MeToo… Die Übergriffskampagne: Wie schaffen wir Veränderung?

Aktion MeToo… ein ganz spezielles Thema, welches wir im Sinne achtsamer Begegnung durchaus mal aufgreifen sollten…

Wie können wir im Sinne einer respektvollen Achtsamkeit gegensteuern?

Hallo liebe Leserinnen und Leser!

Ja – dieser Beitrag nun geht ganz bewusst um die Thematik "sexueller Übergriffe"! Meist davon betroffen Frauen… Wobei die Übergriffigkeit an sich längst nicht mehr nur ein reines "Männerthema" ist…

Seit einiger Zeit nun kursiert ja diese Aktion "MeToo" in immer weiteren Kreisen. Basierend auf immer mehr Frauen, die sich aufgrund von körperlichen/sexuellen Übergriffen äußern.

Dazu vorweg: Ich selbst bin gegen jegliche Art von Übergriffen und will mit den folgenden Worten dazu, keinerlei Grund für Rechtfertigung liefern!!! Vielmehr ist mein Anliegen, sich mit dieser aktuellen Thematik wirklich und intensiv auseinander zu setzen. Um Veränderung zu ermöglichen – im Sinne einer achtsamen Lebensführung.

Ich möchte mich an dieser Stelle nun auch nicht äußern, ob dies nun eine "Zeiterscheinung", ein "Medienhype" ist, dass grade jetzt sooo viele Dinge an die Öffentlichkeit kommen… oder ob es schon lange so war… nur sich keiner traute, drüber zu reden. Auch möchte ich mich nicht über die "Qualität" der Übergriffe äußern, da ich nicht direkt damit befasst bin oder war. Die Thematik Me-Too an sich reicht jedoch völlig aus!

"Klammer auf": Hier an dieser Stelle jetzt über eigene Anteile an verschiedenen Geschehnissen zu erörtern, würde ebenfalls jeglichen Rahmen sprengen. Ist an dieser Stelle nun aber auch am Thema vorbei. "Klammer zu"

 

So.
Jetzt ist es – wie in vielen Bereichen des Lebens – ja doch immer verhältnismäßig leicht, über irgendetwas zu wettern, zu jammern, anzuklagen etc. etc. So auch über diese Übergriffe.

DAS alleine jedoch erschafft keine machbare Lösung des Problems!

Aus welchem Hintergrund ist diese aber so wichtig?

An dieser Stelle darf ich mich erneut bei einer lieben Kollegin bedanken, die mich – als "Luft-Menschen" (Elementelehre) – einmal so richtig praktisch auf den Boden heruntergeholt hat. Die mir seeehr deutlich aufgezeigt hat, dass es sehr gut daran tut, zu vielen Gedanken  – so auch diesen "Anklagen" – eine machbare, umsetzbare, geerdete Lösung zu finden. Ansonsten bleibt das alles irgendwie im Raum schweben… ändert aber letztlich wenig bis gar nichts.

Und dass in der heutigen Zeit vielfach "höchste Zeit" für Veränderung ist… wer möchte dies bestreiten…?!?

In einer gestern laufenden Diskussion nun, wurde von einem Teilnehmer als Lösung angeführt, es müsse hier eine eindeutige Grenze geschaffen werden.
Auf die Frage, wie diese praktisch umsetzbar aussehen könne, kam die Antwort: "Alle Berührungen, die nicht die ausdrückliche Zustimmung der Frau erhalten".

Der Ansatz an sich schon mal nicht schlecht. Doch zu schwammig, zu wenig konkret, zu wenig geerdet und anwendbar. Wie bricht man es so lange herunter, bis eine machbare Variante entsteht…?

Wie vermutliche viele unter Euch nun bestätigen werden, gibt es viele Facetten eines Empfindens. Ein Mensch (ich will es nicht generell nur auf Frauen festmachen!) empfindet z.B. eine Hand auf der Schulter als nicht einmal andenkenswert… der andere Mensch nun bekommt schon dabei eine regelrechte Krise. Ein Empfinden zu jeglicher "Berührung" kann also ein sehr weites Spektrum von Bewertung und Gefühlsempfinden erfahren!

Klammern wir tatsächliche, grobe (eindeutige) Übergriffe nun mal für einen Moment aus (über deren Unrechtmäßigkeit wenig Diskussionsbedarf besteht)…
…wie nun sähe die "Grenze" für "die anderen Berührungsmöglichkeiten" aus?

