Die Pfeilspitze des Fremdgehens…


Willkommen noch zu diesem Nachtrag liebe LeserInnen!


Na da hab ich gestern mit meinem Beitrag wohl ein Wespennest "angestochen", Staub aufgewirbelt…!   laugh

Wer diesen gerne nachlesen möchte – hier der Link dazu: http://www.das-neue-ich.com/blogbeitrag/fremdgehen-ein-seelischer-giftpfeil/

Eine Thematik, die offenbar ganz gewaltig ein Thema ist, das in verschiedenster Weise berührt. Ein Bereich des Lebens, der hier sofortige emotionelle Bereiche heftigst berührt, es sozusagen auf die Spitze treibt.
Ein Pfeil, der nach wie vor noch teils wie ein purer Giftpfeil wirkt, lähmt… oder tiefste Abgründe, Wunden auftut.

Wunden allerdings, die schon seit langer Zeit in uns sind!


Ich habe ja nun im Zuge meiner "Blogger-Karriere" und meines Berater-/Coachingwirkens schon einige Themen angesprochen, die immer wieder in täglicher, vor allem zwischenmenschlicher Beziehung die berühmten "Knöpfe" in uns drücken.
Jedoch bei keinem Thema ist die Reaktion, die Resonanz … und auch das Interesse dermaßen hoch!

Mitunter also wird das "Fremdgehen" schlichtweg DAS Geschehnis, welches allfällige Mängel, Ängste am allerdeutlichsten anspricht!

Ich sage dies nun keinerfalls aus bewertendem Hintergrund an sich…
…sondern dies spiegelt rein meine (sogar messbare) Beobachtung dar!


Eines der markantesten Dinge, die im Zusammenhang mit "Fremdgehen" immer wieder auftritt, ist zum Beispiel das Thema "Erwartung"! Sozusagen als ein Tropfen des vermeintlich wirkendes Giftes an der Pfeilspitze…

Jaaaaa…
…grade in Beziehungen wird das Thema "Erwartung" nicht gerne gesehen, bis völlig negiert, bestritten!
Da wird mit Begriffen wie zum Beispiel "Vertrauen" gebrüstet, um sich geworfen.

Und doch…
…wenn ich es ganz still werden lasse…, diesen Begriff "Vertrauen" in mir wirken, nachhallen lasse…
Dann kommt zutage, dass dieser Begriff – wohl irgendwie gut gemeint – letztlich jedoch einzig nur eigene, höchst subjektive Annahme, Feststellung, Einschätzung von etwas oder jemandem ist. Und ich gebe dann etwas ab. Sei es eine Aufgabe, sei es letztlich eine Erwartung, Vorstellung. Auch meine Verantwortung.

Nein?

Grade in Beziehung nun…: "Ich vertraue, dass mein Partner nicht fremdgeht!"

Na? Klickts?

Wie komme ich jedoch dazu, diese Behauptung, dieses Vertrauen zu etwas, jemandem, aufzustellen?

Indem ich den Mond anbete? Indem das weise Orakel befrage? Mir den Mist gar mit dem Strohhalm aus dem Boden sauge?
Wohl kaum!

Vielmehr… indem ich in dem Fall meinen Partner / meine Partnerin einschätze, bewerte, beurteile… aufgrund meines sogenannten Wissens, meiner sogenannten Erfahrung mit ihm/ihr! Das Objektdenken lässt hier laut grüßen!
Und damit endet dann schon meine Weisheit!
Selbst wenn ich mir anmaße, meinen Partner / meine Partnerin schon seit 30 Jahren zu kennen!
Tue ich das?
Wirklich?

Kann ich die Gedanken, die Gefühle / Emotionen wirklich riechen, schmecken. Gar Gedanken lesen?
NEIN!
Alles ist und bleibt also bei einer Annahme, die im günstigsten Fall durch Äußerungen der betrauten Person untermauert werden kann. Bloß – Beweis für eine Richtigkeit gibt es in diesem oft täglichen Kasperltheater ebenso nicht!
Ich rekapituliere also im Groben und Ganzen, wie sich z.B. mein Partner / meine Partnerin bisher zu mir verhalten hat. Wie er sich geäußert hat. Und noch so einiges mehr. Wie er z.B. noch mit seinem Umfeld umgeht (soweit ich dies verfolgen konnte).
Gewisse Faktoren werden also gegenüber gestellt. Anschließend vertraut.

