Spitznamen – Form verbaler Verniedlichung, Verstümmelung?

Spitznamen? Ist das nur Jux und Gaudi, Bequemlichkeit… oder gar Respektlosigkeit?

Herzlich willkommen zu diesem Blog-Beitrag liebe LeserInnen!

Da möchte ich also heute mal ein mitunter nebensächlich scheinendes Thema aufgreifen.

Doch ist es in Wahrheit wirklich so "nebensächlich"…
…oder greift es doch mitunter tief in eine Art Respektlosigkeit, in des Anderen "Intimsphäre"…?

Wie schon so oft, möchte ich hierzu heute wieder einmal stark an das "Bauchgefühl", die heimliche Intelligenz des Herzens, appellieren!

Oh ja… mir ist durchaus bewusst, dass wir anderen Menschen schon oft aus beinahem Automatismus "Spitznamen" verleihen. Oder weil es "cooler" klingt. Vielleicht sogar, weil man sich den Namen des Gegenübers nicht merken konnte (wollte), er zu "kompliziert" schien und "man" einfach nur eine simplere Lösung haben wollte…? Warum auch immer nun eine solche Namenswandlung veranstaltet wird…

Vor allem auch Kinder und Jugendliche sind bei der Zuteilung von Spitznamen phantasievoll – und schonungslos.
Manchmal unterschwellig, manches Mal ganz offen.
"Spitznamen" heißen jedoch nicht umsonst so. Sie enthalten eine "Spitze". Nicht nur Namen an sich enthalten "Material" für Spitznamen. Wie oft ist es ein Missgeschick, ein Versprecher, ein Erlebnis u.v.m.

Aus dem psychologischen Bereich und dem eines Kommunikationstrainings heraus, wurde festgestellt, dass gewisse Deutungsgebungen, speziell auch Endungen von Spitznamen, teils sogar regelrechte K.O.-Kriterien erfüllen.
Es hat sich aus dieser Deutungsgebung – und wohl damit unbewusst verbundenen Energieflüssen – herausgestellt, dass zum Beispiel die "Babsi" als Krankenpflegerin durchaus gut ankommt. Würde sich die Chefärztin nun ebenfalls "Babsi" rufen lassen, minderte dies ihre Qualitäten. Es würde ihr unter Umständen Kompetenz abgesprochen bzw. erst gar nicht zuerkannt.
Bei Männern wiederum trägt dieses "Hansi" zu einer regelrechten Verniedlichung bei. Wobei ich nicht ausschließe, dass auch bei Frauen eine Verniedlichung stattfindet.

Jetzt mag vielleicht nun mancher meinen, na es gibt bedeutend schlimmere Dinge. Nur getraute ich mich dagegen zu halten: wieviele diese scheinbar unbedeutenden "Dinge" ergeben schon seit Generationen – vielfach auf unbewusster Ebene – jene "Ergebniss" die sich nicht zuletzt im Heute, im Außen, wiederspiegeln…?


Der Anlass zu diesem Blog?
Kürzlich folgender Dialog auf bekannter Plattform, der so stattfand, ohne sich in irgendeiner Weise (näher) zu kennen:

Spitznamen

Spitznamen
Spitznamen

Spitznamen


Was hälst Du davon?

Läuft es doch tatsächlich darauf hinaus, dass das "spießig" wäre, wenn ich bei meinem vollen Namen benannt werden möchte?
Ich gäbe hier allerdings zu beachten, dass ich zwei Mal klar darum gebeten habe, bei meinem Geburtsnamen genannt zu werden. Und genau DAS wurde dann als "spießig" empfunden…
Im Grunde hielte ich es für überzogen, hier jetzt auf irgendwelchen (fiktiven) "Rechten" herumzureiten…  Jedoch… wenn ich nun mal so heiße… und so genannt werden will… dann ist das eben so. Meine Entscheidung.

Selbstverständlich muss diese Entscheidung niemand "mittragen". Das wäre nicht innerhalb meiner Verantwortung. Jedoch gäbe ich aus Sicht einer gegenseitigen Wertschätzung zu bedenken: Spätestens wenn ein Mensch darauf hinweist… Und ich ignorierte dies… Bin ich dann noch in einer Wertschätzung des Menschen…?
Gleichzeitig würde ich im Sinne der jeweiligen Verantwortung jedoch meinen, dass ich deshalb nicht "gezwungen" bin, diese "Unterhaltung" oder "Umgestaltung" meines Namens weiterhin hinzunehmen, zuzuhören. Ich "muss" mir diesen Schuh nicht anziehen.

Und… die Frage bleibt nicht aus: Welches Problem hat mein Gegenüber damit, wenn ich mehrfach um richtige Benennung meines Namens ersuche… es jedoch ignoriert?


Freilich – jeder mag es bitte halten, wie er/sie will!
Doch… es beginnt mit der "Eigenmächtigkeit", an sich Überchreitung eigener Verantwortung, den Namen des Gegenübers einfach schon von vornherein zu "beschneiden", ihn zu "verunstalten".
Ist hier nicht zumindest die Frage an das Gegenüber "gefordert", sich dazu eine Art "Erlaubnis" zu holen? Gebietet das nicht ein Minimum an Respekt?


Wie kam ich vor geraumer Zeit schon drauf, mich mit dieser Thematik überhaupt auseinander zu setzen?