Was meine ich damit…?
Im Bekanntenkreis, Freundeskreis, Kollegenkreis zum Beispiel. Denkt mal für ein paar Minuten nach… welche teils alltäglichen, zwischenmenschliche "Berührungen" finden hier statt? Wie zum Beispiel die zuvor erwähnte Hand auf der Schulter…

Und falls jetzt doch Zweifel auftauchen sollten… oder Meinungen, dass "DAS" ja etwas ganz Anderes sei, dass man dies nicht in sexuelle Übergriffe hineinnehmen könne…   IST DAS SO???

Dann stellte ich noch einmal die ganz direkte Frage: "Wo (ab wann) beginnt eine sexuelle Belästigung / ein solcher Übergriff…???"

Jetzt mal kurz betrachtet, das wir zuvor ja angesprochen haben: "Alles, was nicht die Zustimmung des Betroffenen" hat! Wieviele Menschen (also Frauen und Männer) stimmen dem explizit zu, dass jemand eine Schulterberührung ausführt?

Und noch einmal: Viele verschiedene Menschen denken und fühlen verschieden über die Art der Berührung!

Wie also griffe ich im "Ernstfall" grundlegend in die hintergründigen Absichten, in das Denken der Menschen ein, damit es letztendlich keinen sexuellen Übergriff als Handlung zur Folge hat?

Sind alle diese "Berührungen"
a) grundsätzlich immer als sexuell begründet einzustufen?
b) und.. wo beginnt und wo endet hier "Zustimmung"?
c) vor allem: wurde diese zu 100% klar verbal deklariert? (Und Vorsicht hier mit leichtfertigen Bewertungen! Nicht alles was ausgesprochen wird, wird von einem Gegenüber auch tatsächlich genau so aufgefasst und verstanden! Die inneren Prägungen und Filter verzerren hier unbewusst mitunter gewaltig!)

Wie wäre hier eine vollziehbare Grenze darzulegen? Ist eine solche überhaupt generalisiert für alle festzumachen? Oder ist dies eine sehr individuelle, zwischenmenschliche Angelegenheit?
Und ich möchte hierzu mit einflechten: Diese Übergrifflichkeiten… sind diese dann explizit von zum Beispiel verbalen Übergriffen zu trennen?
Geht es bei Übergriffen einzig immer um sexuelle Übergriffe, oder bildet diese Thematik nicht ein ganzes Konglumerat an Auswirkungen fehlgeleiteter Gedanken (Ängste, Mängel) und Handlung ab?


Jetzt also in Richtung produktiver Lösung:
Wie kann man hinkünftig diese Übergriffe vermeiden?

Ob wir jetzt auf die Minute dieses "Phänomen" einer jahrtausende langen generellen Machtausübung in den Griff bekommen…?
Welches ja in einer heute modernen Zeit nicht mehr ausschließlich in Männerhand liegt…
Ich wagte es zu bezweifeln.

Denn woher kommt der Drang zur Machtausübung?
Schlussendlich aus tiefster innerer Angst. Aus deren "Mangel-Kindern".
Genauer will ich in diesem Kontext jetzt nicht eingehen, da dies definitiv den Rahmen sprengt.


Gut.
Als mögliche Idee könnte ich einmal in den Raum stellen:

Erstmal wird schon aus Respekt – erst mal gar nicht angefasst! Von niemandem!
Und dann täte man – Mann wie Frau – wirklich gut daran, zeitnah mit jedem einzelnen Gegenüber ganz offen und klar zu klären, was nun wann einer klaren Zustimmung unterläge… und was eben nicht!
Daran ist dann zu halten! Punkt. Ende.


Es ist zwar aufwendig, ein wenig umständlich…, noch mehr ungewöhnlich… aber es IST definitiv machbar, praktisch anwendbar!

Woher weiß ich das wiederum?

Nicht zuletzt durch meine Ausbildung zum psycholog. Berater war dieses Thema eines der wichtigen Punkte. Aus Respekt und Wahrung einer Integrität des Gegenüber, fasst man grundsätzlich nicht einfach an. Man fragt um allfällige Zustimmung! Selbst, wenn es nur um die bereits erwähnte Hand auf der Schulter ginge…

 

Weshalb aber nun wird diese Kommunikation, Klärung – gleich von Beginn an – nicht überall durchgeführt? Aus Minderwertigkeitsgefühl, aus eigener Angst, aus Scham, aus…, aus…, aus…! Es liegen somit in jeder Unterlassung des Ausdruckes auch eigene Anteile, die durchaus lohnen, betrachtet und gelöst zu werden!

Und weshalb noch nicht? Weil man diese Thematik so gesehen noch nie wirklich hinterfragt hat? Weil eine Trennung einzelner Bereiche darin kompliziert würde… und dies schon wieder gegen die Komfortsesseltaktik ginge…?