Na … und dann tritt genau DER Fall ein, dass ich mich in meiner Annahme, Einschätzung, Feststellung vertan habe!
Und dann womöglich nicht nur ein bisschen, sondern so richtig richtig.
Grüß Gott!
Dann gerät die Kacke ins Dampfen! Aber gewaltig!
Und vor allem: Dann ist ja der Andere, der MEIN "Vertrauen", MEINE Einschätzung und all das Zeug ja verraten hat… Der Arsch, das Dreckschwein, der Verräter, der Judas!!!
ER / SIE!

Entschuldigung… aber wer nochmal hat die Annahme, Einschätzung, Feststellung, Vertrauen getroffen?
Doch ich selbst?
UUUUUUPS!

Hat mir irgend jemand aufgetragen, dass ich diese Annahme, Einschätzung, Feststellung, Vertrauen setzen müsste…? War ich verpflichtet dazu? Gar genötigt?
Nein…?

Es setze also meine Freiwilligkeit, mein Denken und Tun voraus?
UUUUUUUPPSSSS!


Also nochmal: Hier kommt der so ziemlich alles entscheidende Faktor ins Spiel!

DER ANDERE IST NICHT ICH !!!

Der Andere ist nicht meine Gedanken, nicht meine Gefühle, nicht meine Erfahrung, nicht mein Wissen, nicht meine Wahrnehmungsfilter, GAR NICHTS!
IST NICHT!!!

ER ist ER / SIE ist SIE! Punkt. Ende.

Nicht bei aller Liebelei, nicht bei allen scheinbar gemeinsamen Interessen und noch so manchem Anderen Hirngespinst!
Oh ja… ich drücke es jetzt bewusst so grob aus!

Denn wie oft durfte ich beobachten… und ich nehme mich da – in früheren Jahren – nun zum Teil mit ins Boot…, dass man sich da allzu gerne eine "gemeinsame Welt" zurechtdenkt, in der ja alles sooo harmonisch uns toll ist!
Ich bestreite keinesfalls, dass es solche Momente gibt!
Aber nichts ist ein Dauerzustand!

Bist Du alleine schon jeden Tag gleich gut drauf?

Ja? Bist Du?


Dann…
…wie alt bist Du heute?
20? 30? 40? 50? Älter…?
Egal!
Bist Du noch immer haargenau der gleiche Mensch wie vor 20, 30, 40 Jahren?
Du hast Dich niemals verändert?
Nein?
Diese Veränderungen hatten nie irgendwelche Auswirkungen auf Dein Umfeld?
Nein?

Und um auf das Thema zurückzukommen…
…in einer Beziehung ist es aber dann irgendwann mal womöglich sofort tierisch Scheiße, wenn Veränderung stattfindet. Dann funktioniert gleich irgendwas nicht mehr. Oder gleich die ganze Beziehung nicht…  "Oh… ich erkennen meine Partner / meine Partnerin gar nicht wieder. Der/die hat sich sooo verändert!"

Oft dann noch "zum Nachteil…!"

Ja wessen Nachteil denn????  Seinem/Ihrem… oder vielmehr meinem, da die Veränderung nun dezent bis grob vom bisherigen, dem Vorgestellten, Erwarteten (am Besten bis in alle Ewigkeit) abweicht…?!?

Welche Vorstellungen haben Menschen überhaupt von sich… und anderen?

Glauben Männer, Frauen seien ihre Ersatzmutti und verhätscheln und umsorgen sie? Da muss man immer schön brav sein für "Mami", sie ja nicht enttäuschen?! Schön nach ihrer Pfeife tanzen, wie´s halt schon früher als Kind auch war? Sonst Angst vor Senge – also Konsequenz??? Alte Anpassungsmuster!

Und umgekehrt: Was glauben Frauen von den Männern? Dass sie schön – wie bei Mami – immer brav bei Fuß gehen? Bloß nichts denken oder gar tun, was ausserhalb ihrer Kontrolle und somit Einflussbereich liegt? Das Männer ja Ernährer sein müssen, Familienerhalter? Ewig Rücksichtnehmer, Zuhausehocker, Shoppingtrottel? Dürfen Männer noch Männer sein?