Zum Einen war es die Thematik der Achtsamkeit. Daraus folgend, des Respekts.
Zum Anderen dann befasste ich mich mit der "energetischen Bedeutung" von Sprache, zusätzlich dem Bereich der kaballistischen Numerologie.

Ich ging also letztlich – und auf eine Einfachheit heruntergebrochen – her, und ließ mir diese Namensgebung auf der Zunge zergehen. Sprich, ich fühlte dem mal ausführlich nach, was diese Aussprache von Namen in mir bewirkte. Welche Gefühle hier hochkamen. Ich versuchte zu erspüren, welche Energien sich hier bewegten… Wandte auch die Numerologie an. Und siehe da…

Was kam dabei zutage?

Nun… ich wurde auf "Ernold" getauft. Nicht auf "Erni" und keinen anderen Spitznamen. Sollte ich "Erni" heißen, dann hätte man mir wohl diesen Namen gegeben. Und ich hielte es für keinen "Zufall", dass dieser Name für mich gegeben wurde.
Wollte ich "Erni" heißen, dann würde ich gleich unter dieser "Bezeichnung" auftreten.

Ich selbst fühle mich mit meinem Namen wohl. Aus welchem Grund also macht jemand ein "Erni" draus? Hält noch daran fest, obwohl ich zwei Mal bitte, mich bei meinem Namen zu nennen?
Dieses "Erni" fühlt sich nicht wie "ich" an.

Gemäß kaballistischer Numerologie könnte man nun auslegen, dass mit "Erni" die Bedeutung, Deutung meines Namens verändert, verfälscht würde.
Nicht über mich / mit mir gesprochen würde, sondern mit einem anderen Menschen.
Was mich an dieser Stelle im Sinne des Lebensspiegels hinblicken lässt, ist die Frage, ob mich das Gegenüber in dem Moment als "Erni" sieht und nicht als "Ernold"…

Auch hat mein Name "Ernold" für mich eine stimmige, schlüssige Energie. Machte ich nun ein "Erni" draus, veränderte sich dies für mich. Und dies nicht im "positiven", angenehm empfundenen Sinn.

Ist also die Verteilung von Spitznamen tatsächlich nur eine Lapalie, eine Erbsenklauberei…?
Sollen wir uns einfach "locker machen"…?

Oder darf ich – in gesundem Selbstbewusstsein – hinter meinem Namen stehen und ersuchen, auch so benannt zu werden… und nicht anders?


WIE GEHST DU – FÜR DICH – MIT DIESEM THEMA UM ???

Bist Du gerne die verniedlichte "Babsi" … oder erfüllst Du den Raum, Dein Leben, mit Barbara?
Bist Du gerne der verniedlichte "Hansi" … oder beziehst Du Position als Johann, Hans?

Ich für meinen Teil habe mich bereits entschieden. Vertrete das auch – wie Du unschwer gesehen hat. Und muss mich in keiner Weise rechtfertigen wann…, was…, warum… o. dgl.

Wie aber nun bekommen wir diese Spitznamen aus dem eigenen "Bestand"?
Sicher nicht, indem sich der/die Betroffene ärgert.

Klar ansprechen / aussprechen heißt die Devise!  "ICH WILL DAS NICHT (MEHR)!"

Und wenn es dann solche Mitmenschen gibt, die eine solche Aussage ignorieren, dann dürfen wir gut und gerne den Spiegel einmal umdrehen… Und denjenigen, der weiterhin auf dieser eingefahrenen Spitznamen-Welle zu gleiten glaubt, von seinem "Brett" holen. Nicht darauf reagieren. So als hätte dieser Mensch jemand anderen angesprochen.


Da aus benannten psychologischen Gründen – speziell im Hinblick auf gesunden Selbstwert – eine Betrachtung dieser Thematik durchaus einmal zu empfehlen ist…
…lade ich Dich herzlich ein, vor allem auch Dein Gefühl dazu zu Rate ziehen!

Denn, nur weil etwas (eine Vergabe/Annahme von Spitznamen) bisher "normal" war, heißt das noch lange nicht, dass es nicht spätestens ab heute anders sein darf! Ich hielte dies für einen Bereich eines gesunden Selbstwertes.

Und wenn sich dann jemand auf den Schlips getreten fühlt, nur weil ich bei meinem Geburtsnamen genannt werden möchte… Dann hat dieser Mensch damit offensichtlich sein Problem. Ist mitunter eingeladen, da mal hinzufühlen, was genau ihm dieses Verlangen verschafft, jemanden zu "verspitzifizieren"… oder betreffend dem Widerstand, die Bitte des Gegenüber schlichtweg als solche anzunehmen… wink

 

Sohin liebe(r) LeserIn wünsche ich Dir eine schöne weitere, achtsame Zeit!
Beobachte. Treffe Entscheidungen. Stehe dahinter!
Es ist DEIN Leben, DEINE Freiheit!

Dein Blogautor
Ernold Prinz
(pscholog. Berater, Lifecoach, Biofeedback (HRV), Sachbuchautor)

PS: Wer die Achtsamkeits-Beiträge nicht gelesen hat / erst jetzt "eingestiegen" ist…  Die Blogs sind gerne nachzulesen,zusammengefasst auf der Projekt-Seite  https://www.das-neue-ich.com/achtsamkeitstraining/

PS: Ein Direktlink zu meinem neuen Buch: Informations- und Kaufseite zur Verlagsseite von Tao.de

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