 

Als praktisches Beispiel: Kürzlich war ich auf einem sehr nachhaltigen Workshop-Wochenende. Im Zuge dessen es einmal mehr um Selbstreflektion, Resonanz ging. Dabei wurde also nicht über das Wetter oder den letzten Kaffeeklatsch gesprochen, sondern es betraf teils sehr persönliche Dinge. Es begegneten sich hier nicht nur Bekannte, sondern auch durchaus Fremde. Und so Manche(r) wurde mit einer herzlichen Verabschiedung (Umarmung) verabschiedet, zumal hier menschliche Nähe entstanden war.

So.
Angelehnt nun an dieses Beispiel…
WER getraute sich nun zu bewerten und darüber zu richten, gar festzulegen, was hier nun rein zwischenmenschliche Berührung durch Nähe war… oder ob der/die Eine oder Andere gar eine sexuell motivierte Handlung vornahm?
Gab es vor allem zuerst einmal Zustimmung eines jeden Einzelnen, ob diese Umarmung/Verabschiedung genau so stattfinden dürfe? Hat irgendjemand vorher gefragt?
Nein.
Es ergab sich aus zwischenmenschlicher Intuition!
Wie ich schon beschrieb… So Mancher wurde mit Umarmung verabschiedet. Nicht jeder!

Weshalb nicht?

Auch hier würde eine detaillierte Erörterung hier nun jeden Rahmen sprengen. Doch könnte dem – zusammengefasst – ein Körnchen Wahrheit innewohnen, dass hier im unterbewussten, non-verbalen Kommunikationsbereich der Menschen, eben eine Begegnung von MENSCHEN stattfand… oder eben auch nicht?
Nicht bewertende Objekte?
"Regelt" das Leben hier bereits auf seine Weise?
Wäre eine menschliche Verstandestrennung dann überhaupt möglich… oder wäre diese letztlich auch nur Fiktion, wie so vieles im Leben?

Somit könnte also die nächste Frage sein, die da am "Horizont" aufdümpelt: "Wie stehen wir da grundsätzlich so zur Sexualität? Haben wir uns im Laufe der Jahrtausende des Menschseins da etwa irgendwo verrannt?"
Was definieren wir nun alles in die Sexualität? Ist auch Sexualität hinsichtlich ihrer Auslegung – wie vieles Andere – einem immer stärker werdenden Festmachen an Regulation zum Opfer gefallen?
Wieviele Menschen haben tatsächlich mit Berührungen an sich ein Problem? Und da spreche ich noch lange nicht von sexuell motivierten Berührungen!

Ich für meinen Teil würde nicht darauf verzichten wollen, ab sofort im absolut GESAMTEN Umfeld, jegliche Berührung unterlassen zu müssen, da dies als sexueller Übergriff ausgelegt werden könnte. Denn gewisse "Berührungen" waren und sind doch eine Art entstandene Vertraulichkeit zueinander.
Aus einem inneren Respekt – mir selbst gegenüber wie auch meinen Mitmenschen gegenüber – könnte ich mir allerdings diese "Variante klarer Kommunikation" durchaus sehr gut vorstellen, um für die Zukunft eben auch das noch zu regeln!
Nach dem alten Spruch: "Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden!"
Riechen, schmecken, gedankenlesen … kann´s weder ich noch ein Gegenüber!

Was nun mit den "komplizierten, schweren Fällen"?
Wo mitunter selbst ein klares "Nein" keine Wirkung zu zeigen scheint…?

Selbstverständlich gibt es Gesetze, Regeln, Vorgaben etc. etc.
Aber sind wir uns bitte ehrlich: Wieviele Gesetze und dergleichen gibt es in der Tat für alles Mögliche? Man arbeitet mit Drohung und Strafe im Verletzungsfall, will in verschiedenen Bereichen jetzt "verschärfen". Also Drohung erhöhen…. Und wieviele scheren sich in verschiedensten Bereichen einen regelrechten Dreck darum? Geht es also um wirkliches Verstehen, Respektieren einer Sache an sich… oder vielmehr letztlich um die Angst vor der Drohung, der Strafe?  DAS alleine war bisher noch keine wirkliche Lösung, wird es auch für die Zukunft nicht sein. Tägliche Schlagzeilen alleine schon sind doch der "Beweis"!

Also… man könnte meinen, das Leben präsentiert uns auch hier die Einladung, gemäß einem Spruch Einstein´s, Probleme nicht auf der Ebene lösen zu wollen, auf der sie entstanden sind…  wink


Kreativität ist gefragt!!! Vielleicht eine neue, andere Art der Begegnung…!?