Zusatzfrage… und ich schließe mich manchmal da auch noch mit ein: Wissen wir Männer denn eigentlich noch, was Mann sein heißt, wie das geht??? Dürfen wir maximal mal an nen Stammtisch, oder ein bisschen Auto oder Motorrad fummeln, Fußball gucken schon mit nervigem Hintergeräusch… aber das war´s im Groben und Ganzen? Ist DAS Mann-Sein?

Ganz ehrlich… Männer werden seit Generationen von Frauen erzogen. Mutter, Kindergartentante, Lehrerin… usw. usw. Wie also sollen Männer eben Männer sein?  Vereinzelte indogene (übrig gebliebene) Völkchen, bei denen ein Mann-Werden sogar noch einen längeren Zeitraum darstellt und gelebt wird, werden als "primitiv" abgetan.


Unter welchen Voraussetzungen gehen Menschen also Beziehungen ein?
Was hörte ich da schon an Aussagen, so, dass sich selbst mein langsam schütter werdendes Haar noch kraust!

"Ich habe Anspruch auf…!"
"Ich erwarte von meinem Partner / meiner Partner dass…!"  Oder "…dass nicht…!"
"Eine Beziehung gehe ich ein, damit mich mein Partner / meine Partnerin glücklich macht…!"

"Wenn mein Partner nicht fremdgeht, obwohl vielleicht auch der Haussegen mal schief hängt (was ja sein kann), dann ist das für mich ein Liebesbeweis…!"

Olli scholli!


Jetzt mal ehrlich:
Ist ein Partner tatsächlich einzig solches Nutzobjekt, um irgend jemandes Forderung, Erwartung, Vorstellung zu erfüllen? Beweise zu erbringen?
Sind wir in der Muppets-Show… oder was???


Ganz ehrlich gesagt: Dieses "Brauch-Verhalten" trifft dann aber nicht nur bei einem Fremdgehen, sondern nur allzu gerne gesamt in Beziehungen auf!
Man trifft Handelsvereinbarungen! Das ist Kuhhandel!

Alte…, ja uralte Muster, wiederholen sich hier!
"Ich liebe Dich, wenn…, falls…!"
Aber wehe, wenn abgewichen wird, von den jeweiligen Vorstellungen!
Mangelkinder begegnen sich, in der irrigen Hoffnung, der jeweils Andere ist nun der Erfüller, der Ersatz!

Wie es R. Betz so schön ausdrückt:

"Da begegnen sich zwei Bettler. Greifen sich gegenseitig in die zerlumpten Taschen.
Und sind am Ende noch immer darüber erschrocken, dass der jeweils Andere ja nichts hat!"


Die Pfeilspitze des Fremdgehens also…
…was macht sie aus?

Was macht sie mit uns?

Was ist sie überhaupt? Ist es der Gedanke, das Tun/die Handlung, ist es das Geheimnis darum? Oder vielmehr dann die Ängste und Mängel darum?


Sind in mir – schon seit langer Zeit begraben und/oder verdrängt – allfällige Mängel, Ängste, die mein Selbstbewusstsein (EGO) nie haben "gesund" wachsen lassen…?
Musste mein EGO sich in Ermangelung bestimmter Dinge, andere Strategien ausdenken, um diese Mängel und Ängste irgendwie "auszugleichen"…
…ja dann werde ich bis in mein Grab immer und überall "Probleme" damit haben, wenn mir das Leben genau jene "Arsch-Engel" schickt, die bewusst in diese Wunden greifen! Und wenn kleine Anstöße, Schubser nicht reichen… dann greift das Leben mitunter zur groben Kelle! Ganz einfach!

Soweit also zum Thema, dass der Andere mich verletzt! Gröbster Bullshit!
Die Wunden sind längst da!  Der- oder diejenige, der/die mir begegnet und mich ja ach so "verletzt"… der/die tut nur, was er/sie tut! Nicht mehr – nicht weniger! Der/die schaufelt keinen Schmerz in mich hinein, schneidet mich nicht, schießt keine Pfeilspitze des Fremdgehens in mich! Tut er/sie nicht!

