkeit auseinander setzen wollen?

Dass Dinge nicht in ihrer Gesamtheit Aufmerksamkeit erfahren werden, obwohl man womöglich aber grade erst durch die Gesamtheit dann ein Bild darzustellen vermag…

Wie oft wird dieses Bewertungsdenken, Objektdenken voller Be- und Verurteilung aktiv? Unter anderem auch als "Momentaufnahme" und "Schubladendenken" bekannt?

Chef kommt grade auf die Verkaufsfläche, sieht den Mitarbeiter am PC herumwerken, obwohl er angeordnet hatte, dass sich die Mitarbeiter kundensichtbar präsentieren, die Kunden aktiv "in Empfang" nehmen sollten. Sieht das… bewertet… fällt Urteil. In etwa: Mitarbeiter missachtet Anordnung, spurt nicht… unbrauchbarer Mitarbeiter. Ärger, Frust … etc. etc.  Momentaufnahme!  Dass der Mitarbeiter aber just in jenem Moment womöglich grade etwas im Artikelsystem für einen Kunden recherchiert oder eine Kundenanfrage beantwortet…  DASSSS sieht der Chef in dem Moment ja nicht. Er macht sich womöglich auch nicht die Mühe, dies … wenn möglich vor einer Bewertung … zu erfahren.

Oder eben jenes erwähnte Schubladendenken. "Aha… aha… kenn ich schon, hab ich schon gehört, weiß ich schon, jedes Mal das Gleiche… (Schublade auf)… den Rest kann ich mir schon denken, vorstellen. Brauche ich gar nicht mehr weiterzulesen, weiterzutun." (Bewertung. Urteil. Schublade zu).

Dass – selbst bei massivster Ähnlichkeit einer Situation, eines Geschehnisses, eines Menschen –  aber nun schlichtweg nicht das gleiche Geschehniss, die Situation, der Mensch grade vor dem Betreffenden, Beurteilenden ist… DAS wird ausgeblendet. Teils aus einer Überheblichkeit des Ego. Zum Teil aus einer Faulheit des Gehirns und dessen zugehörigen Menschen an und in sich. Teils aus einer völlig fehlgeleiteten Annahme, Vorstellung, Erwartung… und was sich sonst noch da oben in der Denkmurmel zusammenbraut.

 

Benötigt es erst dieses Aufmerksamkeits-Experiment oder andere Anstöße, um wieder bewusst zu machen?

Macht es überhaupt etwas bewusst?

Oder ist es maximal ein kurzes Aufblitzen am Wahrnehmbarkeitshorizont… und gleich aber spült die nächste Welle an Unbewusstheit gleich wieder alles über den Haufen…? Herrlich… denn wozu am Ende anstrengen!?


Ein Paradebeispiel: Bewerbungen für bzw. an Firmen!

Da fliegt man drüber, liest nur, was "man" lesen will! Der Rest? Ausgeblendet. Nicht wahrgenommen!
Kein Interesse.
Und somit schon vorweg die Chance dem Bewerber entzogen, sich wirklich darzustellen.
Und doch wird aufgrund solcher Vorgehensweisen oftmals schon entschieden.
Eine mögliche Nachfrage, ein persönliches Vorstellungsgespräch?
Fehlanzeige!
Auf welcher Basis denn? Wenn vorher schon nur überflogen wird…? Teile nicht wahrgenommen werden?
Nur gehört und gelesen wird… was gehört und gelesen werden will…?

Mit erging es erst kürzlich bei einer formlosen Anfrage an eine Firma um mehr Informationen und Hintergrund zu Firma und Tätigkeit dann tatsächlich so, dass ich eine Rückantwort erhielt, in der u.a. (= nebst Absage) ausgeführt wurde, dass man meine Bewerbungsunterlagen genau studiert habe.

Ich hatte dieser Firma noch zu keinem Zeitpunkt Bewerbungsunterlagen überhaupt zukommen lassen!!!

Aufgrund welcher Basis – sprich Unterlagen – hatten die also genau studiert…, geschweigedem entschieden? Aufgrund der Tageszeitung, einer Rolle WC-Papier…?

Was also wohl – so frage ich mich – hätte ich dieser Firma tatsächlich zusenden müssen, um zumindest für einen Moment die ungeteilte Aufmerksamkeit zu erhalten…?


Wie oft geht es mit den Aufmerksamkeiten in Gesprächen ebenso nicht weit her?!
Angefangen von scheinbar belanglosem "Smalltalk" … bis hin zu tiefgründigen Gesprächen…!

Da wird überhört… oder nur gehört, was "man" hören will! Der Rest? Ebenso ausgeblendet. Nicht wahrgenommen. Oder mitunter vielmehr schon "überblendet" vom vermeintlich Nächsten, was "man" selbst einwerfen…, dazwischen werfen will… mitunter was das Ego befiehlt, um sich vermeintlich einzubringen, darzustellen…

Mangelndes wirklich Interesse am Gegenüber also…? Oder nur um seinen Standpunkt zu wahren, verteidigen…? Gar überhaupt einen aufstellen zu müssen…?