An dieser Stelle nun möchte ich ein Video von Vera Birkenbiehl einbringen, bei der es – in teils humorvoller Ausdrucksweise – um die Unterschiedlichkeit zwischen Mann und Frau geht!

Dieses Video soll nun in keinster Weise diese Übergriffs-Thematik verharmlosen, gar ins Lächerliche ziehen…, rechtfertigen oder ähnliches! Es soll einzig einem schier unumstößlichen Fakt Raum verleihen, dass nun unsere Auffassungen von verschiedenen Dingen nicht nur durch verschiedenste Prägungsfilter beeinflusst sind. Sondern dass eben zwischen Mann und Frau eben auch eine verschiedene Auffassungsgabe besteht! Dass speziell in letzteren Jahrhunderten zwar – teils zwanghaft – versucht wird, Mann und Frau als "gleich" darzustellen, "gleich" zu machen… Das aber im gewissen Sinn gegen die Natur ist. Denn wenn das Leben Mann und Frau gleich haben wollte, dann hätte es dies so gestaltet. IST aber nicht! Und genau auch DAS möge in diesen kreativen Prozess einer Schaffung respektvoller Begegnung einfließen dürfen! NEU denken!

 

Damit kämen wir also zum Thema Eigenverantwortung!

Ohne dies jetzt – wie schon angedeutet – als Ausrede gelten zu lassen: Wurden wir im Zuge unserer Erziehung, Schule etc. an wirkliche, tiefe Eigenverantwortung herangeführt? Hat man uns diese tatsächlich vorgelebt?
Selten würd ich mal meinen. Man betrachte die unentwegten Schuldzuweisungen wegen diesem und jenem an Andere.
Gut.
Hieße aber längst noch nicht, dass man nicht nun seinen Arsch aus der Komfortzone heraus, in Bewegung bringen könnte… und jetzt endlich zu lernen begänne!

Wer aber nun will das wirklich???

Wer bleibt vielmehr in der Komfortzone kleben und tut meist nur das, was grade beliebt. Sich um ungenehme Dinge – vor allem in einem selbst – zu kümmern, steht eher selten auf der Tagesordnung.


Deshalb nun genau an Euch liebe Frauen nun die eine einzige Frage:

WELCHE KONKRETEN VORSCHLÄGE GIBT ES VON EURER SEITE ???


Und selbstverständlich die Gegenfrage an die Männer:

WELCHE KONKRETEN VORSCHLÄGE GIBT ES VON EURER SEITE ???


Ich für meinen Teil bin da pragmatisch und praktisch veranlagt.
Vor allem habe ich auch keine Lust, ständig nur Beschwerde, Gejammer und dergleichen anzuhören… weitere Beschwerde, Gejammer, dass nichts passiert…
…aber eben genau zur Lösung, zur Veränderung kommt kein praktikabler Vorschlag!

Das, was nicht funktioniert, kennen wir! Es führte uns genau hierhin. Also uninteressant.
Viel interessanter… was haben wir noch nicht probiert? Was könnte funktionieren? Uns aus diesem Dilemma herausbringen?

Es geht um´s TUN liebe Freunde!

Für meinen Teil würde ich mich extrem freuen, hier einen Prozess in Gang zu bringen, der – jetzt mal in diesem Bereich – wesentlich mehr Achtsamkeit, Bewusstheit, Respekt und Eigenverantwortung schafft!
Ja ich hielte es sogar für höchst interessant, dazu Treffen zu organisieren. Offen anzusprechen, was anliegt, was möglich ist!
Und sei eine Idee für den Moment noch so verrückt… Ich erinnere nochmal an das Zitat von Einstein!

Lasst uns MeToo nicht zu einem Projekt "verkommen", indem Betroffene nur ihr Leid klagen. Sondern lasst es uns dahingehend weiterentwickeln, dass wir eine Lösung finden, an der sich jeder einbringen, beteiligten… und sie auch leben kann: MeToo!


Also.
Das Thema liegt auf dem Tisch.

Wie packen wir´s an?!?

Ich freue mich auf Eure Vorschläge!

…3
…2
…1

…LOOOOOOS!

Euer
Ernold Prinz
(psycholog. Berater, Lifecoach, Sachbuchautor)

 

PS: Wer die Achtsamkeits-Beiträge nicht gelesen hat / erst jetzt "eingestiegen" ist…  Die Blogs sind gerne nachzulesen, zusammengefasst auf der Projekt-Seite https://www.das-neue-ich.com/projekt-achtsamkeit-im-taeglichen-umgang/


Bildquelle: Pixabay – Beitragsbild gesamt (C) Das Neue Ich
Videoquelle: YouTube