Wir haben es zeitlebens nur nicht der Mühe Wert gefunden, uns DARUM mal zu kümmern. Nein alles und alle Anderen waren ja wichtiger! Aber "die Anderen" sind ja die Bösen! Schon klar…

 

Bin ich jedoch in der Lage, aus dieser jahrelangen Anpassung auszusteigen, aus einem "Brauchen" herauszugehen, meine Verantwortung zu übernehmen, diese Wunden anzusehen, anzunehmen, zu heilen…
…und mir letztendlich selbst einmal jene Aufmerksamkeit, Zuwendung, Achtsamkeit, Liebe, und… und… und… zu geben, zu schenken…

…was könnte dann geschehen?


Die Pfeilspitze des Fremdgehens könnte sich mitunter völlig auflösen!

Es gäbe kein Fremdgehen mehr!

Denn was ist – mir persönlich – im heutigen Denken, Handeln noch fremd? In Wirklichkeit?

Maximal… und immer wieder dorthin zusammenlaufend:  Ich selbst!


Weil wir nicht zuletzt angepasst wurden, uns nach Vorstellungen, Erwartungen, Hoffnungen, Vorgaben, Regeln u.v.m. zu verdrehen, verbiegen, verleugnen nach allen Regeln der Kunst!
Wir wurden nicht zum ICH, sondern maximal einem kläglichen Rest, einem Überbleibsel… geleitet von einem verzweifelten Kapitän auf dem Boot Ego, dass sonst komplett unterzugehen droht!
Herzlich willkommen!


Wieviele nun von Euch, liebe Leserinnen und Leser…
…kamen im Leben schon an einem Punkt an, an dem zunehmends mehr und mehr irgendwie seltsam erschien? Irgendwie unecht?
Wir wussten (noch) nicht weshalb, woher. Aber das Gefühl war da. Bisher soooo stabil Scheinendes geriet mehr oder minder schnell aus den Fugen? Man fragte sich womöglich tatsächlich, was man da eigentlich tut. Ob das das wirkliche Ich ist…
Vielleicht begann man auf die "Suche" zu gehen…


Und doch reicht es in vielen Bereichen noch nicht so weit, eigene Grundsatzgedanken, Glaubenssätze mal auf den Prüfstand zu stellen!
Nicht nach irgendwelchen Vorgaben, die man schon mal gelernt, gehört, gesehen… also halt irgendwie eingetrichtert bekam. Sondern in der inneren Instanz!
Reichte der Mut soweit, um möglicherweise mit dieser Prüfung zu riskieren, dass alles, was man sich bisher so mühsam aufgebaut hatte, mit einem Schlag einfach weg ist? Zusammenbricht? Reichte und reicht der Mut, um auch allfällige Konsequenzen, Verantwortung für sich zu tragen?

Meistens NEIN!

Denn nicht zuletzt auch hier wirkt wieder die Angst, zu verlieren.
Der irrige Glaube an Beständigkeit, an eine Fiktion namens Sicherheit.

Alleine der menschliche Körper tauscht sozusagen – von Geburt bis zum Tod – sämtliche seiner Billionen von Zellen mindestens 3-4 Mal komplett aus!
Man könnte also sagen, dass der Mensch am Ende in gewisser Weise ein ganz Anderer ist. Eine Reproduktion.

Wie also sollten wir nun festmachen wollen, dass nicht auch alles Andere im Leben, das Leben selbst ständige Veränderung ist?


In welcher Weise nun passt das allerdings nun in das Thema "Fremdgehen". Oder die Pfeilspitze des Fremdgehens…?


Begegnen wir Menschen uns tatsächlich OHNE Erwartung?
Ich behaupte: NEIN.
Ausgeschlossen.
Es liegt nun schon auch einmal in der Natur des Menschen. Hieße aber nicht, dass man nicht selbst zum Beobachter werden und Veränderung herbeiführen könnte!

Was ist mit der Liebe?
Ja… ich weiß… schon Philosophen bishin zu allen möglichen Menschen bemühten sich, der Liebe ein "Gesicht", eine Definition zu geben.
Es gelang nicht.

Aber…
…nur weil wir zum Beispiel diesen Gedanken nicht kennen, wir ihn nie erfahren durften… Existiert er deshalb ganz einfach nicht?
Welchen Gedanken meine ich?

"Ich vermag alle(s) zu lieben!"