Sind wir tatsächlich in der Lage, in einem Gespräch nur einmal zuzuhören…? Ohne irgendeinen Einwand, irgendeine Art Gegendarstellung, Meinung, Selbstdarstellung, Erzählung… u.v.m. einzubringen…? Wie lange halten wir dies aus…?

Nur zuhören!

IST das für die Meisten dann überhaupt ein Gespräch…?

 

Erinnerst Du Dich, liebe Leserin, lieber Leser, noch an meinen kürzlichen Beitrag zur Bewertung? In dem ich u.a. zu "Gedächtnisleistungen" (sarkastisch gemeint) wie Verzerrung, Tilgung, Generalisierung innerhalb der Wahrnehmung, wie auch im Ausdruck, der Sprache, ein wenig ausführte…?

SOLCHE Dinge kommen aber mitunter genau dabei heraus!

Falls Du sie gerne nachlesen möchtest… ein entsprechender Link befindet sich dann am Blog-Ende.


Selbstverständlich räume ich ein, dass zum Beispiel ich nicht alles genauso auffasse, wie  meine Frau. Und umgekehrt.

Wir alle haben unsere individuellen Wahrnehmungsfilter, Repräsentationssysteme.
Allerdings – wie angeführt – hat die Art und Weise von etwas auffassen, nichts damit zu tun – wenn etwas erst gar nicht wahrgenommen wird! Wenn womöglich eine Meinung ohnehin schon vorgefasst ist…, wenn mitunter auf sogenannte "Erfahrung" zurück gegriffen wird…
…anstelle sich jede Situation im JETZT anzusehen…!


Jetzt also kleiner Anstoß… bzw. eine eminent wichtige Frage…
…vor allem immer im Bezug auf die Bewegungsrichtung des Lebens – von Innen nach Außen…:

 

Schenke ich mir selbst eigentlich ausreichend Aufmerksamkeit…???

Lasse ich mir diese in meinem Denken, Fühlen und Handeln ausführlich angedeihen…???

Und setze ich diese Aufmerksamkeit für mich / zu mir auch um…???

 

Und als "Ergänzung" dazu, um sehr einfach auf die Ursache des "Überhörens", des "Übersehens" zu stoßen:

Wie sehr hat man Dir als Kind zugehört…??? So richtig wirklich…

Oder war das auch nur schnell so ein "nebenbei"… ein "wischi-waschi"…  ja zur Kenntnis genommen und passt schon…? Wie würde ein solches Aufmerksamkeits-Experiment dazu ausfallen?


Denn ich denke und fühle hier dann in dem Sinne weiter:
Wie soll ich entsprechende Aufmerksamkeit an Andere weitergeben können, wenn ich mir diese selbst nicht schenken kann? Wenn ich weder dies erlernen durfte…, noch eben anderen Aufmerksamkeit zu schenken?
Wie soll ich mit einer leeren Kanne Blumen gießen?


Könnte man abschließend also durchaus dem Gedanken Raum verleihen, dass Aufmerksamkeit / Achtsamkeit für ein möglichst Ganzes, durchaus ein Teil von Bewusstheit, Verantwortung und Respekt ist…?
Zu sich selbst…!?  Und zu meinen Mitmenschen…!?

 

Dies also mal als kleiner, weiterer Anstoß im Sinne der Achtsamkeit …!

Als kleine Hausaufgabe Nr. 1…:  versucht mal zuerst Euch selbst achtsam wahrzunehmen! Was ihr denkt, sprecht, tut. Versucht vor allem Kleinigkeiten zu erfassen.
Als kleine Hausaufgabe Nr. 2…:  versucht im Anschluß Euren Mitmenschen achtsam, aufmerksam zu begegnen! Stellt mal Eure Absichten, etwas zu erzählen, zu tun… einen Moment hintan und seid bewusst Eurem Gegenüber gegenüber… Achtet auch hier wieder auf Kleinigkeiten!


In diesem Sinne…
…mit viel Aufmerksamkeit für Euch… und Eure Mitmenschen…!

Habt eine schöne bewusste Zeit!

Euer
Ernold Prinz

(Lifecoach, psycholog. Berater (i.A.))

 

PS: Wer die Achtsamkeits-Beiträge nicht gelesen hat / erst jetzt "eingestiegen" ist…  Die Blogs sind gerne nachzulesen,zusammengefasst auf der Projekt-Seite  https://www.das-neue-ich.com/projekt-achtsamkeit-im-taeglichen-umgang/

 

Bildquelle: Pixabay – Beitragsbild gesamt (C) Das Neue Ich

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