DEN meine ich!

Und zwar hier ohne Unterscheidung, ohne Klassifizierung, ohne Erwartung, Vorstellung… und vieles mehr!

Umfassende, bedingungslose Liebe!


Ist diese bislang immer so hervorgehobene Liebe unter Menschen tatsächlich nur auf einen Menschen fixiert?

Mal als abstraktes Beispiel:
Es gab doch da einen weisen Mann namens Jesus. Angeblich.
Und dieser Mann pries, sprach, predigte von der Liebe.
War es nicht auch er, der letztlich am Kreuz noch darum bat, dass man denen verzeihen möge, die nicht wüssten, was sie tun?
Hat dieser Mann das nun getan, weil er besoffen war? Weil er schon ausgedörrt war in der Birne von der Folter…?
Oder hat dieser eine Mann das letzten Endes aus Liebe getan!

Einer Liebe womöglich, die weit weit hinausgeht über unseren heutigen Rahmen eines Denkens…?

Kann ich also viele Menschen lieben? Selbst jene, die – grob gesagt – Scheiße bauen?
(Aus psychologisch festgestellter Sicht liegt sogar noch hinter dem abgrundtiefsten Handeln letztlich eine positive Absicht!)


Was ist nun mit dieser Pfeilspite des Fremdgehens?

Kann ich keinen Menschen lieben, der einfach nur seiner Bestimmung, seiner Verantwortung, seinem Leben nachgeht?
Ist es dann tatsächlich noch umfassende, bedingungslose Liebe, wenn ich diesen Menschen zum Teufel schicke?


Mag es sein, dass dies dann mitunter nicht vielmehr ein deutlicher Fingerzeig ist… gerichtet an mich selbst?

Bin ich selbst als Mensch denn sooo unfehlbar?


Wenn ein Mensch nun "fremd" geht…
…folgt er letztlich denn nicht vielmehr nur sich selbst?

Besitze ich die Befugnis, das vom Schöpfer gegebene Recht, über diesen Menschen zu bestimmen und zu richten?


Ich erwähnte es schon im Beitrag zuvor…
…für viele beginnt "Fremdgehen" schon im Kopf!

Was also ist mit all jenen, die gebannt "50 Shades of Grey" grade zu in sich aufsogen! Sind dies alles, alle Millionen von Fremdgehern???
Oder letztlich nur Menschen, die an dieser Darstellung eines Geschehens Interesse, Anziehung, gar Spaß fänden?

Sind dies nun abstruse, sexbesessene, abscheuliche Monster…
…oder liebenswerte Menschen, die zumindest auf diese Weise (Film, Buch etc) den Mut zeigen, eben zumindest ihr Interesse ein bisschen offener zu bekunden?

Gegenfrage:
Was wäre wenn…
…all diese Menschen, die sich mit "50 Shades of Grey" befasst haben, nun auf einen Schlag beschlössen, diese Thematik, manche Szenen in die Tat umzusetzen?
Was würde geschehen, was würde man denken?
Soddom und Gomorrha? Sündenpfuhl par excellance?

Oder… die "Älteren" unter uns werden sich noch erinnern…
Was war da mit den "Chippendales"?
In Scharen sind sie gelaufen die Damen, um sich dieser Herren zu erfreuen! In Scharen! Bis heute (ja, es gibt sie noch)!
Sehr zum Missfallen so mancher Männer!
Was gab es da an Aufruhr!?  Vieles freilich nicht öffentlich, sondern spätestens dann zuhause hinter "Verschluss"…


Sind das also alles "Fremdgeher", "Wegwerfmenschen"…?
Oder liebenswerte Menschen, die einfach mal daran Freude und Spaß haben? Die sich gerne – neidlos zugegeben – schöne Männerkörper und deren Show ansehen?  Und sei es nun – einzeln herausgepickt und auf die Spitze getrieben – weil die Damen sowas zuhause auch niemals "bekommen"…?  Naaaaaa????  Kein "Fremdgehen" dann also? Unterschiedliche Maßstäbe also…?


Liebe Freude und Leser!
Ich selbst war ehrlich gesagt noch nicht in der Situation, fremdgegangen zu sein.
Ob ich es gerne würde?
Das kann ich so ganz einfach nicht beantworten!
Das könnte ich vermutlich dann sagen, wenn ich IN der Situation mittendrin stünde.

Fremdgehen hat für mich nichts mit Nicht-lieben zu tun! So ganz und gar nicht!

Liebe ich mich?
So wirklich wirklich?
Lieben – nicht egozentrisch bitte!

Ganz brutal gesagt: Ich arbeite dran!
Denn unzählige Jahre einer Anpassung lassen sich nicht einfach wegradieren!
Und im Zuge dieser "Arbeit" an mir durfte ich feststellen, dass ich mich unzählige Male verbogen, verdreht, verleugnet und sonstiges habe. Um zu entsprechen!
An mir selbst jedoch ging ich damit vorbei!
Und ja… ich durfte auch bereits in die Situation kommen, in der mein bisheriges Lebenskonstrukt zusammenfiel. Und ich hatte Muffensausen! Oh ja!

Jedoch ist es vielleicht tatsächlich nicht nur so ein blöder Spruch, dass Weisheit mit dem Alter käme…  (wobei Weisheit nun für sich geklärt werden könnte)
Allerdings ist es vielleicht wirklich die Zeit, die erst nach und nach neue Sichtweisen zulässt! Das Leben schickt seine Spiegel und Boten immer und immer wieder, ist geduldig wie nichts anderes.
Und im Zuge dieser Wiederholungen nun vermag Änderung einzutreten. Wenn man will, vermag man auch über eigenen Horizont hinauszusehen.

In diesem Sinne hat sich für mich also auch "Fremdgehen" in seiner Bedeutung gewandelt.
Nämlich … jedes Mal, wenn ich mich doch noch ab und an dabei ertappe, aus Gewohnheit wieder den Kaspar zu machen, mich wieder zu verdrehen, zu verränken und Sonstiges…
…dann fühle ich mittlerweile sogar, wie sehr ich mir selbst "fremd" gehe!


Ich brauche also keinen Partner / keine Partnerin, damit er / sie mich glücklich macht!
Ich brauche keinen Partner / keine Partnerin, damit er / sie meine Bedürfnisse erfüllt!

Genauso wenig "brauche" ich irgendwelche Liebes- oder Vertrauensbeweise! Was, wenn nicht strikte eiskalte Bedingung, ist das denn überhaupt?!? "Bringe mir den Beweis… und ich liebe Dich. Wenn nicht – beendet und scher Dich zum Teufel!"
Das wäre ja höchstens eine Dienerschaft. Eine Handelsgemeinschaft. Objektdenken. Und Menschen getrauen sich tatsächlich das Wort "Liebe" in den Mund zu nehmen? Oh wie töricht…

Liebe IST !   Aber ganz sicher nicht beweisbar!

Im Gegenzug allerdings erachte ich es als Geschenk, wenn ich einem Menschen begegne, mit dem ich meine Zeit, meine Liebe, teilen, feiern darf. Und sei sie noch so kurz. Egal, was dabei geschieht oder auch nicht geschieht!
Keine Erwartung – Ihr erinnert Euch?

Anzunehmen was IST!
Denn dieses IST währt nur sehr kurz. Schnell ist es Vergangenheit… und somit unwiederbringbar!


Die Vorstellung, dass eine Beziehung immer perfekt wäre… ist eben nur eine Vorstellung. Ein Wunschtraum. Gar eine (insgeheime) Erwartung, geprägt aus mannigfaltigen Klischees.
Gehe ich ohne diese Vorstellungen in eine Beziehung, was also wäre mit dem angeblichen Grund zum "Fremdgehen"? (Es wurde geäußert, dass es ein Grund wäre, wenn es in der Beziehung nur mehr schlecht oder gar nicht mehr funktioniere).
Er existierte schon von vornherein nicht!
Weil diese Bewertung eines Objektdenkens wegbliebe.

Betrachten wir das Leben…
…manches im Leben ändert sich jede Sekunde…, manches ändert sich in Zeiträumen, wogegen ein Menschenleben ein Wimpernschlag ist. Doch nichts ist starr. Alles in Bewegung.


Wie also könnte man es nun halten?
Dass ich weiterhin verbiege, verdrehe, verleugne… irgendwann vielleicht der Vulkan ausbricht… oder auch nicht. Dann bleibt er halt "tot"…

…oder…

…dass ich liebevoll für mich selbst sorge! Eine innere Klärung, Annahme, Balance, Friede, Freiheit? Und dann im Anlassfall liebevoll teile, feiere…?

Liebevoll… kein Egotrip!


Gibt es dann noch jene Pfeilspitze des Fremdgehens? Überhaupt ein Fremdgehen?

Sind wir in der Lage, haben wir überhaupt den Mut dazu, authentisch zu leben, zu sein?
Oder verkriechen wir uns weiter hinter Fremdbestimmung?


Wollen wir uns dann in Erfüllung und Freue, Fülle begegnen und feiern…
…oder weiterhin Kaspertheater einer Anpassung spielen?


Ja…
…MICH lässt die Bedeutung dieser Fragen… bzw. allfälliger Entscheidung… mehr und mehr auch die Konsequenzen sichtbar werden. Und auch hier wiederum stelle ich dann fest, ob ich mich lieber verdrehe, verränke… oder diese vermeintlichen Ängste annehme, durchschreite.
Vieles wird sich lösen, auseinander gehen. Was zum jeweiligen Zeitpunkt aber nicht für einander bestimmt ist, wird sich ohnehin wieder lösen, gar nicht zustande kommen! Auch hier scheint einzig der Mensch die fantastische Gabe zu besitzen, sich vieles einzureden, zu erwarten, vorzustellen. Ja sogar darum zu kämpfen.
Doch wiederum Neues wird entstehen.
Das Leben lässt keine "Lücken".


Und … falls das jetzt jemand falsch verstünde (so wie man mir schon "attestiert" hat, dass ich ein Problem mit einem Bedürfnis hätte…)…:
Ich beziehe diese Erfüllung, Freude nun nicht schon wieder nur auf Beziehung/Partnerschaft! Das ist eintönig, langweilig.
Das Leben hat damit, darin und darum herum noch mehr zu bieten!

Daran geknüpft noch das – für mich – schon "leidige" Thema mit dem Sex.
Punkt a) Mutter Natur hat nun mal den Menschen als zweigeschlechtliche Wesen erschaffen. Tatsächlich nur für einen Akt der Zeugung… ansonsten tabu? Reglementiert auf jeweils 2 Menschen? Behauptet wer? Steht wo? Legt wer für Andere fest?
Punkt b) Nur weil ich einen Menschen liebe, heißt das – für mich – nicht automatisch, dass ich mit diesem Sex haben will! Was für ein Unfug!
Punkt c) Sollte nun jemals der Fall eintreten, dass es sich einfach "ergäbe" (anders kann ich es nicht ausdrücken, denn ich lege es nicht grundsätzlich drauf an. Erwartung – Ihr erinnert Euch?), dann soll es just in dem Moment so sein!
Beweis? Na wenn es nicht so sein sollte, dann wär´s ganz einfach nicht! Leben folgt seinen höheren Gesetzmäßigkeiten. Auch hier glaubt der Mensch wohl, die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben und bestimmen zu können! Das, was da als sogenannte "Entscheidung" übrig bleibt, nach oben dümpelt, ist im unbewussten Zwischenmenschlichen schon längst erledigt, beschlossen.

 

Dies also waren nun so einige Gedanken… viele von mir, wie ich denke, fühle, lebe…

Jedem von Euch ist es geschenkt und bestimmt, selbst Euer Leben zu gestalten!
Es ist ganz sicher nicht meine Aufgabe, irgendjemanden zu belehren, bekehren. Das läge weit außerhalb meiner Verantwortung.

Jedoch behalte ich mir vor, für etwas zu brennen! Etwas Ausdruck zu geben.
Ich habe beschlossen, Dinge zu tun, zu leben, die mein Herz zum Brennen bringen!

Im Grunde genommen brenne ich mittlerweile lichterloh für Fülle, Freiheit, Frieden. Liebe gibt mir die Möglichkeit, Grundlage, Raum, Kraft dazu. Liebe ist für mich nicht ein bisschen Küsschen Küsschen… oder Sex… liebe ist für mich ein SEIN.


In diesem Sinne also wünsche ich Jedem von Euch viel Fülle, Friede, Freiheit und Liebe…

Euer Lifecoach
Ernold

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.